«Countdown-Lesungen»
Die Solothurner Literaturtage fiebern ihrem 40. Geburtstag entgegen

Zum 40. Geburtstag starten die Literaturtage mit Countdown-Lesungen schon am 21. März in Solothurn. Geplant sind zehn verschiedene literarische Begegnungen in Solothurn in ganz unterschiedlichen Örtlichkeiten und mit ganz unterschiedlichen Autoren und Gastgebern.

Fränzi Zwahlen-Saner
Drucken
Teilen
Zum 40. Mal werden in Solothurn über das Auffahrtswochenende Lesesäle gestürmt.

Zum 40. Mal werden in Solothurn über das Auffahrtswochenende Lesesäle gestürmt.

Hanspeter Bärtschi

Dieses Jahr wird die wichtigste mehrsprachige Literaturveranstaltung der Schweiz zum vierzigsten Mal durchgeführt. «Aus Freude über diesen Geburtstag möchten wir diese Ausgabe etwas ‹ausgiebiger› gestalten», sagt Literaturtage-Geschäftsleiterin Reina Gehrig. Statt «bloss» über das Auffahrtswochenende vom 11. bis zum 13. Mai Begegnungen zwischen Autoren und Lesern zu ermöglichen, soll dies bereits fast zwei Monate früher, ab dem Mittwoch, 21. März, möglich sein. «Wir beginnen dann mit unseren sogenannten ‹Countdown-Lesungen›».

Ein Countdown wie ein Raketenstart also. Geplant sind zehn verschiedene literarische Begegnungen in Solothurn in ganz unterschiedlichen Örtlichkeiten und mit ganz unterschiedlichen Autoren und Gastgebern. «Dahinter steckt die Idee, die Literaturtage direkt zu den Leuten zu bringen. Wir wollen damit für Solothurn und die Solothurner etwas machen, denn ohne die Unterstützung der Stadt und ihrer Bewohner wären wir nie so erfolgreich», sagt Gehrig.

Von Wohnzimmer bis Garage

So suchte man zehn unterschiedliche Orte und Persönlichkeiten, die sich eignen, literarisch interessiertes Publikum zu empfangen. Die Organisation dieser zehn Countdown-Lesungen habe natürlich einiges an Vorbereitungen und Absprachen verlangt, erzählen Reina Gehrig und die neue Presseverantwortliche für die Literaturtage, Martina Keller. Wer passt zu wem, wo hat es genug Raum für Publikum und wo ist trotzdem ein möglichst privater Charakter vorhanden, fragte man sich.

Man fand dabei ganz private Wohnzimmer, Bibliotheken, einen Kleinkunstraum, einen Museumsraum oder ein Kino. Ein einzelner Ort – der Letzte des Countdowns – ist gar noch nicht bekannt. Wunsch wäre, dass der Anlass in einer Garage stattfindet.

Den Anfang macht der eher als klassisch zu betrachtende Verkaufsraum der Buchhandlung Lüthy am 21. März um 20 Uhr. Alle Veranstaltungen sind gratis, bei einigen findet am Schluss eine Kollekte zur Deckung der Unkosten statt.

Hier das Detail-Programm:

Auf die Plätze - fertig, los!

10. 21. März: Michael Fehr und Friederike Kretzen lesen in der Buchhandlung Lüthy, 20 Uhr;
9. 22. März: Musikalische Wohnzimmerlesung mit Yari Bernasconi und Valerio Rondelli am Frölicherweg 7, Solothurn (Anmeldung erforderlich);
8. 29. März: Lesung mit Maria Ursprung, bibliothecula, Rathausgasse 13, Eingang Süd ab 19 Uhr;
7. 5. April: Text-Musik-Performance mit Valerio Moser und Lukas Allemann, Kulturm ab 19.30 Uhr;
6. 14. April: Literatur für das, was passiert. Neuf Second Hand, Hauptgasse 53. Texte auf Bestellung von 12 bis 16 Uhr – Lesung ab 17 Uhr;
5. 18. April: Literarische Bildbetrachtung im Kunstmuseum ab 19 Uhr;
4. 20. April: Wohnzimmerlesung mit Tom Kummer ab 19.30 Uhr. Adresse wird bei Anmeldung bekannt gegeben, Anmeldung erforderlich;
3. 25. April: Kamishibai-Bildtheater für Kinder, Zentralbibliothek 16 Uhr;
2. 29. April: Lesung und Film mit Wilfried Meichtry über Katharina von Arx. Kino am Uferbau ab 18 Uhr;
1. 3. Mai: Garagen-Konzert mit Trampeltier of Love ab 20 Uhr. Adresse wird bei Anmeldung bekannt gegeben, Anmeldung erforderlich. (frb)

Drei intensive Tage

Die 40. Solothurner Literaturtage starten dann so richtig am 11. Mai und dauern bis zum 13. Mai 2018. «Es sind ja jeweils drei kurze und intensive Tage», so Gehrig. Über siebzig Autorinnen und Autoren werden erwartet, die alle im vergangenen Jahr mit einem Buch Aufmerksamkeit in der Literaturszene auf sich ziehen konnten. Unter den Autoren aus dem Ausland sind der irische Man-Booker-Preisträger John Banville, die niederländische Autorin Margriet de Moor, der israelische Autor Assaf Gavron sowie der marokkanische Schriftsteller Mahi Binebine.

Aus dem deutschsprachigen Raum sind die für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierte Deutsche Anja Kampmann und ihr österreichischer Konkurrent Robert Prosser eingeladen. Aus der Schweiz haben sich die Solothurner Literaturtage-Gründungsmitglieder Franz Hohler und Hansjörg Schneider angemeldet. «Es fällt auf, dass in diesem Jahrgang viele starke Lyrik-Autoren wahrgenommen werden können», sagt Reina Gehrig.

Die Solothurner Literaturtage zeigten sich von ihrer besten Seite – Petrus half mit.
21 Bilder
Solothurner Literaturtage 2017
Alles dreht sich hier um Bücher.
Perfektes Wetter, um mit einem guten Buch draussen ein lauschiges Plätzchen zu finden.
Grossandrang bei der Lesung von Lukas Bärfuss.
Schlangestehen im Landhaus.
Vorne Mediachairs, hinten die Schlange, um Lukas Bärfuss zu sehen.
Vorne Mediachairs, hinten Lukas Bärfuss-Schlange.
Grossandrang bei der Lesung von Lukas Bärfuss.
Grossandrang bei der Lesung von Lukas Bärfuss.
Grossandrang bei der Lesung von Lukas Bärfuss.
Grossandrang bei der Lesung von Lukas Bärfuss.
Grossandrang bei der Lesung von Lukas Bärfuss.
Schlangestehen im Landhaus.
Das Epizentrum liegt vor dem Landhaus
Bei diesem strahlenden Wetter kann man perfekt zwischen dem Kreuz und dem Landhaus verweilen.
Bei strahlendem Wetter zwischen dem Kreuz und dem Landhaus verweilen.01
Die Infotafel zeigt ein grosses Angebot
Auf der Aussenbühne beim Klosterplatz liest Hans Jürg Zingg.
Auf der Aussenbühne beim Klosterplatz liest Hans Jürg Zingg.
Alles dreht sich um Bücher.

Die Solothurner Literaturtage zeigten sich von ihrer besten Seite – Petrus half mit.

Hanspeter Bärtschi

Bereits ab Montag, 7. Mai, finden bis zum 9. Mai die «Jukili»-Tage, die Jugend-Kinderliteratur-Tage, im Rahmen der Solothurner Literaturtage im Alten Spital statt. Autorinnen und Autoren der Schweizer Kinder- und Jugendbuchszene lesen in Solothurn aus ihren Neuerscheinungen und laden Kinder und Jugendliche aller Altersstufen zu interessanten Workshops ein. «Das Jukili-Programm, für welches sich die Lehrer mit ihren Klassen anmelden müssen, ist schon sehr gut gebucht», freut sich Reina Gehrig. Aber auch während der eigentlichen Literaturtage finden Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche sowie für Familien statt.

Am 13. Mai verzaubert Linard Bardill Klein und Gross an der Familienmatinee. In Zusammenarbeit mit der Kita Lommiswil wird ein Hort für Kinder zwischen 3 und 12 Jahren im Haus am Land angeboten. Die Betreuung für maximal 21⁄2 Stunden am Stück ist für Literaturtagebesucher kostenfrei.

Aktuelle Nachrichten