Es sei Ware, die nicht ab Stange kommt, ab und zu auch kleine Fehler haben darf und wegen ihrer Zweckbestimmung zur hiesigen Einstellung passt. Denn: «Wir sind ein typisches IKRK-Land» – so formuliert es Marianne Flückiger. Will heissen: Beim Einkaufen gleichzeitig einem wohltätigen Gedanken nachleben. «Was hier geboten wird, ist ein idyllischer Blick auf das Handwerk, soll aber keine Konkurrenz zu derselben sein.» Hier, das ist im Konzertsaal, wo nach gestern auch heute von 13 bis 20 Uhr die HeimArt stattfindet. Diese weihnächtliche Verkaufsausstellung findet zum achten Mal statt, heuer unter Federführung von 15 Institutionen.

Flückiger arbeitet als Agogin in der Tagesstätte von Lilith in Oberbuchsiten, einer Institution, die Frauen mit psychischer Beeinträchtigung betreut und ebenfalls zur gewachsenen HeimArt-Gemeinschaft zählt. Sie präsentiert bunte Taschen aus Blache, kleine Lampengirlanden in Blumenform und andere Produkte, die von den Bewohnerinnen von Lilith gefertigt wurden.

Miteinander statt Einzelkämpfer

Bereits nach einer knappen Stunde zufrieden zeigen sich die Vertreter am Stand der Rodania. Stolz präsentiert Werkstattleiter Daniel Vessaz einen Weihnachtsbaum aus Blech und dokumentiert auf einem Handybild, wie das Kunstwerk durch einen Bewohner in der Werkstatt gefertigt wurde. «Die Produktepalette richtet sich nach den Fertigkeiten der Klienten», sagt Eric Schild, Co-Leiter der Tagesstätte. Die Herausforderung sei, Ware herzustellen, die nachgefragt werde. «Im Zentrum steht aber die Wertschätzung für jene, die die Produkte herstellen. Dies schafft Stolz, Selbstwert und auch Normalisierung.» Und das Miteinander der beteiligten Institutionen wird gestärkt, was nicht zuletzt der neue Verkaufsladen am Stalden beweist. «Früher gab es oft nur Einzelkämpfertum», findet Schild.

Auch was für den Gewürzschrank ist im Angebot: Das Wohnheim Kontiki präsentiert unter anderem Kräutersalze. Wie Institutionsgärtnerin Danièle Kuhn erläutert, werde die Gartenthematik in der Arbeit mit den Bewohnern künftig vermehrt gefördert. «Wir möchten auch selbst Kräuter anpflanzen.» Einen Naturbezug stellt auch der «Buechehof» unter Beweis. Sirup, Konfitüre, Essig und andere Naturalien stammen aus einer Hand. Die sozialtherapeutische Einrichtung in Lostorf ist auf landwirtschaftliche Produktion ausgelegt – Vieh- und Milchwirtschaft inklusive. «Die Bewohner erfahren das Produkt vom Sämlein bis zum fertigen Salat und vom Mist bis zum Humus», sagt «Buechehof»-Heimleiter Andreas Schmid.

Zahlreiche Besucher tauchten bereits am Mittwoch in die weihnächtliche Atmosphäre ein. So Therese Pfander aus Schüpfen, die mit ihrer Kollegin Katharina König aus Schalunen angereist ist. Sie kommt kaum an einem Stand ohne Einkauf für die Geschenkeliste vorbei. Und das hat seinen Grund: «Die Ware ist schön, dient einem guten Zweck und ist von A bis Z sinnvoll.»