Solothurner Wetter
Die Solothurner froren im Februar und schwitzten an Weihnachten

Abgesehen von einzelnen kurzen Perioden verlief das Jahr 2012 in Solothurn eher feucht und kühl. Der Februar ging mit seiner klirrenden Kälte jedoch als «Anomalie» in die Wettergeschichte ein.

Wolfgang Wagmann
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Im Februar kam es zu einer Kältewelle, die für ein Wochenende auch den Burgäschisee zufrieren liess.

Im Februar kam es zu einer Kältewelle, die für ein Wochenende auch den Burgäschisee zufrieren liess.

Hanspeter Bärtschi

18,6 Grad plus am 24. Dezember nachmittags in Welschenrohr, minus 16 Grad am 5. Februar in Solothurn – an Kapriolen hielt das Wetter 2012 auch in der Region einiges bereit. Nur 24 mickrige Liter Regen pro Quadratmeter den ganzen März über – das Zwölffache davon dafür im Dezember.

Doch im Querschnitt verflachen die Extreme wieder: Mit 10,25 Grad im Jahresmittel war 2012 eines der kühleren, aber nicht kalten Jahre, und mit einer Gesamtregenmenge von 1377 Liter Niederschlag im Wallierhof Riedholz zwar eines der feuchteren, aber keineswegs ein sehr nasses Jahr. Auch die insgesamt 47 Schnee- und die 20 Eistage 2012 sind nichts Aussergewöhnliches, wobei es im vergangenen Jahrzehnt schon deutlich weniger im Jahresverlauf gegeben hatte.

Der «abnormale» Februar

Nach einem eher kalten, teilweise winterlichen Dezember 2011 machte der Januar 2012 überhaupt keine Anstalten, in die Fusstapfen seines Vorgängermonats zu treten. Grün blieb es und mit fast 3 Grad plus im Monatsmittel schien nach dem sonst härtesten Wintermonat alles gelaufen. Doch der Februar machte mit zwei Wochen klirrender Kälte alles mehr als wett, ja er geht sogar als «Anomalie» in die Wettergeschichte ein, die statistisch nur ein-, zweimal pro Jahrhundert vorkommt. In den ersten zwei Wochen wars im Schnitt in Solothurn minus 8,8 Grad kalt, dann gabs fast bis zum Monatsende Schnee.

Erneut verlief der März sehr sonnig und trocken, der April dagegen eher feucht und kühl. Auch der Mai zerriss vorerst keine Stricke, das letzte Monatsmittel dagegen brachte überwiegend sonniges und mildes Frühlingswetter. Viel Tristesse und Regen herrschte zum Sommeranfang im Juni, der recht feucht, aber einigermassen warm seine Fortsetzung in einem ebenfalls nassen, dafür überdurchschnittlich warmen Juli fand. Zumindest blieb die Region den ganzen Sommer über von gröberen Unwettern verschont.

Balsam im August

Mit fast 20 Grad im Monatsmittel präsentierte sich der August doch noch von der hochsommerlichen Seite und tröstete mit einer zehntägigen Schönwetterperiode die bisher zu kurz gekommenen Badi-Fans. Dagegen blieb der in den letzten Jahren gewohnte goldene Herbst diesmal recht verhalten. Der September zeigte sich vor allem für die Pilzsammler vorerst noch zu trocken, was in dieser Beziehung dann aber der Oktober gründlich nachholte. Immerhin tauchte am Ende des zweiten Herbstmonats schon einmal der Winter mit Schnee bis ins Flachland auf. Ein Phänomen, das sonst eher dem November vorbehalten bleibt, doch diesmal beschränkte sich dieser Monat auf das, was er meisterhaft beherrscht: den «ältesten Solothurner», den Nebel, tagelang über dem Aaretal hocken zu lassen. Mit dem verschneit-verregneten Dezember klang so ein Jahr 2012 aus, das wettermässig enttäuschte: 151 Regentage sind rund 20 mehr als sonst pro Jahr anfallen.