Eigentlich bildet sie den westlichen Startpunkt der Ausgangsmeile am Landhausquai: die «Billard Bar» am Stalden 1. Nur werfen schon seit einigen Jahren diverse Vorfälle ein unvorteilhaftes Licht auf den Betrieb von René Weydknecht. Letzte Aktennotiz der Polizei in dieser Sache: Am 12. Januar fand eine Razzia in der «Billard» Bar statt.

Zwar seien lediglich Kleinstmengen an diversen Betäubungsmitteln gefunden worden, ist seitens der Kantonspolizei auf Anfrage zu vernehmen. Zudem wurde vor der Billard Bar ein 37-jähriger Algerier, der zur Verhaftung ausgeschrieben war, angehalten und festgenommen.

Immer wieder Vorfälle

In Erinnerung bleibt aber die Ausbeute der Grossrazzia von Ende September 2016: Zwei verhaftete Personen, fünf Anzeigen und eine Busse wegen Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz und 90 Gramm festgestellte Drogen. Im darauffolgenden halben Jahr rückte die Polizei aufgrund von Meldungen sieben weitere Male aus. Aktenkundig ist auch, dass dafür neben Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz auch Massenschlägereien, Tätlichkeiten, Diebstahl und Sachbeschädigungen Ausschlag gegeben haben.

Verwarnungen und Anzeigen

So warf bald auch das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit AWA ein kritisches Auge auf den Betrieb: Im September 2017 flatterte dem Betreiber Weydknecht eine offizielle letzte Verwarnung in den Briefkasten – nach einer vorausgegangenen im Jahr 2012. Neben den im Lokal begangenen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz liegen weitere Strafbefehle vor, wie auch die besagte Verwarnung des AWA darlegt. Moniert wurde, dass die Türe zwischen Fumoir und Nichtraucherbereich offengelassen und blockiert worden sei.

Dem Betreiber könnte gemäss Wirtschafts- und Arbeitsgesetz die Bewilligung entzogen werden, wenn weitere Strafbefehle folgen sollten. Und tatsächlich kamen auch im vergangenen Jahre einige Vorfälle hinzu, die die «Billard Bar» weiter unter Druck setzen könnten. Aus gut unterrichteter Quelle liegen drei Anzeigen vor: eine des Gesundheitsamtes, eine wegen Überwirtens sowie eine wegen Beteiligung am Alkoholverkauf an Minderjährige. Dies soll die Jugendpolizei bei Testkäufen in der «Billard Bar» festgestellt haben.

Wie stehts um die Zukunft des Lokals?

Bringen die Funde der jüngsten Razzia die nun 17-jährige «Billard Bar» definitiv zu Fall? Jonas Motschi, Leiter des AWA, verweist darauf, dass einem Betrieb unter gewissen Bedingungen aufgrund eines Strafbefehls die gastwirtschaftliche Bewilligung entzogen werden kann. «Einerseits muss aber der Entzug verhältnismässig sein», so Motschi.

Ausserdem ist er auch von einer Kausalität abhängig: dass nämlich der Strafbefehl darauf schliessen lässt, dass der Betreiber seine Pflichten vernachlässigt hat. Auf die Frage, wie es mit seinem Betrieb weitergeht und welche Massnahmen er gegen den Drogenumschlag im Umfeld seines Lokals unternimmt, schweigt sich René Weydknecht aus. Auf Anfrage verzichtet er auf eine Stellungnahme.

CVP plant Interpellation

Weiter kommt nun auch auf politischer Ebene ein Stein ins Rollen. So plant die CVP-Ortspartei mit dem erstunterzeichenden Gemeinderat Gaudenz Oetterli eine Interpellation zur örtlichen Situation am Stalden 1.

Oetterli verweist auf die Beliebtheit des Landhausquais. Und: «Der Drogenumschlag und das Gewaltpotenzial, die von der «Billard Bar» ausgehen, haben auch Auswirkungen auf den öffentlichen Grund.» Ausserdem seien die Anwohner beeinträchtigt. «Deshalb möchten wir uns jetzt bei der Stadt über die Sicherheitssituation erkundigen – und ob ein Verfahren eingeleitet wird, um die Betriebsbewilligung aufzuheben.»