Heute vor einer Woche stand das Meiste noch bevor, jetzt ist die Fasnacht schon wieder vorbei. So schnell gehts. Eigentlich immer zu schnell, das ist wie Ferien: Je mehr man sich darauf freut, desto schneller ist es dann auch vorüber. Obwohl man bei der Fasnacht ja definitiv nicht von «Ferien» sprechen kann.

Für die aktiven Fasnächtler, die Ferien haben, ist die Woche vom Schmutzigen Donnerstag bis zum Aschermittwoch mehr als streng, und von Relaxen und Nichtstun kann nicht die Rede sein. Und für diejenigen Aktiven, die keine Ferien haben, ebenso. So oder so: diese Woche steckt einem noch Wochen in den Knochen.

Jetzt ist Honolulu also wieder Solothurn und die fünfte Jahreszeit vorüber. Was bleibt? Abgesehen von schwarzblauen Augenringen, einem hartnäckigen Husten, einem Kostüm, das zuhause herumliegt und dringend in die chemische Reinigung müsste (Zum Glück gibt es die beim ehemaligen Solo-Markt noch!) oder Konfetti zwischen den Pflastersteinen in der Altstadt. Was bleibt? Eine Träne im Knopfloch! Wehmut, um nicht zu sagen Schwermut. Eine Melancholie sondergleichen. Eine Traurigkeit ob der Leere, in die man hineinfällt. (Das ist gleich wie als Teenager nach dem ersten Klassenlager …)

Und was bleibt noch?

Die Träne könnte ja auch eine Freudenträne sein, die man verdrückt: zwei wunderschöne Umzüge, fantastische Stimmung in den Gassen Honolulus, schön dekorierte Fasnachtsbeizen, farbenfrohe Bälle, tolle Guggen, witzige Schnitzelbänke und ganz viele unvergessliche Begegnungen. Zufriedenheit macht sich breit. Ein Wohlgefühl sondergleichen. Um nicht zu sagen ein Seelenfrieden ob der Befriedigung der vergangenen Tage (wie beim Pfadilager damals…) Das bleibt.

Und was wird kommen?

Jetzt, nachdem wir mit der Chesslete den Winter vertrieben und mit dem Verbrennen des Böögs die Fasnachtszeit beendet haben? Genau: ein erneuter Wintereinbruch. Und die Fastenzeit dazu. Gräulich, gräulich. Man kanns kaum erwarten, wenn sie wiederkommt, die schöne Zeit. Denn nach der Fasnacht ist bekanntlich vor der Fasnacht. Voilà.