«Es ist vielleicht nicht gerade ein historischer Moment, aber doch ein Punkt, den wir in der Stadtgeschichte noch nie erreicht haben», eröffnete Stadtpräsident Kurt Fluri im gut besetzten Landhaussaal die Gemeindeversammlung. Zwar wurde die 200-er Grenze gerade nicht mehr geknackt, trotzdem zeigte sich Fluri sehr erfreut über das Interesse. Nochmals skizzierte er kurz die Geschichte des bisherigen Vorgehens, seit Klaus Koschmann im Sommer 2008 eine entsprechende Motion für Fusionsabklärungen eingereicht hatte.

Klar zeigte der Stadtpräsident vor allem die raumplanerischen Vorteile auf, mithin die Abkehr von der Politik, «bei der jede Gemeinde versucht einen grossen Fisch ans Land zu ziehen.» Auch gehe es im Fusionsvorvertrag noch keineswegs um die offenen Fragen wie «Stadtpolizei oder nicht?», um den Steuerfuss oder auch die künftige Gemeindeordnung.

Rückweisungsantrag abgeblitzt

Reinhard Hänggi von der SVP störte genau diese offenen Fragen, und er verlangte deshalb Rückweisung des Vertrags und eine «konkretere Ausarbeitung» desselben. Wie schon im Gemeinderat die SVP verlangte Hänggi die vorzeitige Festlegung eines Steuerfusses – diesmal waren es 115 statt 110 Prozentpunkte. In einer kurzen Replik wandte sich Kurt Fluri auch pointiert gegen Hänggis Vorwurf, der Steuerfuss könne einst 140 Prozentpunkte betragen. «Soviel können wir gar nicht machen, dass wir das brauchen.» Eintreten wurde mit nur 11 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen beschlossen, Hänggis Antrag blieb mit 15 Stimmen und einer Enthaltung auf der Strecke.

Auch nur mit Luterbach?

Noch gab es einen Haken: Urs Keller stellte den Antrag, dass der Fusionsvorvertrag nur in Kraft trete, wenn auch Zuchwil oder Biberist zustimmen würden. Beispielsweise allein mit Luterbach, das keine gemeinsame Grenze zur Stadt habe, Fusionsgespräche zu führen, mache keinen Sinn. Dem widersprach der Stadtpräsident angesichts des riesigen Borregard-Areals und seinem festen Willen: «Wir wollen niemanden zum vorne herein ausschliessen. Auch kann ja noch der Projektrat den Ausstieg beschliessen.» Auch Kellers Antrag erntete nur 20 Ja-Stimmen und sechs Enthaltungen. Dafür Kurt Fluri zuletzt kräftigen Applaus.

Nun entscheiden bis Ende Januar mit Derendingen, Biberist und Zuchwil (ge)wichtige Player für ein Mitfahren auf dem Fusionskarussell. Bereits vorzeitig abgesprungen sind Bellach und Langendorf. Wenn die noch fünf verbliebenen Gemeinden auf Anfang 2018 fusionieren würden, hätte die neue Stadt 42000 Einwohner.