Solothurn
«Die städtische BDP gibts seit heute, und es wird sie noch lange geben»

Die politische Landschaft der Stadt Solothurn ist um eine Partei reicher. Am Dienstagabend wurde die Ortspartei der BDP gegründet. Ein erklärtes Ziel ist der Einzug in den Gemeinderat.

Andreas Kaufmann
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Gründungsversammlung BDP Stadt Solothurn

Gründungsversammlung BDP Stadt Solothurn

Andreas Kaufmann

Pionierstimmung im Restaurant Wirthen: Am Dienstagabend wurde dort die Ortspartei der BDP ins Leben gerufen, oder: « ist gekommen, um zu bleiben», wie der frischbackene Präsident Chris van den Broeke den Anwesenden verkündete. Er bildet zusammen mit Niklaus Fischer (Vizepräsident), Reto Bolliger (Aktuar) und Sabrina Stuber (Beisitzerin) den Vorstand der jungen Partei.

Nachgefragt: «Wir rechnen mit Leuten, die sich neu einbringen wollen»

Warum braucht es eine städtische BDP, Chris van den Broeke?
Wir sind Mitglieder, die Gefallen an der BDP und ihrem Parteiprogramm gefunden haben. Und wenn wir politisch aktiv werden wollen, brauchts dazu auch eine Ortspartei. Ausserdem wollen wir ein Gegengewicht schaffen zu allzu starken Tendenzen nach rechts.

Rechnen Sie also mit Abwanderungen aus anderen Parteien?
Ich glaube nicht. Wir rechnen eher mit Menschen, die sich neu in der Politik einbringen möchten, solche, die mit anderen Parteien vielleicht weniger was anfangen können. Aber natürlich würden uns auch Neuzugänge aus anderen Parteien freuen.

Wer wird der erste BDPler im Gemeinderat sein?
Es ist mitunter ein angepeiltes Ziel von mir selbst. Aber auch Sabrina Stuber zieht es in Betracht.

Mit welcher anderen Stadtpartei möchten Sie am liebsten anbändeln?
Ich habe selbst intensive CVP-Kontakte. Und da die Nähe auch auf kantonaler Ebene besteht, könnte ich mir das auch im Gemeinderat gut vorstellen.

Welche Stadtthemen stechen einem BDPler am ehesten ins Auge?
Einige unserer Schwerpunkte sind die Wasserstadt, die Ausgangskultur, die städtischen Finanzen und die Fusionsbestrebungen «Solothurn Top 5».

Die Versammlungsleitung des gestrigen Gründungsakts übernahm Hans Grunder, der vor sechs Jahren auch Mitbegründer der BDP Schweiz und bis vor zwei Jahren auch deren Parteipräsident war. «Ich bin froh und es lässt mein Herz höher schlagen», befand er: «Erst recht, da ich lauter junge Leute sehe.» Grunder ermutigte die Kollegen von der Ortspartei, weiter junge Menschen zu motivieren. Ausserdem verwies er grundsätzlich auf das Potenzial neuer Mitgliedschaften: «Nur fünf Prozent der Bevölkerung ist einer Partei angegliedert. Um den Rest muss man buhlen.»

Initiative von unten her

Auch BDP-Kantonalpräsident Markus Dietschi überbrachte die besten Wünsche an die städtische BDP: «Es gibt sie seit heute und es wird sie noch lange geben», befand er. Seine Zuversicht ist nicht ohne Grund: «Es ist immer der richtige Weg, wenn sich eine Ortspartei aus sich heraus formiert und, statt dass dies von ‹oben› angeregt wird.» Tatsächlich hat Chris van den Broeke zusammen mit Niklaus Fischer, Reto Bollgier und Sabrina Stuber auf diese «Geburt» hingearbeitet. Nächstes grosses Ziel der Partei: der Einzug in den Gemeinderat.