Solothurn

Die Umgestaltung des Postplatzes bringt das ganze Quartier in Bewegung

Der Postplatz in Solothurn erfährt bis im Sommer 2021 eine Umgestaltung. Dies gilt auch für die Strassenzüge ringsum. Ein Konzept zu den Massnahmen bis 2027 geht auch von einem neuen Parkhaus beim Westbahnhof aus. Noch ist es aber wenig konkret.

Im August 2021 soll der Postplatz in neuem Gewand wieder eröffnet werden: Keine Parkplätze mehr, dafür eine Verweilplattform mit 12 Bäumen sind die Hauptmerkmale. Weiter bleiben soll die Bushaltestelle, und im zu sprechenden Kredit von 2,185 Mio. Franken wäre sogar ein Aaresteg bis unter die Eisenbahnbrücke enthalten – ob er gleichzeitig oder mit der vorgesehenen Sanierung der SBB-Eisenbahnbrücke ab 2025 (?) gebaut wird, ist ein Diskussionspunkt.

Wohl kaum aber der Kredit an sich, da bereits 1,5 Mio. Franken des Vorhabens vorfinanziert sind. Noch mehr zu reden geben dürfte jedoch das im gleichen Zug präsentierte Betriebs- und Gestaltungskonzept für das ganze Quartier rund um den Postplatz. Konkret geht es neben dem Platz um die Post-, Wengi-, Westring-, Lagerhaus-, Schanzen- und Westbahnhofstrasse ‑ die Umgestaltung, Verkehrsführung und -regime sowie die Parkierung werden thematisiert.

Seit 12 Jahren schon hängig

Während in der Vorstadt die flankierenden Massnahmen zur Schliessung der Wengibrücke, die 2008 erfolgte, abgeschlossen sind, wurde nördlich davon baulich noch gar nicht reagiert. Einzig die Verkehrsführung wurde im ansonsten unveränderten Strassenraum neu organisiert. 2016 wurde ein Studienauftrag zur Umgestaltung des Postplatzes in Auftrag gegeben, 2018 einer zusammen mit den SBB Immobilien für das Gebiet Westbahnhof.

Das ab letztem Jahr aufgegleiste Betriebs- und Gestaltungsprojekt soll nun politisch die Weichen stellen zur Neuorganisation des gesamten Raumes zwischen dem Postplatz, Amthausplatz und Westbahnhof. So will man die Durchlässigkeit für den Veloverkehr verbessern, dann die Wengistrasse als fussgängerfreundliche Flanierzone aufwerten und die ganze Verkehrsführung vor allem auf die zu verlängernde Poststrasse verlegen. Ein grosses Thema ist die Parkierung (vgl. unten) – Ziel wäre es, mit den aufzuhebenden Parkplätzen auf dem Postplatz insgesamt 71 oberirdische Parkplätze insbesondere entlang der Poststrasse aufzuheben. Und noch zu disponieren wären 20 Kurzzeitparkplätze.

Nicht alle Ideen sind gleich gut angekommen

Auf den Strassen, die bis 2008 den gesamten Durchgangsverkehr über die Wengibrücke bewältigten, gilt noch heute Tempo 50. Zusammen mit gestalterischen Mitteln soll aber auch das Tempo-Regime den neuen Gegebenheiten angepasst werden. Neu will man auf der Post- und Westringstrasse Tempo 30 einführen, nur noch Tempo 20 würde in signalisierten Begegnungszonen gelten, die für den Postplatz sowie auch auf der Wengi-, Lagerhaus-, Schanzen- und Westbahnhofstrasse vorgesehen wären.

Nicht gut angekommen ist dagegen die Idee des Planungsbüros, die Wengi-, Schanzen- und Westbahnhofstrasse in die sogenannte Altstadtsperre einzubinden, also Anlieferungen und Zu- wie Durchfahrten ab 11.30 Uhr zu verbieten. Die Gemeinderatskommission folgte den Argumenten der Planungs- und Umweltkommission, dass die Altstadtsperre in diesem Rayon wegen der vielen Privatparkplätze keine Option sei. Beibehalten soll möglichst die heutige Erschliessung für den Busverkehr.

Man gibt sich sieben Jahre Zeit

Nach der Umgestaltung des Postplatzes soll 2022 die Poststrasse verlängert und bis 2023 umgestaltet werden. Weiter sieht der Terminplan 2024 die Umgestaltung der Westringstrasse vor; in den drei Jahren danach bis 2027 sollen die übrigen Strassenzüge folgen.

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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