«Die Fasnacht beginnt für uns schon lange um Voraus an den Planungssitzungen mit der der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft UN0. Dann geht es um die Einteilung der Leute im Dienstplan», erläutert Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei, zum Thema Fasnacht. Grundsätzlich sind alle Korpsangehörigen, ob Mann oder Frau, über die närrische Zeit im Einsatz – insgesamt zählt die Stadtpolizei inklusive Kommandant und Sekretärin 35 Angestellte.

Ein Brennpunkt des Polizeieinsatzes sind die Umzüge am Sonntag und Dienstag, nebst den weiteren grösseren Anlässen wie der (Kinder-)Chesslete oder dem Nachwuchsumzug. «Am grossen Umzug unterhalten wir entlang der Umzugsroute 15 Posten», erklärt Peter Fedeli. Unterstützt wird die Stadtpolizei durch drei Securitas-Angehörige in der Vorstadt, was das Freimachen von Personal-Ressourcen an den übrigen Fasnachtstagen erlaubt. Wàhrend die Stadtpolizistinnen und -polizisten geduldig eine Schwetti Konfetti nach der andern über sich rieseln lassen, geht es für Vizekommandant Heinz Lüdi nur um eines: «Wir müssen die Sicherheit gewährleisten.»

Denn während der Umzüge ist die Innenstadt quasi «von der Umwelt abgeschnitten», wobei die Polizei eine spezielle Notfallachse für Einsätze der Feuerwehr oder Ambulanz in der Rückhand hat. Und natürlich geht es auch um die Sicherheit am Umzug selbst. «So achten unsere Leute darauf, dass keine Kinder unter die Wagen geraten», betont Lüdi. Um die Prävention von Zwischenfällen geht es dagegen in den Nachteinsätzen, welche die Stadtpolizei allein bewältigt. «Das fängt schon am Mittwoch vor der Chesslete an», so Peter Fedeli. Weitere «Hotspots» sind dann die Strassenfasnacht am Samstag und der Fasnachtsdienstag. Wobei für Fedeli wie Lüdi die Aktiv-Fasnächtler keine Problemgruppe sind: «Bei den Zünften und Guggen funktioniert die soziale Kontrolle gut.»

Fasnacht ist nicht gleich Krach

Ein nächstes weites Feld für die Stadtpolizei sind die Aussenstände, die auf die Fasnacht hin wie Pilze aus dem Boden schiessen. «Die Gastro-Betriebe dürfen dafür jeweils ihre Aussenflächen benutzen», zeigt Heinz Lüdi die gängige Bewilligungspraxis auf. Probleme verursachten zuletzt Standbetreiber, die über Verstärkeranlagen derart lauten Sound von sich gaben, dass die Guggenklänge darin glatt untergingen. «Das haben wir jetzt untersagt», bestätigt Peter Fedeli.

Doch auch die «Krachmacher» in der Fasnachts-Aktivitas selbst möchte man nicht zuletzt auf Betreiben der UNO kürzer halten: Manche Umzugswagen sind zu rollenden Discos mit Dezibel-Höchstwerten der unangenehmen Sorte verkommen. «Es kann doch nicht sein, dass Kinder nur noch mit Ohrenschonern den Umzug verfolgen können. Unsere Leute im Einsatz tragen sowieso Ohrenpfropfen», räumt Heinz Lüdi ein. Ein Problem, dass man allerdings nicht einfach mit Sanktionen «abstellen» könne – man setze deshalb auf den Dialog insbesondere auch mit der UNO, die an zu lauten Wagen ebenfalls kein Interesse hat.

Schnee wäre ein Spielverderber

«Nur ja keinen Schnee!» Das ist jeweils vor der Fasnacht das Stossgebet von Werkhofchef Patrick Schärer. Schnee, das heisst Sondereinsatz. Um die Umzugsroute einwandfrei hinzubekommen. Kein Eis, kein Schnee, damit die x-tonnenschweren Ungetüme der Wagenbauzünfte gefahrlos über die Runde kommen. «Und natürlich müssen auch die Schneewalmen links und rechts der Route im Publikumsbereich weg», zeigt Schärer die Dimensionen auf, die das Unternehmen Fasnacht für ihn und sein Team annehmen kann.

«Besonders schwierig wird es, wenn Schneematsch und Konfetti eine einzige zusammengefrorene Masse ergeben. Dann müssen wir das Ganze in Haufen hinter der Reithalle zwischenlagern, bis es aufgetaut ist.» In den neun Jahren als Chef Werkhof habe es einmal kurz vor den Umzügen so heftig geschneit, dass alle gefordert waren. «Deshalb fuhren wir mit dem Schneepflug vor dem Umzug voran.» So quasi als erster Umzugswagen.

Konfetti und Sonstiges

Ein anderer «Niederschlag» während der Fasnacht ist planbarer: der Konfetti-Regen. Hauptsächlich setzt dieser jeweils an den grossen Umzügen ein und dauert bis in die Abendstunden an. «Der Montagmorgen und Aschermittwochmorgen sind neben dem frühen Sonntag nach der Gassenfasnacht vom Samstag die Haupteinsatztage», so Patrick Schärer. 25 bis 30 Tonnen Müll kämen da schon zusammen. «Was anfällt, wird separat deponiert, bevor es in die Kebag kommt.»

In den Spitzenzeiten sind jeweils 15 Angestellte des Werkhofs unterwegs. «Neu haben wir aber angefangen, die Vorstadt schon am Sonntag und Dienstag jeweils gleich nach den Umzügen zu putzen. Das hat sich sehr bewährt», verweist der Werkhof-Chef auf die Behinderungen durch den Alltagsverkehr an den Folgetagen der Umzüge. Die grosse Unbekannte sei dagegen noch der Fasnachtsfreitag: Seit Jahren versucht man diesen Abend zu beleben, aber ein richtiges «Erdbeben» wie in der Samstagsnacht hat es noch nie gegeben.

Hauptsache Toiletten

Zur fasnächtlichen «Grundversorgung» in Honolulu gehört die Existenz von stillen Örtchen, auch wenn sie mitten im Trubel stehen. «Wir installieren WC-Anlagen auf dem Amtshauspatz – vor allem für die Umzugsteilnehmer – dann am Dornacherplatz, Friedhofplatz, am Landhausquai, in der Hauptgasse neben dem Gerechtigkeitsbrunnen und vorne unterhalb von St. Ursen gegenüber der Kronenstutz-Post.»

Auch wenn die Fasnacht eine strenge Zeit für die Werkhoftruppe ist, ein bisschen Spass gehört dazu. Patrick Schärer: «Wenn unsere Leute beim Putzen frühmorgens unterwegs sind, kommt es oft zu lustigen Szenen.» Tradition hat auch die Mehlsuppe, die das Restaurant zum Alten Stephan jeweils am Schmutzigen Donnerstag der Werkhof-Equipe zum Znüni liefert.

Die Fasnacht ist ein Posten im Werkhof-Budget, also eine Dienstleistung an die Fasnacht. Deren Ende schon öfter auch am Aschermittwoch besungen – immer der Werkhof einläutet: Wenn am Mittwochmorgen früh die ersten Putzmaschinen mit ihren orange blinkenden Warnleuchten gierig die Konfetti-Verwerfungen in den Gassen aufsaugen, dann hat auch der letzte Narr begriffen, was es geschlagen hat.