Handball
Die Solothurner Handballer starten mit Trainerduo in die neue Saison

Zsolt Toth als Chef- und Zlatko Portner als Co-Trainer führen das neue NLB-Team. Obwohl sich diverse Leute um die involvierten Vereine und allen voran die Protagonisten selbst vor wenigen Wochen noch einig waren, dass ein Dreier-Trainergespann völlig ausgeschlossen ist, ist es nun doch so.

Michael Schenk
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Chef Zsolt Toth und Co-Trainer Zlatko Portner zeichnen gemeinsam verantwortlich für das NLB-Team des TV Solothurn-Grauholz.

Chef Zsolt Toth und Co-Trainer Zlatko Portner zeichnen gemeinsam verantwortlich für das NLB-Team des TV Solothurn-Grauholz.

Marcel Bieri

Der TV Solothurn, der von Grauholz den NLB-Platz übernimmt und diese Saison eine Spielgemeinschaft mit den Bernern bildet, wird von den beiden bisherigen Trainern ihrer jeweiligen Teams, Zsolt Toth und Zlatko Portner, geführt.

Martin Heiniger, bislang Assistent von Portner, ist Mannschafts-Verantwortlicher. Alle drei sollen sich zudem im Nachwuchsbereich engagieren. Zur NLB-Meisterschaft antreten wird das Team unter den Namen TV Solothurn-Grauholz. Auf die nächste Saison soll dann der Zusatz Grauholz wegfallen.

Können die Trainer ihre Egos im Zaum halten?

Inwieweit der ehemalige Weltklassespieler und Weltmeister mit Jugoslawien Portner (50), bislang Chefcoach von Grauholz, und der frühere ungarische Erstliga- und NLB-Spieler Toth (34), zuletzt Chefcoach des Erstligisten Solothurn, ihre Egos zugunsten einer harmonierenden Einheit werden im Zaum halten können, soll sich in den nächsten Wochen weisen.

Spätestens wenn es um taktische Ausrichtungen und Personalentscheide geht scheint hier eine Zeitbombe zu ticken. «Ich bin zuversichtlich, dass das klappen wird und die beiden das Kriegsbeil begraben», widerspricht Gaudenz Oetterli, Vorstandsmitglied des TV Solothurn.

Cheftrainer Zsolt Toth

Cheftrainer Zsolt Toth

Zur Verfügung gestellt

Das erste Training am Mittwoch habe ihn zuversichtlich gestimmt. «Schliesslich sind wir Solothurner alles gute Typen und die Leute von Grauholz sind es auch», so Oetterli. Und: «Letztlich wollen wir ja alle Freude am Sport haben und erfolgreich sein – und das geht nur zusammen als ein Team.»

Kleines Budget-Defizit

Trainieren wird die Spielgemeinschaft zweimal wöchentlich in Zollikofen und Solothurn. Heimspielort ist das CIS-Center Solothurn. Rund 30 Spieler, mehr oder weniger alle bisherigen Grauholz - und Solothurn-Akteure also, sind derzeit im Kader des neuen NLB-Teams.

«Nach einem Monat werden wir einen Kaderschnitt vornehmen», so Oetterli. Die verbleibenden rund 20 Handballer werden dann das NLB-Stammkader bilden, das die weitere Vorbereitung bestreitet, sprich Ende August, Anfang September zur Meisterschaft startet.

Der ersten in der NLB für den TV Solothurn seit 15 Jahren. Organisatorisch und finanziell obliegt die Hoheit dem TV Solothurn. Das hochgefahrene Budget sieht derzeit ein kleines Defizit von einigen Hundert Franken vor.

Co-Trainer Zlatko Portner

Co-Trainer Zlatko Portner

Zur Verfügung gestellt

«Wir sind aber zuversichtlich», so Oetterli, «dass wir dieses Loch im Verlauf der Saison mit Sponsoring- und weiteren Einnahmen noch decken können.» Mit nicht ganz 200 000 Franken wird der TV Solothurn-Grauholz mit dem wohl tiefsten Budget aller NLB-Teams in die neue Saison starten. Freilich kein Grund, dass man deswegen zur Kategorie «Kanonenfutter» degradiert ist.

Partnerteam des BSV

Der TV Solothurn-Grauholz ist Partnerteam des A-Ligisten BSV Bern Muri. Im Kader der Ambassadoren figuriert ein halbes Dutzend Spieler mit Rookie-Verträgen respektive Doppellizenzen. Das heisst, dass die betroffenen Spieler, die notabene auch für spielerische Qualität bürgen, einen Teil ihrer Trainingseinheiten und eventuell Meisterschaftsspiele, beim BSV bestreiten.

Dass am Ende vorwiegend ehemalige Grauholz-Akteure für den TV Solothurn in der NLB auflaufen, glaubt Oetterli nicht. «Wir haben letzte Saison mit einem sehr schmalen Kader sehr viel in der 1. Liga erreicht. Das spricht definitiv für die Qualität unserer Spieler.» Nun, anlässlich des ersten Trainings traten die beiden «Lager» – die original Grauholzianer und original Solothurner also, zu einem Mätschli an. Sieger: Die Solothurner. .