Der alte Holzhangar auf dem Regionalflughafen Grenchen hat schon fast historischen Wert: Einst stand er auf dem Flugplatz Solothurn in der Mutten. Als dieser dem geplanten Stadtmist weichen musste, wurde der Hangar Mitte der 1950iger Jahre auf den Flugplatz Grenchen gezügelt. Somit hat die Segelfluggruppe Solothurn seit rund 60 Jahren ihr Domizil in Grenchen und ist auf dem Flughafen ein sehr geschätzter und aktiver Verein.

Eine alte Bekannte

Vor dem Hangar steht ein wie neu aussehendes Flugzeug, mit Fachaugen begutachtet von den Schlepppiloten der Segelfluggruppe Solothurn. Die in den Farben rot-weiss und mit schwarzen Zierstreifen versehene Maschine wird künftig die Segelflugzeuge Richtung Thermik ziehen.

In Fliegerkreisen ist die Robin DR 300 mit der Registrierung HB-EQM eine alte Bekannte: Das Flugzeug diente von 1972 ab Fabrik bis Mitte 2005 bei der Fliegerschule Birrfeld im Kanton Aargau als Schleppflugzeug und hat über 7000 Landungen im Logbuch. Dann ging sie in den Besitz des bekannten Flugzeugbauers Max Vogelsang (Wohlen AG) über.

In seiner Firma MSW Aviation im Birrfeld wurde die Robin nach einer rund zehnjährigen Standzeit nun in mehrmonatiger Arbeit grundüberholt.Dabei wurden die Flügel sowie das Seiten- und das Höhensteuer neu eingetucht (das Flugzeug ist ein Holzbau mit Tuchbespannung). Auch der Rumpf wurde abgelaugt, faules Holz ersetzt und neu lackiert. Die Motorenverschalung und die Fahrwerkverschalungen wurden aus Kohlefasern neu hergestellt, womit Gewicht eingespart wird.

Auch der 180 PS starke Lycoming-Motor ist auf null Stunden revidiert. Die Robin ist mit einer Schalldämpfanlage und einer Winde für das Schleppseil ausgerüstet. Der Propeller hat vier Blätter: Das optimiert einerseits den Schleppflug, andererseits werden die durch den Propeller verursachten Schall-Emissionen geringer, weil das einzelne Blatt kürzer gebaut werden konnte.

Neu gestaltet wurde auch das Instrumentenbrett, und zwar von Mitgliedern der Segelfluggruppe Solothurn selber: Ruedi Vogel, Mirko Luder und Kurt Uebersax haben den Einbau und die Verkabelung der Instrumente vorgenommen, was einen grossen Arbeitsaufwand bedeutete. Nachdem das Bundesamt für Zivilluftfahrt die Maschine abgenommen hatte, überflog sie Patrick Hofer nach Grenchen.