Heso-Sonderschau 2020

Die Stadt Solothurn ist nun mit 29 dreidimensionalen Wappen versehen

«Solothurn zeigt Flagge!», so das Motto der HESO-Sonderschau 2020.

«Solothurn zeigt Flagge!», so das Motto der HESO-Sonderschau 2020.

Die HESO-Sonderschau ist eröffnet. Sie trotzt dank ihrem aussergewöhnlichen Konzept der Corona-Krise, sorgt für Aufmerksamkeit und bietet dem regionalen Gewerbe in schwierigen Zeiten eine Plattform.

Man kommt nicht um sie herum: Die dreidimensionalen Wappen, die jetzt überall in der Stadt anzutreffen sind. Jede Box repräsentiert ein regionales Unternehmen oder eine Kulturinstitution. Die Solothurner Spitäler AG grüsst den Passanten auf dem Dornacherplatz, die Kebag zeigt Präsenz auf dem Friedhofplatz, das Kunstmuseum trifft man auf dem Marktplatz an. Die regionalen Player beim Gang durch die Stadt übersehen? Beinahe unmöglich.

«Wir setzen ein wundervolles Zeichen», wandte sich HESO-Präsident Urs Unterlerchner bei der Eröffnung der Sonderschau am Freitag an die Aussteller. Ein wichtiges Zeichen in schwierigen Zeiten, führte Unterlerchner weiter aus. Man stecke den Kopf nicht einfach in den Sand. Sondern: «Wir zeigen, wir sind da. Wir zeigen Flagge.»

29 dreidimensionale Wappen verteilt über die ganze Stadt

«Solothurn zeigt Flagge», heisst das Motto der speziellsten Sonderschau in der Geschichte der HESO, an der sich 19 regionale Unternehmen und 7 Kulturinstitutionen beteiligen. Denn vieles ist anders als gewohnt. Weder findet man die Sonderschau in einem Zelt, noch findet sie gleichzeitig mit der HESO statt. Stattdessen dauert sie beinahe einen Monat, von gestern Freitag bis am 15. November und die Ausstellung ist verteilt über die ganze Stadt.

27 kleine Boxen und zwei grosse hat das Team um Projektleiter Andreas Gasche in der ganzen Stadt aufgestellt. Man wagt damit in der Not etwas Neues. Etwas Neues, das ohne das Entgegenkommen und die Unterstützung durch die Stadt und den Kanton nicht möglich gewesen wäre. Man habe gedacht, man stosse mit der Idee bei den Behörden auf Widerstände, führte Gasche aus. Doch: «Wir mussten nicht einmal Überzeugungsarbeit leisten.» Behörden hätten den Ruf, unflexibel und nicht spontan zu sein, sagte Unterlerchner in seiner Rede. «Bei der Stadt Solothurn haben wir jetzt das Gegenteil erlebt.»

Coronakrise zwingt Organisatoren zu spontanen Planänderung

Wie spontan und kurzfristig die Idee der speziellen Sonderschau umgesetzt wurde, zeigt der Fakt, dass das letzte Wappen erst am vergangenen Donnerstag fertig wurde. Denn eigentlich war eine ganz andere, eine viel gewöhnlichere Sonderschau geplant, für die im Herbst 2019 die ersten Pläne geschmiedet wurden und dessen Konzept bereits fixfertig in der Schublade des Atelier Herzog lag, als die Coronakrise hereinbrach. Als deren Geschäftsleiterin Liliane Herzog realisierte, dass die Sonderschau in Gefahr ist, hatte sie zuerst schlaflose Nächte, bevor sie mit den Wappen in der Stadt die zündende Idee hatte. Eine Idee, von der sie alle überzeugen konnte und die seit gestern Freitag nicht mehr nur eine Vision, sondern eine Tatsache ist.

Das Wetter lud am Eröffnungstag zwar nicht wirklich zum Verweilen vor den einzelnen Wappen an, ermöglichte aber zumindest Andreas Gasche einen passenden Vergleich: «Schon dass es regnet, zeigt, wie traurig wir Solothurnerinnen und Solothurner sind, dass es keine HESO 2020 gibt. Morgen scheint aber wieder die Sonne und die Sonderschau erstrahlt im besten Licht.» Danach wandte sich der Projektleiter direkt an die Ausstellerinnen und Aussteller: «Ohne euch wäre die Stadt jetzt leer. Und sehe immer noch gleich aus wie gestern und vorgestern.»

Die Stadt ist jetzt nicht nur voller Wappen, sondern auch angereichert mit Wissen. Denn auf jeder Box ist Informatives über das jeweilige Unternehmen zu finden. Dabei ist passend zu 2000 Jahre Solothurn der Fokus auf die Geschichte gelegt. So erfährt man etwa auf der Box der Suteria, dass die erste Solothurner Torte 1915 von Konditormeister Albert Studer kreiert wurde. Oder dass die Carrosserie Hess AG ihre Anfänge 1882 in Solothurn an der Bielstrasse hatte. Damals noch als Wagnerei und Schmiede. Der Gang durch die Stadt lohnt sich insbesondere für Jugendliche, die sich in ihrer Berufswahl noch unsicher sind. Auf den dreidimensionalen Wappen erfährt man auch, welcher Betrieb welche Ausbildungsplätze anbietet.

Wie die speziellste Sonderschau in der Geschichte der HESO beim Publikum ankommt, wird man in den nächsten Wochen erfahren. Aufgefallen sind sie auf jeden Fall bereits und ein Thema in der Stadt. Gut, wie könnte man die Wappen auch übersehen.

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