TCS-Campingplatz

Die zahreichen Gäste des Sommers sollen den Hafen auch im Winter anlaufen

Restaurantleiterin Manuela Reichardt und der neue Resort Manager Jürg Moor haben noch einige Pläne in petto.

Restaurantleiterin Manuela Reichardt und der neue Resort Manager Jürg Moor haben noch einige Pläne in petto.

Wie das neue «Pier 11» den Betrieb auf dem TCS-Campingplatz in Solothurn beeinflusste und dies auch weiter tun soll: In den vergangenen Sommermonaten erzielte der Betrieb Rekordwerte. Durch neue Angebote sollen die Gäste auch im Winter nicht fehlen.

Nur eine halbe Handvoll hartgesottener Gäste trotzt noch der bissigen Herbstkälte auf dem TCS-Campingplatz. Und nur noch wenig deutet auf den Hochbetrieb hin, den Campingleiterin Silvia Frey hier über die vergangenen Sommermonate erlebte.

16-Stünder waren im Restaurant Pier 11 und im Campingbetrieb nicht selten, als die Hitzetage ins Land zogen, erinnert sie sich. «Selten waren in Vorjahren so viele Velos hier in Reih und Glied abgestellt wie heuer an gewissen Sommertagen.»

An der Herkunftsstruktur der Campinggäste habe sich hingegen wenig geändert: «Es sind nach wie vor bis zu 90 Prozent Schweizer, die herkommen.»

Die ausländischen Gäste stammen mehrheitlich aus Frankreich und Grossbritannien. «Solothurn ist halt nicht Grindelwald oder St. Moritz», weswegen sie sich gerade auch einen höheren Bekanntheitsgrad für die hiesige Region am Jurasüdfuss wünscht.

«Glamping» ist in

Neben der Sommerhitze haben natürlich auch einige Neuigkeiten im Angebotsfächer die Neugier der Besucher angeregt. Zum ersten Mal im Einsatz standen zwei Deluxe-Safarizelte: Möbliert und mit Küche und Nasszelle ausgerüstet, stehen sie für den «Glamour» des neuen Trendbegriffs «Glamping».

Dahinter wiederum versteckt sich jene Art gehobenen Campings, die die üblichen Annehmlichkeiten des eigenen Zuhauses auch auf dem Platz nicht missen lässt. Gerade im Juni und Juli waren diese Safarizelte ausgebucht.

Sechs Tonnen Fischchnuschperli 

Ende September hat sich Aeberhard als TCS-Resort Manager dann allerdings wieder aus dem Betrieb ausgeklinkt. «Ich hatte im Sinn, mich auszukoppeln, sobald der Betrieb im ‹Pier 11› die Flughöhe erreicht hat», sagt Aeberhard.

Er kehrt damit zu seinem Kerngeschäft zurück und betreibt wieder ein Architekturbüro. Als externer Berater bleibe er aber dem TCS treu.

«Es war eine megaspannende Zeit», resümiert er. Gerade der Juni habe aus seiner Sicht im «Pier» Rekordwerte erzielt. Abendliche Events sorgten für ein Rahmenprogramm.

«Der absolute Renner waren die Fischchnuschperli», sagt er und nennt als Erfolgsgrösse die servierte Menge: «Sechs Tonnen in dieser Saison», womit man den anderen kulinarischen Angeboten im «Pier 11» konkurriert habe.

Besonders erfolgreich waren auch die Glacekübeli der Vitaminstation. «Das Selbstbedienungskonzept funktionierte, auch wenn dies zulasten der klassischen Glacekarte ging.»

Durch den konzeptionellen Wechsel vom «Lido» zum «Pier 11» habe man unter dem Strich ein neues Publikumssegment dazugewonnen. «Die Gästeschar zwischen 25 und 40, die für einen Snack vorbeikommt oder am Wochenende einen Cocktail schlürft.»

Auch das Freizeitangebot zu Wasser wurde spürbar angekurbelt: «Wir hatten fürs Stand-up-Paddling 13 Bretter. In den sonnenreichsten Wochen gings nicht ohne Vorreservation.»

Zum Vergleich: Im Sommer 2014 sei das Angebot kaum 20-mal genutzt worden.

«Pier 11»-Idee wird fortgeführt

Ab Anfang Oktober wurde Wolfgang Aeberhards Nachfolger Jürg Moor eingearbeitet, als Restaurantleiterin steht ihm Manuela Reichardt zur Seite, die bereits im Sommer die Nachfolge von Caroline Gygax angetreten hatte.

Im Durchschnitt arbeiten rund 25 Leute – zumeist per Saisonverträge – im ganzen Resort. Der 41-jährige Touristiker Moor war vormals als Tourismusdirektor von Lenz Simmental und im Bereich Marketing bei einer internationalen Hotelkette tätig.

Mit dem raschen Abgang von Aeberhard soll aber die Idee hinter «Pier 11» erhalten und weiterentwickelt werden: «Wir ziehen seine Linie weiter.» So sollen das Restaurant, der Platzbetrieb und der Hafen optisch und konzeptionell als Resort-Einheit daherkommen – für Einheimische wie für Touristen.

Die Rezeption wird komplett saniert, ebenso der Einkaufsladen. Die Kabanen werden innen ebenfalls renoviert, möbliert und im Sinne des Holzlooks gestaltet. Auch die Aussenplätze des Restaurants sollen optisch dem Interieur angeglichen werden.

Die Küchenphilosophie will Moor ebenfalls beibehalten: frisch und mediterran, mit eigenen Ideen, die der Küchenchef umsetzt. Weiter wird als stiller Berater aber auch Jörg Slaschek wirken: Der Gourmetkoch hatte zur «Pier 11»-Speisekarte einige Rezepturen beigesteuert.

Einen Schwerpunkt setzt der neue Resort Manager auf die Mittagsmenüs und peilt damit als Gäste die Arbeitskräfte an, die im regionalen Gewerbe und in der Industrie tätig sind.

«Wir haben weitere Ideen, die zur Einzigartigkeit von ‹Pier 11› beitragen sollen», zeigt sich Moor ehrgeizig. Und auf eine dieser Ideen wird man nicht bis zur nächsten (warmen) Saison warten müssen: Ab Samstag, 31. Oktober, 18 Uhr, dem Eröffnungsanlass, wird die Aussenbar jeden Abend offen sein, wie auch das Restaurant sieben Tage in der Woche geöffnet ist.

Mit Fellen bestückte Stühle, Feuerschalen und ein Angebot mit Glühwein, Lutz und Raclette werden der Kälte entgegenwirken: «Wir wollen hier eine Winter-Erlebnislandschaft erschaffen», so Moor.

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