Solothurn
Die SP hat wieder ein Oberhaupt: Lea Wormser wird zur Präsidentin gewählt

Die Genossen der SP Solothurn konnten an ihrer Generalversammlung nicht nur auf ein erfolgreiches, sondern auch turbulentes Jahr zurückblicken. Mit Lea Wormser wurde zudem ein neues Partei-Oberhaupt gewählt.

Katharina Arni-Howald
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Lea Wormser, neue SP-Präsidentin.

Lea Wormser, neue SP-Präsidentin.

zvg

Gut gelaunt begrüsste Lea Wormser als Noch-Vizepräsidentin die 34 Mitglieder und 3 Gäste im Refektorium des Kapuzinerklosters und hielt gleich zu Beginn fest, dass es tatsächlich um die Generalversammlung und nicht um das Kloster selbst gehe. So kam denn Matthias Anderegg in seinem Jahresrückblick aus dem Gemeinderat gleich zu einem der erfreulichsten Ereignisse im vergangenen Jahr zu sprechen.

«Wir haben im Gemeinderat einen Sitz dazu gewonnen und die FDP als stärkste Partei abgelöst», freute sich der Fraktionspräsident über den Sitzgewinn. Weniger Glück habe die Stadtpartei bei der Wahl um das Stadtpräsidium gehabt. Aber: «Es gab spannende Diskussionen auch dank unserer guten Kandidatin Franziska Roth.»

Personelle Rochaden

Nach einem Jahr ohne Parteipräsidenten konnte mit Lea Wormser unter grossem Applaus endlich eine neue Präsidentin gewählt werden. Zusammen mit den beiden Vizepräsidenten Sylvia Sollberger und Pierric Gärtner wird sie in Zukunft die Geschäftsleitung bilden. Als Ersatz für Corinne Widmer und Felix Epper wurden Ruth Meyer Junker, Sibylle Berberat und Fabian Hosner neu in den Vorstand gewählt. Die Vorstandsmitglieder Anna Rüefli, Franziska Roth, Matthias Anderegg und Benjamin Patzen werden weiterhin dem Vorstand angehören.

Als Revisoren sollen Felix Epper und Klaus Koschmann amten. Was die Jahresrechnung betrifft, hat das Wahlkampfjahr einen massiven Vermögensverlust zur Folge. Dieses beträgt zurzeit noch 13'722 Franken. Wie Lea Wormser festhielt, wurden im vergangenen Jahr mehr Austritte als Eintritte verzeichnet. Neu hat der Vorstand sich entschlossen, die Mitgliederbeiträge dem Nettoeinkommen anzupassen.

Umstrittenes Politikum

Wie im letzten Traktandum deutlich sicht- und hörbar wurde, wirft ein Wechsel zur ausserordentlichen Gemeindeorganisation in der Stadtpartei hohe Wellen. Zu einem Referat eingeladen wurde der Jurist Luzian Odermatt, der im Bundesamt für Justiz arbeitet und in Lohn-Ammannsegg wohnhaft ist. «Ich bin mir nicht sicher, ob die Abschaffung der ausserordentlichen Gemeindeorganisation, wie sie in Olten angewandt wird, das Problem lösen und die erhoffte Verbesserung bringen kann», warnte Odermatt vor zu grossen Illusionen.

So gross, wie angenommen werde sei der Unterschied zwischen der ordentlichen und der ausserordentlichen Gemeindeorganisation nicht. «Der Wechsel ist für jene Leute interessant, die nicht mehr an die Gemeindeversammlung glauben und ist deshalb auch eine Glaubenssache», gab der Jurist zu bedenken und warnte vor einem verkappten Präsidialsystem.

Stark beeindrucken von diesen Worten liessen sich die Befürworter für einen Wechsel nicht und hielten, statt Fragen an den Referenten zu stellen, flammende Reden. Die Gegner sahen sich eindeutig in der Minderheit. Einer von ihnen brachte seine Sichtweise auf den Punkt: «Ihr wollt den Wechsel nur, weil Kurt Fluri kein Roter ist.» Darauf war es einen Moment still im Raum.

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