Solothurn

Die Wengistrasse bekommt ein neues «Gesicht» verpasst

Die Westbahnhofstrasse 1 mit der alten und neuen Fassade.

Die Westbahnhofstrasse 1 mit der alten und neuen Fassade.

Die Liegenschaft an der Westbahnhofstrasse 1 in Solothurn erhält bis Ende Oktober eine Auffrischung. Helle Elemente aus Glasfaser-Zement werden den Westbahnhof zieren.

Es hat seine besten Jahre gesehen – das «Gesicht», mit dem sich das Geschäfts- und Wohnhaus an der Westbahnhofstrasse 1 präsentiert. 1975 wurde das Gebäude mit Waschbeton-Hülle erbaut – und nun steht ein «Facelifting» an. Bis im Oktober wird unter Projektleitung von Petra Novakova von der ssm architekten AG eine Sanierung der Aussenhülle realisiert. Zwei Jahre dauerten die bisherigen Vorbereitungsarbeiten. Bereits heute im Gange ist die Sanierung des bahnhofseitigen Restaurants Hung Phat, die bis Mitte April abgeschlossen sein soll.

Helle Elemente aus Glasfaser-Zement werden bis Oktober das Gebäude beim Westbahnhof Solothurn zieren.

Helle Elemente aus Glasfaser-Zement werden bis Oktober das Gebäude beim Westbahnhof Solothurn zieren.

Die Fassadenrenovation, sowie eine Rundumauffrischung der L-förmigen Passage innerhalb des Gebäudes, das der UBS-Pensionskasse gehört, werden bis Ende Oktober dieses Jahres abgeschlossen sein. Für die Sanierung war gar ein Gang durch die politischen Instanzen nötig: Da die Fassade ab dem ersten Obergeschoss neu rund 40 Zentimeter in den öffentlichen (Luft)raum hinausragen wird, musste der Gemeinderat im vergangenen Frühling eine Nutzungskonzession erteilen.

Nicht nur optisch überholt

Die Notwendigkeit der Sanierung ergab sich aus Gründen der Optik, aber auch der Funktionalität. So handelt es sich um eine energetische Sanierung. Und: «Vor allem westseitig drückt der Regen ins Gebäude», sagt Martin Stebler, Co-Geschäftsleiter des betrauten Architekturbüros und ergänzt, dass seit der Errichtung des Gebäudes vor 43 Jahren keine weitere Fassadensanierung vorgenommen worden sei. Mängel machen sich nach dieser Zeit auch an den Fenstern bemerkbar.

Die neue Hülle soll die bestehende Optik, die architektonisch dem so genannten Brutalismus der 1970er-Jahre zugeordnet wird, in eine angepasste Gestalt überführen. «Das Erscheinungsbild bleibt ähnlich, wird aber neu interpretiert», beschreibt Projektleiterin Petra Novakova. So wurden Fassadenelemente aus Glasfaser-Zement konzipiert, die in sehr dünner Bauweise geschaffen sein können. Die Weichheit, die dem Gebäude bereits heute durch die abgerundeten Kanten und Ecken innewohnt, soll dabei ebenfalls neu interpretiert werden.

Mieterschonende Sanierung

Die Mieterschaft setzt sich neben dem Restaurant aus mehreren Firmen wie der Bank Cler AG, Denner, der Gruppenpraxis Westbahnhof, Pallas Kliniken, der Fussorthopädie Mühlematter und sechs Parteien in Wohnmiete zusammen. Ganz in ihrem Sinne wird der Eingriff «minimalinvasiv» realisiert werden. So soll der Grossteil der Arbeiten von aussen her erfolgen. Nach der Einrüstung wird die bestehende Fassade abgedichtet, dann werden von aussen die Fenster montiert. Daraufhin folgen die Dämmung und Verkleidung der Gebäudefassade.

Von innen werden abschliessend die bestehenden, alten Fensterflügel demontiert und die Fensterbereiche neu verkleidet. «Wir haben ein mieterschonendes Sanierungskonzept gewählt», sagt dazu Stebler. Darüber hinaus wird im Erdgeschoss die Fassade in der gleichen Aufmachung wie bei der Bank Cler daherkommen.

Ein Stadtteil im Umbruch

So hat – und wird – die bahnseitige, mehrheitlich im den Siebzigern erbaute Häuserzeile entlang der Wengistrasse nach und nach eine Aufwertung erfahren. Nachdem im vergangenen November an derselben Strasse die Migros ihre Filiale neu eröffnen konnte (Wengistrasse 13), erfolgt nun auch der Einbau von Wohnungen im Gebäude an der Wengistrasse 17. Und die Stadt Solothurn sieht ebenso Handlungsbedarf. Nachdem in der Achse ab Dornacherplatz und Rossmarktplatz nun auch die Umgestaltung der Berntorstrasse ansteht, ist im Finanzplan auch die Umgestaltung des Postplatzes festgehalten.

In Bearbeitung ist zudem ein Studienauftrag zur Umgestaltung der Wengistrasse, für den laut Leiterin des Stadtbauamtes Andrea Lenggenhager im Herbst erste Resultate zu erwarten seien. Die Idee wäre dabei, den Hauptverkehrsstrom von der Wengistrasse auf die Poststrasse zu verlagern. Weiter gilt das Areal um den Westbahnhof als eines der drei prioritären Entwicklungsgebiete im räumlichen Leitbild der laufenden Ortsplanungsrevision von Solothurn.

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