Als die Wengibrücke für den Individualverkehr gesperrt und die Westtangente eröffnet wurde, erhoffte man sich auch an der Wengistrasse einiges: Hier sollte eine verkehrsarme Einkaufszone entstehen.

Auch wenn der erhoffte Segen fürs Gewerbe seit Jahren ausbleibt: Verkehrsarm ist die Wengistrasse allemal geworden. Dies rief im Sommer die SP-Gemeinderäte Daniel Wüthrich und Reiner Bernath auf den Plan – sie reichten zwei Motionen ein.

Einerseits fordern sie, dass die Wengistrasse zwischen Westbahnhof- und Lagerhausstrasse für den motorisierten Individualverkehr gesperrt und zugunsten des Langsamverkehrs und des Gewerbes umgestaltet wird.

In einem zweiten Vorstoss wünschten sie sich eine direkte Veloverbindung zwischen Westbahnhof und Amthausplatz.

Post- statt Wengistrasse

«Die viel zu breite Wengistrasse wirkt öde und leer», was für Anwohner, Besucher, Kunden und Gewerbetreibende wenig förderlich sei. Ohne weiteres, so die Motionäre, könnte der Restverkehr der beruhigten Wengistrasse auch über die Poststrasse geführt werden.

Die Antwort aus dem Stadtpräsidium nimmt vorweg, dass eine Umgestaltung der Wengistrasse bereits vorgesehen sei – ebenso stehe eine Erneuerung des Postplatzes an. Im Zuge der Schliessung der Wengibrücke wurde ausserdem eine Verkehrsstudie erstellt.

Ein bis 2016 laufender Studienauftrag prüft Varianten, um den Postplatz wieder zu erneuern – dies auch aufgrund der vorgängigen Verkehrsstudie. So sei die von den Motionären gewünschte Verkehrsberuhigung zwar schon sinnvoll, aber nur gleichzeitig mit der ohnehin anstehenden Umgestaltung des Postplatzes.

Von einer Sperrung für den Autoverkehr im Sinne der Motion rät Stadtpräsident Kurt Fluri hingegen ab. Anlieferungswege und dazwischenliegende Parkplätze müssen weiterhin erschlossen sein. Ein Fahrverbot mit gestattetem Zubringerdienst wird ebenfalls ausgeschlossen, da die Zufahrten nicht kontrollierbar seien.

«Unnötige Kurverei»

Die zweite Motion verlangt, die obere Westbahnhofstrasse in beide Richtungen für den Veloverkehr befahrbar zu machen. Dies nicht zuletzt, weil die Achse Weststadt–Altstadt als eine der wichtigsten Veloverbindungen gelte.

Zu diesem Zweck seien an der oberen Westbahnhofstrasse zwölf Parkplätze aufzuheben. Bislang ist eine Fahrt lediglich vom Amthausplatz Richtung Westbahnhof erlaubt, nicht aber umgekehrt.

Stattdessen werde den Velofahrern eine «Kurverei» durch die Schanzenstrasse zugemutet – sowie eine unklare Wegbezeichnung, sobald sie auf den Amthausplatz gelangen.

Ebenso stellt sich hier die Motionsantwort auf den gleichen Standpunkt: «Abwarten». So ist im Gefolge des auf 2019 geplanten Agglomerationsprogramms eine neue Velounterführung am Westbahnhof vorgesehen.

Erst mit deren Realisierung sei die Diskussion um eine direkte Veloverbindung zum Amthausplatz wieder aufzugreifen. Einer Aufhebung von zwölf Parkplätzen an der oberen Westbahnhofstrasse hätte notabene Einnahmeeinbussen von rund 87 000 Franken zur Folge.

Die Behandlung der Vorstösse von Wüthrich und Bernath ist im Gemeinderat für den Dienstag traktandiert.