Solothurn

Die Weststadt soll verdichteter wachsen

Hier sollen die restlichen zwei Etappen des Wohnparks mit einem viergeschossigen Riegelbau entlang der Bahnlinie realisiert werden.

Hier sollen die restlichen zwei Etappen des Wohnparks mit einem viergeschossigen Riegelbau entlang der Bahnlinie realisiert werden.

Der Solothurner Gemeinderat muss den modifizierten Gestaltungsplan zum Wohnpark Wildpark nochmals behandeln. Grund dafür: Der Investor möchte eine dichtere Bauweise.

Seit 1998 schon zieht sich die Geschichte um den Wohnpark Wildbach hin, und sie hat noch lange kein gutes Ende genommen: Die erste Etappe wurde zwar mit erklecklicher Verspätung und Planungsänderungen realisiert, doch auch der Rest des Areals zwischen dem Wildbach, der Stadtgrenze zu Bellach, der SBB-Bahnlinie und der bisher überbauten Weststadt führt weiterhin zu Planungsdiskussionen.

Seit 2010 verfolgt nämlich der Investor, die Schweizerische Gesellschaft für Immobilien SGI in Zürich, den Ansatz einer dichteren Bauweise.

Diese würde im Endeffekt auf den Baufeldern der zwei letzten Etappen neun Zeilenbauten mit 154 Wohnungen und 194 Parkplätzen, vier Punkthäuser mit 84 Wohnungen und 96 Parkplätzen sowie eine lärmdämmende Riegelbebauung entlang der SBB-Bahnlinie mit 60 Wohnungen und 70 Parkplätzen ermöglichen – oder total 298 Wohnungen mit 360 Parkplätzen unter Einschluss von 10 Prozent Besucherparkplätzen. «Damit würde Solothurn um einige hundert Einwohner wachsen», bestätigt Stadtplaner Daniel Laubscher.

Höhere Ausnutzungsziffer

Nicht nur er, sondern der gesamte Gemeinderat haben sich vorerst mit einer Grundsatzfrage zu befassen: Ist die Erhöhung der Ausnutzungsziffer von 0,4 aufs Doppelte ausserhalb einer Ortsplanungsrevision überhaupt mit einer Gestaltungsplanänderung möglich? «Die Planungsänderung wurde bereits 2010 eingeleitet. Wenn jetzt jemand damit käme, ginge das nicht», räumt Laubscher ein.

Doch erst 2016 wird im Rahmen der Ortsplanungsrevision die eigentliche Nutzungsplanung angegangen, und deshalb plädieren Stadtbauamt wie alle anderen Vorinstanzen dafür, «ein Auge zuzudrücken» und schon jetzt der Nutzungsänderung zuzustimmen. Damit könnte neu der Riegelbau gegen das Bahngeleise hin viergeschossig mit Attikawohnung ausgelegt werden.

Wichtig für den Entscheid sei aber auch, so der Stadtplaner, dass mit der neuen SBB-Haltestelle Grederhof/Bellach die öV-Erschliessung des Wildbachparks «massiv verbessert» worden sei. Auch gehen die Baubehörden davon aus, dass der Riegelbau zuerst realisiert werden müsste, um den gewünschten Effekt der Lärmdämmung zu erzielen. Daniel Laubscher: «Bei den dortigen Gebäudehöhen reicht eine Lärmschutzwand von 2 Meter Höhe entlang der Bahnlinie nicht aus. Da muss der Lärmschutz auch über die Architektur erfolgen.»

Wichtig ist auch, dass an der Freihaltezone, dem Grüngürtel gegen den Wildbach hin, festgehalten wird und dieser nicht (mehr) zu der für die Berechnung der Ausnützungsziffer massgebenden Landfläche zählt. «Auch dadurch wird die Ausnützungsziffer erhöht», so Laubscher.

Während es in der vorberatenden Gemeinderatskommission GRK zwar zu kritisch-skeptischen Bemerkungen, aber einer grundsätzlich positiven Einschätzung mit einem einstimmigen Ja zum Antrag kam, tönte es bei den mitwirkenden Anwohnern recht negativ, was die Verdichtung anbelangt. Allerdings hatten nur fünf Parteien offiziell mitgewirkt.

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