Solothurn

Die traditionelle Vorstädter-Chilbi ist abgesagt – das Chilbi-Bott fand virtuell statt

Vorstadt-Chilbi 2019: Es wurde ausgelassen getanzt.

Vorstadt-Chilbi 2019: Es wurde ausgelassen getanzt.

Am erstmals virtuell stattfindenden Chilbi-Bott gab es für die Bruderschaft Sanctae Margarithae nicht viel zu bereden.

Eine der Fragen am Chilbibott der Bruderschaft Sanctae Margarithae in Solothurns Vorstadt lautet jeweils: Wollen wir im Juli Vorstädterchilbi feiern? Zum ersten Mal in der weit über 550 Jährigen Geschichte der Margrithenbrüder war diese Frage am vergangenen Samstag rein satzungskonform gestellt, denn: Chilbi schon abgesagt, Saure Leber (Generalversammlung am Chilbimontag) abgesagt. Seelenmesse mit anschliessender Wanderung abgesagt, Schwesternchilbi, Reise der St. Margrithenschwestern - alles abgesagt. Nur nicht der Andresenabend vom 27. November. 
 
Aber schön der Reihe nach: Das Chilbibott fand wie geplant am 13. Juni statt, allerdings virtuell. Nachdem die Chilbi mit Bruderschaftsmahl abgesagt war, entfiel auch die sonst übliche, jeweils von Säckelmeister Sacha Bärtschiger  initiierte heftige «Schlacht um das Chilbimenu.» Ein Festprediger musste auch nicht gesucht werden und auch keine Persönlichkeit, die den Toast auf Vaterland am Bruderschaftsmahl hätte ausbringen sollen. 
 
Bei diesem virtuellen Chilbibott, dargeboten vom Vorstand unter Obmann Patrick Schwaller in der ansonst leeren Rothus-Halle, entfielen  schon mal die Wahl von Stimmenzählern und der Chilbimarsch. So konnte denn der im vergangenen Jahr neu gewählte Cancellarius Rolf Jenni sein erstes Protokoll darbringen - er tat es in schönen Worten in flüssige Verse verpackt. Dass er «versehentlich» den Sechseläutenmarsch einspielen liess, provozierte das energische Eingreifen des Weibels Peter Neuenschwander. 
 
Dem Vorschlag des Säckelmeisters, die Jahresbeiträge von 100 Franken für Brüder und 35 für Schwestern zu belassen, wurde von den stellvertretend für die Brüder eingeblendeten Playmobilfiguren nicht widersprochen.  
 
Die Aufnahme von neuen Brüdern und Schwestern, sonst ein zentrales Traktandum des Chilbibott, wurde auf den Andresenabend verschoben. Am Andresentag erinnert die Bruderschaft in Dankbarkeit daran, dass am 30. November 1651 die Vorstadt vor einer gewaltigen Überflutung bewahrt wurde. 
 
Auf Musik mussten der Vorstand im Saal sowie Brüder und Schwestern zu Hause am Bildschirm dennoch nicht verzichten; sie wurde, dargebracht vom Ehrenverein Konkordia, eingeblendet. Für die technische Einrichtung und als Kameramann war André Scheidegger verantwortlich. Und so schloss mit dem Verklingen des Solothurnerliedes ein in seiner Art und Kürze von 15 Minuten und 23 Sekunden nie dagewesenes, aber vergnügliches Chilbibott. 
 

Meistgesehen

Artboard 1