Solothurn
Die Suche nach Wegen für ein «Ja» des Volkes

Schon in der GRK-Sitzung vom 25. November war bekannt geworden, dass der Stadttheater-Umbau 19,7 Mio. Franken kosten würde. Die Zahl wurde bis vor gut einem Monat eisern unter dem Deckel gehalten, bis sie Stadtpräsident Kurt Fluri lüftete.

Wolfgang Wagmann
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Das Stadttheater müsste saniert werden – doch tut man sich mit den Entscheidungen schwer. Hp. bärtschi Das Stadttheater müsste saniert werden – doch tut man sich mit den Entscheidungen schwer. Hp. bärtschi Das Stadttheater müsste saniert werden – doch tut man sich mit den Entscheidungen schwer. Hp. bärtschi

Das Stadttheater müsste saniert werden – doch tut man sich mit den Entscheidungen schwer. Hp. bärtschi Das Stadttheater müsste saniert werden – doch tut man sich mit den Entscheidungen schwer. Hp. bärtschi Das Stadttheater müsste saniert werden – doch tut man sich mit den Entscheidungen schwer. Hp. bärtschi

Solothurner Zeitung

«Erschreckt» hatten sich damals die GRK-Mitglieder gezeigt, umso mehr, als offenbar die früher tieferen Gesamtkosten von 14,25 Mio. unter der alten Leitung des Stadtbauamtes durch die vergessen gegangenen Kosten für die Bühnentechnik (3,5 Mio. Franken) und zu tief angesetzte Honorare wie Planungskosten zustande gekommen war. Dennoch schien nur die 20-Mio.-Variante sinnvoll zu sein, also wurde sie weiterverfolgt.

Das heisst im Klartext: Vollsanierung des Hauses und Einbezug des 2004 gekauften Nachbarhauses Krieg zur Erweiterung des Foyerbereichs. Ebenfalls soll mit dieser Variante die Lichthöhe des Theatersaals um 40 cm erhöht werden. Begründet wurden die hohen Umbaukosten aber auch damit, dass mit dem geringen Unterhaltsbudget von 40000 Franken jährlich über 20 Jahren nur das Nötigste an Reparaturen veranlasst wurde. 1994 wurden 1,1 Mio. Franken für den Einbezug des Administrationsgebäudes investiert, 2006 bis 2008 dann nochmals 560000 Franken in die maroden Elektroinstallationen.

Wer soll das bezahlen?

Der Schock sass tief und es wurden Bedenken laut, wie man einen Kredit in dieser Höhe an einer Urnenabstimmung durchbringen sollte. Auch mahnte Stadtpräsident Kurt Fluri, der Gemeinderat müsse geschlossen hinter dem Projekt stehen, um schon vor der Gemeindeversammlung bestehen zu können. Vor diesem Hintergrund wurde das Stadtpräsidium beauftragt, bis Ende Januar alternative Finanzierungsmöglichkeiten abzuklären. Am 27. Januar wurde die GRK über Gespräche mit einem Bankvertreter orientiert, der sich zu einem möglichen «public private partnership» äusserte. Ein Kauf des Theatergebäudes und die Übernahme des Rohumbaus durch die Bank für rund 13 Mio. waren jedoch zuletzt keine Option, da die geforderte Bruttorendite von 5,8 Prozent nicht zu erzielen gewesen wäre.

Hoffnungsvoller wurde ein möglicher Beitrag des Kantons von 5 Mio. Franken beurteilt, der zumindest von den zuständigen Amtsstellen beim Regierungsrat beantragt worden sei. «Der Entscheid ist zwar noch nicht offiziell gefallen, aber es sieht gut aus», gibt sich Stadtpräsident Kurt Fluri optimistisch. Eine andere Hoffnung, mit «nur» einem 13-Mio.-Kredit vors Volk treten zu können, hat sich inzwischen aber zerschlagen: «Die Baloise Bank Soba hat abgesagt und möchte sich nur im bisherigen Rahmen als Hauptsponsor des Stadttheaters engagieren», muss Fluri den Versuch, einen Umbau-Beitrag von rund 2 Mio. bei der Bank zu «holen» als gescheitert erklären. Vor diesem Hintergrund will sich Fluri keineswegs der Diskussion um Alternativen verweigern: Wenn die Standortfrage nochmals gestellt wird, «wäre jetzt der richtige Moment. Wir werden sehen, ob jemand das Thema aufnimmt.»

Damit abgestimmt werden kann

Obwohl die Fünf-Millionen-Zusage des Kantons noch fehlte, hatten sich am 28. April in der dritten GRK-Runde zum Thema die Mienen deutlich aufgehellt: Mit der Rechnung 2010 war ein 11-Millionen-Ertragsüberschuss «eingetrudelt», von dem nochmals 2,5 Mio. in die neu 9,6 Mio. Franken aufweisende Vorfinanzierung des Theater-Umbaus fliessen sollen. Bis jetzt wurden seit 2002 allerdings Kredite von 2 Mio. Franken für die Stadttheater-Sanierung gesprochen. Nach den Ausgaben für den Wettbewerb und Vorprojektierungen steht offenbar noch ein Restkredit von 420000 Franken zur Verfügung – 380000 Franken zu wenig, um das genaue Umbauprojekt in den kommenden sechseinhalb Monaten auszuarbeiten und termingerecht anfangs 2012 dem Volk an der Urne zu unterbreiten.

Genau das aber wäre das Ziel, um den Baustart 2013 zu ermöglichen. Deshalb müsste der Gemeinderat am Dienstag die 380000 Franken als Nachtragskredit sprechen und würde damit einen Grundsatzentscheid fällen. Mit dem Beginn der Spielzeit 2015/16 könnte das Theater wieder bezogen werden – dazwischen müsste der Betrieb allerdings für zwei Saisons ausgelagert werden. «Einen Standort dafür haben wir noch nicht, es sind mehrere in Prüfung», kann dazu Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt, lediglich mitteilen.

Auch die Kosten dafür – sie kämen zu den 20 Millionen hinzu – liessen sich deshalb noch nicht beziffern. In einer früheren Debatte war einmal von einer Saison mit einer Kostenfolge von einer bis eineinhalb Mio. Franken die Rede gewesen.