Die 53. Solothurner Filmtage, die vom 25. Januar bis zum 1. Februar 2018 dauern, zeigen 159 Kurz- und Langfilme, darunter 38 Premieren. Zu sehen ist das Schweizer Filmschaffen des letzten Jahres.

Sieben Dokumentar- und zwei Spielfilme des Programmes sind für den mit 60'000 Franken dotierten «Prix de Soleure» nominiert. Darunter ist der Eröffnungsfilm «À l’école des Philosophes» von Fernand Melgar. Er zeigt Beobachtungen in einer Tagesschule für behinderte Kinder. Anja Kofmels Doku-Animation «Chris the Swiss», der Dok-Film «Die Vierte Gewalt» und Dieter Fahrers Reflexionen über die Schweizer Medien im Zeitalter von Facebook werden ebenfalls mit Spannung erwartet.

Luc Schaedlers «A Long Way Home», «Das Leben vor dem Tod» von Gregor Frei und Kaleo La Belles Patchwork-Familienstudie «Fell in Love with a Girl» sind ebenfalls nominiert. Zudem Karim Sayads Erstling «Des moutons et des hommes» und zwei Spielfilme mit brisanten Themen: Christine Repond erzählt in «Vakuum», wie eine langjährige Ehe von einer HIV-Diagnose erschüttert wird, während Marcel Gisler in «Mario» das Dilemma eines ehrgeizigen jungen Fussballers schildert, der sich in einen Mitspieler verliebt.

Den Entscheid über den «Prix de Soleure» trifft wie immer eine dreiköpfige Jury. Dieses Mal gehören ihr die Schriftstellerin Pascale Kramer, die Polit-Aktivistin Flavia Kleiner und der Regisseur Xavier Koller an.

In den Wettbewerb um den «Prix du public» gehen Wilfried Meichtry mit der Doku-Fiktion «Bis ans Ende der Träume», ein Paarporträt der Reiseschriftstellerin Katharina von Arx und des Fotografen Freddy Drilhon, die doppelbödige Komödie «Boomerang» von Nicole Borgeat und das Roadmovie «Cercando Camille» von Bindu de Stoppani ins Rennen. Ebenfalls Oliver Paulus und Stefan Hillebrand mit ihrer Arbeitswelt-Komödie «Level up Your Life» und Thomas Hämmerli in seinem Essay «Die Gentrifizierung bin ich – Beichte eines Finsterlings».

Feinere Töne schlagen Silvio Soldini in seinem Frauenporträt «Emma – Il colore nascosto delle cose» und der Newcomer Jonathan Jäggi in seiner Zürcher Szene- und Jungmännerstudie «Tranquillo» an. In der Mongolei spielt Batbayar Chogsoms Erstling «Out of Paradise». Entdeckungsreisen durch die Sinne präsentieren Bernhard Weber mit «Der Klang der Stimme» und Manuel von Stürler mit «La fureur de voir», während Enrique Ros in «Rudolf Häsler – Odisea de una vida» die bewegte Lebensgeschichte des in Balsthal aufgewachsenen Künstlers nachzeichnet.

Das Programm «Rencontre» ist dieses Jahr Christoph Schaub gewidmet, der in den 80er-Jahren als politischer Rebell begann und sich zu einem feinsinnigen Dokumentar- und Architekturfilmemacher entwickelte. 13 seiner Filme aus allen Schaffensjahren und allen Gattungen, sowie der von ihm selbst gewünschte Dok-Film «Kathedralen der Kultur 3DE» sind zu sehen. Schaub stellt sich zudem an zwei Terminen zum Gespräch.

Für die Grossen und die Kleinen

«Hauptsache Drehbuch» heisst das Schwerpunktdiskussionsthema an den diesjährigen Filmtagen. Dazu finden Gespräche mit Drehbuchautoren, Labs, Workshops und Diskussionen mit Filmschaffenden und Filmwissenschaftlern statt.

Mit «Di chli Häx» und «Papa Moll» sind an den 53. Solothurner Filmtagen zwei aufwendige neue Familienfilme zu sehen. Zudem widmet sich ein Panel der Frage, ob es auch andere Erfolgsformeln für Kinderfilme gibt als die Adaption von Buch-Klassikern. Während sich die Grossen derlei Fragen widmen, sind die Kleinen im neuen Filmtage-Kinderhort gut aufgehoben.

In Zusammenarbeit mit der Kita Glungge bieten die Solothurner Filmtage erstmals einen Hort für Kinder von 3 bis 12 Jahren an. Er befindet sich im zweiten Stock der Jugendherberge (Rötisaal) und ist von Freitag, 26. Januar, bis Sonntag, 28. Januar, jeweils von 9 bis 19.30 Uhr geöffnet.