Gemeinderat Solothurn

Die Stadion-Sanierung für 2,8 Mio. Franken wird zurückgewiesen

Die Stadion-Sanierung ist vorerst geplatzt - der Vertrag mit dem FC Solothurn soll zuerst thematisiert werden.

Die Stadion-Sanierung ist vorerst geplatzt - der Vertrag mit dem FC Solothurn soll zuerst thematisiert werden.

Alles schien aufgegleist: Die Stadt Solothurn saniert das Tribünengebäude des Stadions für fast 3 Mio. Franken. Doch nun drückt der Gemeinderat als Eigentümerin die Stopptaste: Zuerst soll der Unterhalts-Vertrag mit dem FC Solothurn überprüft werden.

Eine klare Mehrheit von 18 Ratsmitgliedern sorgte im Gemeinderat für einen veritablen «Chlapf»: Das in der GRK völlig unbestrittene Geschäft der Stadion-Sanierung für 2,8 Mio. Franken wird zurückgewiesen. Die Opposition von Stadtpräsident Kurt Fluri und acht Gefolgsleuten änderte nichts daran, dass der überparteiliche Antrag durchkam und deshalb der verlangte Kredit von 2,6 Mio. Franken an der nächsten Gemeindeversammlung kein Thema sein wird.

Philipp Jenni eröffnete seitens der SP das Störfeuer gegen das Vorhaben mit der Begründung, man wolle eine Gleichberechtigung aller Sportvereine, und der FC Solothurn profitiere erneut vom 1973 datierenden Vertrag, den es jetzt erst einmal zu überprüfen gelte. Eine Argumentation, die auch bei anderen Parteien querbeet auf fruchtbaren Boden gefallen war. Und auch keine ganz neue Diskussion, denn immer wieder war sie bei Investitionen der Stadt in die Anlagen des FC Solothurn aufgeflackert, obwohl die Gemeinde als Eigentümerin für den Unterhalt eindeutig zuständig ist.

Stadtpräsident Kurt Fluri «not amused»

Sichtlich ungehalten zeigte sich nicht nur Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt, dass das aufgegleiste Projekt, für das Ressourcen eingeplant sind, so abrupt gestoppt werden sollte. Auch Stadtpräsident Kurt Fluri wirkte sichtlich enerviert über den Sinneswandel nach dem eindeutigen GRK-Entscheid für das Projekt. «Wir sind Eigentümerin und müssen sanieren», meinte er. Es gehe ja gar nicht um den FC Solothurn, der für 1,7 Mio. Franken das Wichtigste, nämlich neue Garderoben, bereits bereits bezogen habe. «Und em FC Soledurn isches glich, wenns obe inneschiffet. Dä cha gliich tschutte!», verwies Fluri auf das marode Stadiondach.

Einzelne Mitglieder wie Marco Lupi (FDP) bezweifelten zwar, ob die Rückweisung ein taugliches Mittel für fruchtbare Vertragsverhandlungen mit dem FCS seien. Doch waren die Meinungen gemacht, wie sein Parteikollege Urs Unterlerchner feststellte – und ultimativ die Abstimmung mit dem klaren Ergebnis für die Kreditverweigerung forderte. «Wenigstens liegt es nicht an der Vorlage», hatte zuvor Andrea Lenggenhager leicht resignativ festgehalten – denn auch die Antragsteller übten keine Kritik am Projekt selbst. Bezweifelt wurde aber auch, ob es wirklich nur um ein halbes Jahr gehe, in dem wegen Vertragsdiskussionen das Projekt sistiert bleibe. «Günstiger kommt es jedenfalls nicht», warnte die Leiterin Stadtbauamt.

«Knieschuss» für Tempo 30 abgeblockt

Die Stadt hatte abzuklären, welche Gemeindetrassen bis 2022 einer Lärmsanierung bedürfen: Betroffen sind die Schöngrün-, St. Niklausstrasse, die Wildbach- sowie die Mutten- und Glutz-Blotzheimstrasse (wir berichteten). Nebst Flüsterbelägen für alle Abschnitte wurde nur für die Schöngrünstrasse neu Tempo 30 gefordert – eine Ratsminderheit von zehn Mitgliedern wollte diese Massnahme aber auch für die Muttenstrasse duchpauken. Hier hatte aber Kurt Fluri mit seinem Widerstand gegen einen solchen «Knieschuss» von grüner Seite mehr Erfolg – sei doch Tempo 30 für diesen Strassenabschnitt in Sachen Lärmsanierung nicht empfohlen worden. Der Antrag wurde klar abgelehnt, die sonst vorgeschlagenenen Massnahmen akzeptiert.

Der personelle Aderlass bei der FDP mit den Rücktritten von Gemeinderat Kemal Tasdemir und Ersatz Martin Schneider machte eine weitere Rochade neben dem Nachrücken von Sven Witmer, Christian Herzog, Barbaras Feldges, Markus Schüpbach und Tobias Jakob nötig: Witmer wird nicht nur ordentliches Gemeinderatsmitglied, sondern ersetzt im Ausschuss für Geschäftsprüfung auch Markus Jäggi, der Urs Unterlerchners Ersatzplatz in der GRK eingenommen hat.

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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