Im «Lusthäuschen» und in der dazugehörenden Hostet lässt sich an einem schönen Sommerabend gut verweilen. Das erfuhren hautnah die Mitglieder der SP-Stadtpartei und verschiedene Quartierbewohner, die sich über das Hauptthema der Parteiversammlung – die Vergangenheit und Zukunft des architektonischen Kleinods beim Henzihof – orientieren lassen wollten.

Ort der Begegnung schaffen

Bea Beer, Präsidentin des Quartiervereins Weststadt, streifte noch einmal kurz die Quartierentwicklung, bevor sie den Erhalt des Ensembles rund um den Henzihof als Begegnungszentrum in den Vordergrund rückte. Dabei betonte sie, wie wichtig es sei, dass sich die bunt gemischte Weststadtbevölkerung besser kennen lernen könne und einen Ort zur Begegnung zur Verfügung habe.

Um dies zu ermöglichen, sei bereits viel Vorarbeit geleistet worden. «Wir haben viel investiert und Geld gesammelt, um das Lusthäuschen in Fronarbeit wieder begehbar zu machen, und neue Nutzungsmöglichkeiten entwickelt.»

Bei diversen erfolgreichen Aktionen habe sich gezeigt, dass der Ort nicht nur eine Oase der Ruhe, sondern auch zum Experimentieren ideal sei. «Wir sind der Stadt dankbar, dass sie uns den Ort zur Zwischennutzung überlassen hat, und hoffen, dass dies auch in Bezug auf die Überbauung des ‹Weitblicks› weiterhin möglich sein wird.» Leider fehle im Moment eine Wasserleitung und die Stromzufuhr, was die Weiterführung von Projekten wie das Gartenprojekt verunmögliche.

Nach einem Rückblick auf die vergangenen Geschäfte im Gemeinde- und Kantonsrat erinnerte Gemeinderats-Fraktionspräsident Matthias Anderegg auf seine im März eingereichte Motion «Raum für alle», die (im Hinblick auf die nächste Woche im Gemeinderat stattfindende Diskussion um die «Weitblick»-Vergabepolitik) eine nachhaltige Bodenpolitik und die Förderung von gemeinnützigem Wohnungsbau zum Thema hat.

Die darin enthaltenen Ausführungen decken sich mit der vom Quartierverein eingereichten Petition, die den Erhalt von wertvollem Bauland im Entwicklungsgebiet «Weitblick» und die Abgabe des Baulandes im Baurecht zum Inhalt hat. Im Hinblick auf den zunehmenden Siedlungsdruck in städtischen Zentren hat laut Anderegg die öffentliche Hand ein wertvolles Steuerungsinstrument, um positiv auf die Entwicklung der Bodenpolitik einzuwirken.

Er erwähnte als Beispiel die erfolgreichen «Bodeninitiativen» in Basel und Luzern. «Aufgrund der aktuellen Tiefzinspolitik der Finanzmärkte treibt es immer mehr profitorientierte institutionelle Anleger in den Immobiliensektor», ist Anderegg überzeugt. Das wirke sich negativ auf die Mietzinsentwicklung aus und verhindere ein ausgeglichenes Wohnungsangebot und eine nachhaltige Entwicklung im Immobiliensektor.

Die Verlierer seien vielfach Familien oder Haushalte mit vergleichsweise niedrigen Einkommen, die sich eine Mietwohnung in den Zentren nicht mehr leisten könnten. Auch Solothurn stehe deshalb vor grossen Herausforderungen, wenn es um die Förderung von Wohnungen in der öffentlichen Hand gehe.