Pascal Prétôt
Die Solothurner Badi hat wieder einen Chef

Pascal Prétôt hatte am Montag seinen ersten Arbeitstag als Chefbadmeister in der Solothurner Badi. Der Basler freut sich auf seine neue Herausforderung mit der Aare.

Christoph Neuenschwander
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Pascal Prétôt, der neue Chefbadmeister der Solothurner Badi

Pascal Prétôt, der neue Chefbadmeister der Solothurner Badi

Christoph Neuenschwander

Montagmorgen kurz vor elf Uhr; Pascal Prétôt wartet mit den anderen Badmeistern vor der Kaffeemaschine im Badibeizli. Er trägt Jeans und ein Sweatshirt. Im Einsatz steht der Chefbadmeister an seinem ersten Arbeitstag noch nicht. Stattdessen gibt es eine Vorstellungsrunde draussen auf der Terrasse. Die Sonne scheint, aber immer wieder ziehen Wolken vorüber. Man unterhält sich über das Wetter. Prognosen sind schwierig dieser Tage.

«Wir haben die Zeit ohne Chefbadmeister gut überstanden», sagt Lukas Reichmuth, Chef Hochbau beim Stadtbauamt. Er hat in den vergangenen Monaten als Chef ad interim gewaltet (vgl. Text unten) und war daher «etwas näher dran» an der Badi als sonst. Es seien ihm einige Dinge aufgefallen, berichtet er. «Optimierungspotenzial gibt es immer.» Nichts Weltbewegendes, aber Ansätze, die der neue Chefbadmeister gleich aufnehmen könne.

Die Aare als Herausforderung

Der Neue stammt aus Basel, war fünf Jahre lang Schichtleiter im Gartenbad St. Jakob und hat gerade erst den Umzug nach Solothurn hinter sich. Um die Stelle habe er sich beworben, weil ihn die höhere Position und die Herausforderung lockten, erinnert sich Prétôt. «Nach der Bewerbung ging alles sehr schnell», sagt er. Ende April habe er im «Joggeli» gekündigt. Danach musste er die Kündigungsfrist bis Ende Juli abwarten.

«Wir sind alle froh, dass wieder ein Chef vor Ort ist, eine klare Ansprechperson», sagt Reichmuth, nachdem sich die neuen Arbeitskollegen von Pascal Prétôt vorgestellt haben. Bis auf Fredi Junker, der vor zwei Jahren fest angestellt wurde, sind sie allesamt langjährige Mitarbeiter. Toni Flückiger und Walter Marti haben rund 25 Jahre hinter sich, Roger Schwägli hat vor über 20 Jahren als Aushilfe angefangen und ist seit 2003 fester Angestellter.

«Ich werde in nächster Zeit sicher viel fragen», warnt Prétôt die neuen Kollegen vor. Was seinen Aufgabenbereich anbelangt, erwartet ihn nicht viel Neues. Einsatzpläne gemacht und sich um die Technik gekümmert habe er im Joggeli auch schon. Neu ist, dass er die ganze Verantwortung für das Bad trägt. Und neu ist die Aare. «Ein fliessendes Gewässer ist eine Herausforderung, auf die ich mich freue», erklärt der Basler.

«Die schönste Badi der Schweiz»

Die Kaffees sind bald ausgetrunken. Wie viele Eintritte das Joggeli denn zu Spitzenzeiten verbuche, wird Prétôt gefragt. «6000 bis 6500, aber dann liegt wirklich Badetuch an Badetuch», antwortet er. «Aber Solothurn ist ja auch durchaus gross.» Die Badmeister am Tisch nicken zustimmend. Schliesslich sagt Roger Schwägli: «Jetzt hast du einfach das Glück, dass du in der schönsten Badi der Schweiz bist.»

Badi ohne Chef? «Die Übergangsphase lief tipptop»

Während die Badmeister im Restaurant ihren neuen Chef begrüssen, halten am Beckenrand die Aushilfen ihre Augen offen. Auf Aushilfen hat man in den ersten Monaten dieser Saison immer wieder zurückgegriffen. Das ist an sich nichts Aussergewöhnliches. Aber ein bisschen häufiger seien die 13 freien Mitarbeiter schon zum Zug gekommen, da im Kernteam ein Mann gefehlt habe, sagen die Badmeister. Mit der Pensionierung von Alex Inglin tat sich Anfang Saison eine Lücke auf, die erst jetzt definitiv wieder gefüllt ist (wir berichteten). Dass aber ausgerechnet der Chef gefehlt habe, sei den meisten Badegästen wohl aber gar nicht aufgefallen, sagt Badmeister Roger Schwägli. «Die langjährigen Mitarbeiter wissen ja auch, wie es läuft». Was ansonsten Chefsache sei, habe man in dieser Zeit einfach im Team gemacht. Etwa Leute einteilen oder Chemikalien zur Wasseraufbereitung und Kontrolle bestellen.
Des Weiteren habe man das «Glück» gehabt, dass abgesehen vom Pfingstwochenende wenig los war in der Badi, sagen die Beteiligten. Der Stress hielt sich also in Grenzen. Fazit: «Die Übergangsphase lief tipptop. Aber eben: dank dem Team», sind sich Badmeister und Stadtbauamt einig, die einmal pro Woche eine gemeinsame Sitzung abgehalten haben. «Das Team hat sehr selbstständig gearbeitet», sagt auch Interimschef Lukas Reichmuth. Für ihn sei die zusätzliche Aufgabe als Badichef keine Belastung gewesen. Im Gegenteil: «Es war schön, mal etwas näher an der Badi und jenen Mitarbeitern zu sein. Wir wollen die Badi ohnehin wieder etwas stärker an die Abteilung Hochbau anbinden.» Der neue Chefbadmeister habe eine glückliche Aufgabe: «Er kommt in einen Betrieb, in dem alles läuft. Er muss sich nur um Details kümmern.» Details, die die Attraktivität der Badi steigern könnten. Schliesslich soll der Neue auch etwas frischen Wind bringen. (cnd)

Während er die Tassen abräumt, erklärt Prétôt, dass er am Nachmittag noch die Übergabe im Hallenbad vor sich habe. Zuerst macht er aber einen Spaziergang übers Gelände. «Es ist ein sehr schönes Bad, besonders mit dem Altbau», findet auch er. Die Änderungen, von denen Reichmuth gesprochen hat, sind in erster Linie Kleinigkeiten. Mal wieder neu anstreichen, die Hausordnung überarbeiten, vielleicht ein Mitternachtsschwimmen oder andere Events organisieren, energieeffizientere Pumpen anschaffen.

Vor der Aare bleibt Pascal Prétôt stehen. «Ein grösseres Gefahrenpotenzial als bei den Becken besteht halt schon», sagt er. «Man sieht nicht auf den Grund; die Strömung zieht die Leute weg.» Dies erschwere die Arbeit für einen Badmeister. Welche Auswirkungen dies auf die Einteilung oder die Definition der Aufgaben habe, wird er erst noch lernen. Alles zu seiner Zeit. Und Zeit, sich an seinem neuen Arbeitsort einzufinden, lasse man ihm genügend.