Passt: Die neue Nutzung, die sich dieser Tage auf der Chrummturmschanze erschliesst – auch ohne eine pfannenfertige Ortsplanungsrevision. Nach Popup-Beizli und Popup-Bücherlädeli kommt dort nun nämlich das Popup-Bettli zum Einsatz. Konkret wird der Krummturm unter dem Tourismus-Schlagwort «Swiss Urban Sleeping» zum Kleinsthotel mit genau einem Doppelbett, vor der Retro-Kulisse, die nicht von einem findigen Innendekorateur erdacht werden musste, weil sie schon seit 555 Jahren so dasteht. Ein Konzept, das Schule machen könnte: Beispielsweise im Weststädter Lusthäuschen (das ja sogar über einen Liftschacht verfügt) oder in der unlängst entdeckten Kaverne beim Baseltor. Dass Altes durchaus im Trend sein kann, beweisen auch ansässige Altrocker. Nach «Kaktus» wurde nun auch das Zweiergespann «The Heavy’s» produktiv. Und mit Crown Kocher wagt sich ein Altrocker gar in die Solo-Gefilde. Solothurner Rock, der die Stadt unablässig zum Wackeln bringt. Sie ...

wackelt aber auch jedes Mal, wenn nach einem schwülen Tag fast planmässig und in stetiger Abfolge Blitz und Donner mit Getöse niedergehen. Und noch viel mehr. Gerade in den vergangenen Tagen steuerte der Regen seine eigenen Umnutzungspläne hinzu: So wurde beispielsweise der Schöngrün-Kreisel in seiner «Duele» zwischen zwei Bahnlinien innerhalb weniger Minuten zum Guerilla-Swimmingpool für wetterfeste Passanten (und wetterfest müssen Solothurner ja eh sein) und zur Aquaplaning-Testrundstrecke für Autos. Da kann das Fahrzentrum im Stockental einpacken. Willkommen in den Tropen. Da bleiben lediglich die zurzeit eingerüsteten und eingepackten Brunnenfiguren am Märet- und Klosterplatz im Trockenen. Oder das Publikum, das zum Lachen ins Zelt geht.

Hat Luft: Die Rede ist von der Kuppel auf dem Dornacherplatz. Nicht von Isler, dem Erschaffer der CIS- und Silberkugel-Dächer erdacht, sondern von einem findigen Portugiesen. In der Vorstadt nämlich wächst derzeit das sandige Strandbiotop der Fussballenthusiasten und Liegestuhl-Fans heran, genauso wie oben genanntes Zelt bald auch bei der Reithalle für Vertreter ebenjenes Völkchens Platz macht. Und dann die Open Airs für Fussballfans, Cineasten, Camping-Gänger, das heute startende Freundschaftsfest, all die Quartierfeste und zu guter Letzt das ganz grosse Quartierfest der Altstadt – das Märetfescht. Der Terminkalender beweist: Der Stadt stehen luftige Monate bevor – unter Sonne, Mond und Sternen, und vielleicht auch unterm Schirm.