Rapport
Die Solothurner Feuerwehr ist schnell – wenn man sie lässt

In ihrem Gesamtrapport 2014 liess die Stützpunktfeuerwehr der Stadt Solothurn das vergangene Jahr Revue passieren. Wunder Punkt: verkehrsberuhigende Massnahmen, die den Einsatzfahrzeugen im Wege stehen.

Mark A. Herzig
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Der Bauernhausbrand in Günsberg im Dezember war einer von vielen Einsätzen für die Solothurner Feuerwehr.

Der Bauernhausbrand in Günsberg im Dezember war einer von vielen Einsätzen für die Solothurner Feuerwehr.

Lucien Fluri

Die Stützpunktfeuerwehr Solothurn erlebte 2013 mit 175 Einsätzen ein durchschnittliches Jahr ohne Grosseinsatz (drei Druckleitungen und mehr), was 1151 Einsatzstunden bedeutete. Dazu standen dem Kommandanten Oberstleutnant Martin Allemann 78 Angehörige der Feuerwehr und 15 Fahrzeuge zur Verfügung.

Das Budget 2014 bewegt sich im Rahmen des Vorjahrs um 1,2 Mio. Franken. Sorgen bereiten «wild» parkierte Autos und verschieden Verkehrsberuhigungsmassnahmen.

«Die Feuerwehr der Stadt Solothurn hat die Aufgabe, bei Ereignissen wie Bränden, Unfällen, Elementarereignissen unverzüglich Hilfe zu leisten.» So die übergeordnete Zielsetzung. Allemann zeigte sich zufrieden, dass auch die weiteren Zielsetzungen eingehalten wurden: keine Unfälle und keine (Folge-)Schäden.

Feuerwehrkommandant Martin Allemann verabschiedete PeterAnderegg nach 44 und Gottfried Arnold nach 38 Jahren Tätigkeitfür die Feuerwehr Solothurn (v.l.).

Feuerwehrkommandant Martin Allemann verabschiedete PeterAnderegg nach 44 und Gottfried Arnold nach 38 Jahren Tätigkeitfür die Feuerwehr Solothurn (v.l.).

Mark A. Herzig

Die Zahlen sprechen für sich

Erreicht wurden diese Ergebnisse mit einem Korps von zehn Frauen und 68 Männer (Plansoll 80), deren Durchschnittsalter ist unter 29 Jahre gesunken. Zur Rekrutierung wurden vom Jahrgang 1993 und früher 226 Personen aufgeboten, davon erschienen 157. Zusammen mit Freiwilligen und anderen Jahrgängen konnten 17 (bei 16 Ausgetretenen) neu eingeteilt werden. Unentschuldigt Ferngebliebene wurden verzeigt.

Den Einsatzkräften standen 15 Fahrzeuge zur Verfügung, die 25 500 Kilometer zurücklegten und 4000 Liter Treibstoff verbrauchten. Im Zusammenhang mit den Fahrzeugeinsätzen plagt die Solothurner Feuerwehr ein grosses Problem, wie Allemann ausführte: «Das rücksichtslose Parkieren in unseren Quartierstrassen erschwert ein ungehindertes Durchfahren der Einsatzkräfte. Die zum Teil komplizierte Verkehrsberuhigung mit Kissen und Sackgassen kann uns zu Umwegen zwingen.» Und so rief er denn auf: «Chauffeure, lernt in den Fahrschulen unsere Stadt und ihre Strassen richtig kennen, damit ihr den besten Weg zum Einsatzort kennt!»

59 Angehörige der Feuerwehr Solothurn besuchten an 115 Tagen fast 20 verschiedene Aus- und Weiterbildungskurse. Für 2014 gelten die gleichen Grössenordnungen. Die 175 Einsätze von 2013 verteilten sich wie folgt: 18 Brände, 11 Elementarschäden und weiterer Schadendienst, drei Pioniereinsätze, 1 im Zusammenhang mit Bahnanlagen, 6 Liftrettungen, 105 Brandmeldeanlagen, 7 Falschmeldungen und 24 diverse Vorfälle. Bei den Bränden ging es um den eines Kuchens in der Mikrowelle bis zum Bauernhausbrand in Günsberg.

Das Bauernhaus im Vollbrand
11 Bilder
Das Bauernhaus im Vollbrand
Bauernhaus in Günsberg brennt vollständig nieder
Der Brand brach nach ersten Erkenntnissen im Ökonomieteil aus.
Eine grosse Menge Heu im Ökonomieteil erschwert die Löscharbeiten.
Rund 100 Feuerwehrangehörige sind in Günsberg im Einsatz.
Die Tiere konnten gerettet werden.
Die Bewohner waren zum Zeitpunkt des Brandausbruches nicht zuhause.
Der Stall ist ausgebrannt. Löschwasser beschädigt den Wohnteil.
Das im ersten Stock gelagerte Heu macht das Löschen des Brandes komplizierter.
Das im ersten Stock gelagerte Heu macht das Löschen des Brandes komplizierter.

Das Bauernhaus im Vollbrand

Kapo SO

Befördert wurden: André Flury, Pascal Lüthi, Marco Meister, Debora Schnider und Daniel Siegenthaler zu Gefreiten sowie Boris Anderegg zum Major. Er ist als Nachfolger von Gottfried Arnold der neue Stellvertreter des Kommandanten. Zu erwähnen auch die Beförderung von Amanda Oetterli zum Wachtmeister m.b.A. und von Thomas Stalder zum Wachmeister, beide Mitglieder der Verkehrsgruppe der Stadtpolizei.

Die grossen Leistungen verdankt

Martin Allemann dankte allen, die die Feuerwehr verlassen haben für ihre Disziplin und grossen Einsatz, die sie zum Teil über Jahrzehnte gezeigt haben. Insbesondere erwähnte er Peter Anderegg und Gottfried Arnold. Anderegg, zuletzt Adjutant, leistete während 44 Jahren 3800 Stunden Übungs- und 1560 Stunden Ernstfalleinsätze sowie 520 Piketttage. Major Gottfried Arnold war 38 Jahre dabei und absolvierte 3000 Stunden Übungen, 3700 Stunden Einsätze, 422 Tage Pikettdienst und 680 Instruktions- und Kurstage. Der neue kantonale Feuerwehrinspektor Markus Grenacher freute sich, am ersten öffentlichen Auftritt in seinem Amt der Feuerwehr zu ihren Leistungen und ihrer Kameradschaft zu gratulieren.

Stadtpräsident Kurt Fluri liess es sich – wie seit Jahren – nicht nehmen, den Angehörigen und Ehemaligen der Feuerwehr Dank und Anerkennung der ganzen Bevölkerung auszusprechen. Zudem berichtete Fluri, dass das Zusammengehen mehrerer Feuerwehren auch ohne Gemeindefusion überwiegend günstige Ergebnisse zeitigen könnte. Die entsprechenden Arbeitsgruppen blieben diesbezüglich am Ball.