«Wir wollen ein Konversationsstück schreiben», liest Viktor Giacobbo aus dem vorliegenden Protokoll vor. «Eines ohne Bühnenbild, ohne Requisiten, aber mit einem Spannungsbogen.» Es sollte halt etwas mit Inhalt und Intelligenz sein, sind sich auch Patrick Frei und Mike Müller einig. Nur: Mit welchem Thema lässt sich ein Publikum stilvoll und abendfüllend unterhalten?

Die drei wollen an den Erfolg ihres ersten gemeinsamen Bühnenprogramms «Sickmen» anknüpfen. Doch: «Erfolg nützt nichts, wenn wir kein Stück haben», bringt es Mike auf den Punkt.

Die drei haben auch zwei Wochen vor der Premiere immer noch nichts Bühnenreifes auf die Reihe gebracht. Patrick will erst einmal an der «methodischen Struktur» arbeiten. Der Inhalt ergebe sich dann schon von alleine. Das ist leicht übertrieben: Die drei brüten Tag für Tag eher unmotiviert über ein rettendes Thema.

Theorien über Autofahrer

Brisante Inhalte gibt es eigentlich mehr als genug. Zum Beispiel, ob die Herkunft ganz allgemein etwas mit dem Humor zu tun hat, oder was das erste Auto über einen Menschen aussagt. Laut Patricks Theorie der «Mythologien der Autofahrer» würde Victor als Saab-Fahrer niemals einen Maserati kaufen. Die Idee scheitert kläglich. Ebenso das Thema Tampon (erinnere zu fest an die Acapickels), Erfolg, Träume oder Mutter.

Letzteres beschäftigt Patrick, Mike und Victor insbesondere - nicht nur im positiven Sinne. Mikes Mutter gibt bei der Sendung «Giacobbo/Müller» immer Regieranweisungen, die Mutter von Patrick hat ihn als Kind mit Schüssen aus dem Luftgewehr geweckt und Viktors Mama reagiert auf alles, was ihr Sohn angeht mit demselben Satz: «Gut, es ist mal was anderes.»

Programm für Jung und Alt

Patrick, Mike und Viktor kommen nicht darum herum, den Pressetext zu schreiben, ohne überhaupt eine Ahnung vom Inhalt des Stücks zu haben. So wird das Programm kurzerhand als kurzweiliges, aber doch abendfüllendes Programm für Jung und Alt beschrieben. Halt ein bisschen «wischi waschi», wie Mike feststellt.

Absage ist unausweichlich

Bald gibt es nur noch ein Thema, das die Männer beschäftigt: Krise. Allen ist mittlerweile klar, dass sie kein Programm auf die Bühne stellen können. Doch der Vorverkauf von «Knusperland» - so das Ergebnis der spontanen Namensgebung - läuft, und eine Absage würde die Ehre von Patrick, Mike und Viktor verletzten.

Daher wird die Absage kurzerhand als abendfüllendes Programm inszeniert - und stösst beim imaginären Publikum auf Begeisterung.

So auch das Konversationsstück «Erfolg als Chance». Das Publikum in der Kulturfabrik Kofmehl fand es «witzig» und «kurzweilig» und belohnte die Schauspieler immer wieder mit Szenenapplaus.