Solothurn

Die so Slow GmbH will die Pacht des Pavillons auf dem Dornacherplatz übernehmen

Noch ist es leer, das Glashäuschen am Dornacherplatz. Doch schon ab Dezember soll hier neues Leben einkehren.

Der Pavillon auf dem Dornacherplatz gehört der Stadt Solothurn. Nun geht etwas: Die so Slow GmbH will die Pacht übernehmen. Geplant ist ein Gastrobetrieb mit Fokus auf Nachhaltigkeit.

Nur unvollständig wurde damals die Klebefolie «Diamond Bar» weggekratzt – und erinnert so noch heute an den letzten regulären Betrieb im Pavillon auf dem Dornacherplatz. Im Herbst 2017 war die Bar geschlossen worden, die dem Anschein nach in den Jahren zuvor nur wenig Publikum angezogen hatte. So kaufte die Stadt den Pavillon per Gemeinderatsbeschluss: Als im Jahre 2005 der Dornacherplatz mit dem Bau des Berntor-Parkings neu gestaltet worden war, hatte die Stadt einem Betreiber eine Konzession erteilt, um dem Platz mit dem Pavillon Leben einzuhauchen. Vergeblich.

Und auch, seitdem das Glas-Kabäuschen der Stadt gehört, wird es bis auf gelegentliche Einzelanlässe nicht regelmässig genutzt. Ein politisch geplanter Pachtvertrag mit der Vereinigung Pro Vorstadt kam ebenso wenig zustande.

Ein Treffpunkt der Nachhaltigkeit

Die gähnende Leere, die sich durch die Glasscheibe bemerkbar macht, dürfte nun aber ein Ende haben– gemäss einer erschienenen Baupublikation: Der Pavillon soll komplett renoviert werden und – so der niedergeschriebene Konzeptgedanke – zum Treffpunkt werden, «wo unsere Stadt und ihre Bewohner auf spielerische, dezente Art für die Themen Nachhaltigkeit und Achtsamkeit sensibilisiert, begeistert und motiviert werden.»

Hinter der «so Slow GmbH», die als Pächterin auftreten soll, stehen Martin Tschumi, Präsident der Vereinigung Pro Vorstadt, sowie seine Frau Evelyne Schoffe. Bereits am traditionellen Vorstadtrundgang 2018 war das Projekt in seinen Grundzügen vorgestellt worden. «Und nach einigen Verzögerungen nimmt es jetzt neuen Schwung auf», sagt Tschumi. Der kahle Dornacherplatz soll durch «so Slow» neu belebt werden und seine Potenziale entfalten. «Wir wollen das Beste aus dem Platz holen.»

Auch Thema des Pavillons: Food Waste

Laut Betriebskonzept soll ein «multifunktionaler Ort» geschaffen werden, der Platz bietet für ein ausgefeiltes Kaffee- und Take-Away-Angebot – orientiert an einer Philosophie, die Slow Food, Nachhaltigkeit und regionale Produkte ins Zentrum stellt und ebenso den Kampf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln aufnimmt. Standplätze für mobile Verpflegungsangebote, konkret: Food-Trucks, sind ebenfalls geplant, um die Vielfalt flexibel zu erweitern. Darüber hinaus sollen Veranstaltungen das Gastro-Kerngeschäft ergänzen: Workshops, Musik, Lesungen Filmabende und Podiumsdiskussionen sind angedacht. Auch die Vermietung an Institutionen oder Private soll möglich sein.

26 Innenplätze sowie 74 saisonale Aussensitzplätze zwischen Anfang März und Ende Oktober soll der Pavillon-Betrieb umfassen. Die Öffnungszeiten sind zwischen 5 Uhr und 0.30 Uhr beschränkt. Für die Aussenrestauration gilt Lichterlöschen um 22 Uhr, zur Sommerzeit um 23 Uhr. Das Betriebskonzept sieht keine Konzerte oder andere Anlässe mit übermässigen Lärmemissionen ohne Spezialbewilligung vor.

«Wir wollen möglichst viele Partner mit ins Boot holen und uns mit ihnen vernetzen», sagt Tschumi. Und im Sinne eines «nachhaltigen Versuchslabors» sollen der Pavillon und seine Umgebung Raum für neue, innovative und unerprobte Formate bieten. Derzeit steht Tschumi vor Vertragsabschluss mit einem lokalen Gastropartner, der das Tagesgeschäft im Geiste von «so Slow» übernehmen will. Auch wird über eine Zusammenarbeit mit anderen Partnern, die den Platz bespielen, nachgedacht. So zieht Tschumi eine Vernetzung mit Beach Style und Winter-Wunderland in Erwägung.

Start im Dezember, Vollgas ab Frühling 2020

Sofern keine Einsprachen eingehen, soll gleich nach der Frist mit dem Umbau begonnen werden, informiert Tschumi. Baulich wird sich der Pavillon mit neuer Eternit-Fassade präsentieren, wie Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt, auf Anfrage mitteilt. Inwendig wird die Küche erneuert und eine Theke erstellt.

Die Eröffnung «in sanfter Version» ist per Dezember geplant, so Tschumi. «In dieser Phase sammeln wir Erfahrungen. Und ab Frühling 2020 starten wir den Betrieb mit Events und Aussengastronomie.»

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