Über 20 Kilometer wird er anzeigen, wenn Märet-Fescht-Chef Marco Lupi diesen Sonntagabend seinen Schrittzähler nach drei Tagen weglegt. Diesmal legt er ihn aber nicht nur für ein Jahr weg: Nach sechs Jahren tritt das gesamte Märet-Fescht-OK ab. «Wir sind gut eingespielt. Es hat sechs Jahre lang Spass gemacht», kann der Cheforganisator bereits jetzt Bilanz ziehen.

Zuerst stehen jedoch noch drei Festtage an. 180 Mal können Besucher von Stand zu Stand laufen. «Der Mix ist gut. Es hat einige Standbetreiber aus der Stadt», freut sich Lupi. Wie üblich sind 80 Prozent der Betreiber schon im letzten Jahr dabei gewesen.

Auch sonst verspricht Lupi ein Märet-Fescht, das in den gewohnt-gemütlichen Bahnen verläuft: Es gibt das Chinderfest auf dem Zeughausplatz, es gibt die Mini-Playback-Show von Radio 32 und auf dem Märetplatz spielen verschiedene Bands – von den Tambouren bis zur Rockband Kaktus. «Fast schon einen Hauch Jazz am Märetplatz», verspricht Lupi, wenn die Ambassador Big Band am Freitagabend auftritt.

Spätabends legen auf dem Klosterplatz die DJs auf. Am Samstagnachmittag und frühen Abend sind es Schülerbands aus der Region.

«Suteria» statt «Krone»

Keinen Schritt werden die Besucher auf die St.-Ursen-Treppe setzen können (vgl. Box). «Die Treppe bleibt auf Wunsch der Kirche zu», sagt Lupi. Bis vor zwei Jahren hatten die Handballer am Fusse der Kathedrale ihre Bar. Ein Jahr lang versuchten sie ihr Glück in der Vorstadt, jetzt nehmen sie nicht mehr teil.

Ausser der geschlossenen Treppe gibt es am Kronenplatz aber keine weitere Lücke. Die «Suteria» fängt den Wegfall der «Krone» auf und betreibt vor dem geschlossenen Traditionsbetrieb eine Bar. War im letzten Jahr das Beach-Soccer in der Vorstadt noch angebunden, ufert das Märet-Fescht dieses Jahr nicht mehr über die Aare in die Vorstadt aus.

Bändeli bleiben

16- bis 25-Jährige kommen auch dieses Jahr nicht an den Bändeli vorbei, die dem Barpersonal anzeigen sollen, wer Alkohol bestellen darf. Es soll die Arbeit erleichtern: «Das Bändeli ist nicht gegen die Vereine, sondern für die Vereine», sagt Lupi. Zur Sicherheit werden auch dieses Jahr Testkäufe durchgeführt. Auf Getränkebecher wird wiederum eine Depotgebühr erhoben.

Toitois helfen nicht immer

Für die Sicherheit sind Absprachen mit den Polizeikorps getroffen worden. Am Freitag gibt es eine Begehung mit Polizei, Feuerwehr und Sanität, damit die Rettungswege klar sind. Freikirchen sammeln wiederum Abfall ein. Wie üblich werden ToiTois aufgestellt, «ab einer gewissen Zeit spielt es keine Rolle mehr, ob es genügend davon hat», sagt Lupi. Einige suchen sich einfach ein anderes Örtchen. Gewisse Gassen werden deshalb gesperrt.

Viel Goodwill aus der Altstadt

Die Stadt- und Gewerbevereinigung sucht derzeit ein neues OK-Team. «Ich hoffe, dass die Neuen das Fest in die gleiche Richtung weiterentwickeln», sagt Lupi. Ziel seines OKs sei es gewesen, ein Fest von Solothurnern für Solothurner zu machen und den Vereinen die Möglichkeit zu geben, sich zu präsentieren und etwas zu verdienen.

Dankbar ist der OK-Präsident nach den sechs Jahren für den Goodwill der Altstadt-Bewohner. «Uns ist bewusst, dass es jedes Jahr ein massiver Eingriff ist.»