Solothurn
Die siebte Auflage der Bike Days brachte einen neuen Rekord

27 500 Eintritte wurden für die Bike Days 2015 in Solothurn gelöst. Das entspricht einem Plus von 3800 Personen gegenüber dem Vorjahr. Davon nahmen 900 am Wettkampf teil, deren 100 mehr als 2014.

Pius Rüegger
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Strahlender Sonnenschein an den Bike Days 2015
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Laufradrennen der Kleinen
Bike Days 2015
Manche brauchen noch etwas Hilfe
Hoch hinaus
Solche Sprünge muss man diejenigen machen lassen, die dafür genügend geübt haben
Konzentration und Anspannung ist ihm ins Gesicht geschrieben
Racing Cup der Frauen
Ein bisschen Morast kann echte Bikerinnen nicht erschüttern
Zwischendurch muss auch mal Zeit sein fürs Relaxen und Plaudern
Pat Burgener sorgte für die musikalische Unterhaltung an den Bike Days

Strahlender Sonnenschein an den Bike Days 2015

Thomas Ulrich und Tina Dauwalder

Innovativ präsentierten sich die siebten Bike-Days 2015 in Solothurn. Die Ambassadorenstadt war eine ideale Gastgeberin für die breite Palette der Zweiradfahrer. «Begeisterung löste die neu geschaffene Aktivzone auf der Chantierwiese mit Pumptrack, der kleinsten Rennbahn der Welt Mini-Drome, Faltrad und dem Luftkissen aus», erfreut sich OK-Präsident Erwin Flury. Diese Angebote animierten zum Mitmachen. «Sie brachten diese Zone zum Leben», so Flury.

Am Samstagabend sorgte ein Unplugged-Konzert von Snow-Boarder Pat Burgener, dem amtierenden Freestyle-Schweizer Meister aus Crans-Montana, für tolle Stimmung. Gleichenabends liess der Breakdance- und Flatland-Contest mit internationalen Topfahrern die Stimmung in der Rythalle anschwellen. «Deshalb sind die Leute geblieben, wobei auch die Solothurner langsam merken, dass es hier eine gute Party gibt», sagt der Bündner OK-Chef.

Jump zählt neu zur World-Tour

Dank höherem Level zählt der Mountainbike-Dirtjump neu zur World-Tour. Die Tour 2015 führt nach Solothurn über Barcelona, New Orleans und Montreal zur letzten Station im japanischen Kobe. «Es gibt einen Formel-1-Pokal mit entsprechender Gravur zu gewinnen, und dort steht Solothurn an erster Stelle», sagt Flury stolz. Zudem löste die Lancierung des neuen evolutionären Cross-Country-Mountainbikes aus der Grenchner BMC-Veloschmiede mit fortschrittlicher Hardtail-Technik anstelle der herkömmlichen Federung zusätzliches internationales Echo aus. Nebst europäischen Gästen fanden auch Besucher aus Japan, Peru, Brasilien, den USA, Kanada und Russland den Weg in die Aarestadt.

Die intensiven Regenfälle der Vortage beeinträchtigten den Aufbau nicht. «Mit umfangreichen Bodenabdeckungen helfen wir, den Flurschaden tief zu halten. Wir haben eine super Zusammenarbeit mit dem Werkhof mit einem sehr guten Austausch», fühlt sich Flury gut aufgehoben. «Diese Veranstaltung passt hieher; wir dürfen mit Stolz schöne Bilder nach aussen tragen.»

Warum sich Biker wohlfühlen

130 Aussteller präsentierten ihre Produkte und auch Tourismus-Angebote, die das Biken den schweizweit und aus dem nahen Ausland angereisten Interessierten noch schmackhafter machen sollen. «Die Stimmung unter den Ausstellern ist gut, sie sind sehr zufrieden. Die Biker fühlen sich wohl und sie erfahren, was Neues auf den Markt kommt», weiss Flury. Aus den wenigen regionalen Anbietern stach besonders der Stand der Zuchwiler Vebo-Genossenschaft im Test-Village hervor. Mit diesem Auftritt will die solothurnische Eingliederungsstätte für Behinderte ihr neues E-Bike-Angebot vorstellen.

In Anlehnung an andere 11i-Erzeugnisse heisst ihre Weltpremiere, ihr V-Bike «Öufi spezial». Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 Stundenkilometer, die Reichweite bis zu 120 Kilometer. «Speziell ist das Fahrgefühl und die Möglichkeit, angenehm vom Auto aufs Velo zu wechseln», sagt Daniel Ziegler, Leiter Geschützte Werkstätte. Warum ist die Vebo in diesem Segment tätig? «Als Behinderten-Werkstatt haben wir für einen Grossdetaillisten Service, Hotline und Aufmontage seiner E-Bikes gemacht. Dann hat er dies selber gemacht, weil die Nachfrage immer grösser wurde», erläutert er. «Die Infrastruktur ist vorhanden, ebenso das Personal. Dies bewog uns, eine eigene Vebo-Linie ins Leben zu rufen», ergänzt Ziegler.

Fachsimpeln und gemütlich sein

Die Vielfalt dieser grössten Schweizer Veloexpo hinterlässt auch bei regionalen Besuchenden Nachhaltigkeit. «Eindrücklich ist der Wandel der letzten Jahre. Mit einem normalen Velo bist du heute daneben», sagt Martin Allemann. Den städtischen Feuerwehrkommandanten überzeugten auch die Ruhe und übersichtliche Präsentation. Der 83-jährige Ernst Gigli aus Feldbrunnen ist immer noch mit seinem Touren- und City-Velo unterwegs. «Alle Jahre wiederholt, sind die Bike-Days für Stadt und Region immer ein Erlebnis. Sie zeigen auch die grosse Vielfalt bei den E-Bikes.

Zudem eignet sich dieses Gelände mit dem Schanzengraben einmalig für einen solchen Anlass.» Auch mit Rädern, aber mit deren vier, hat der im Autogewerbe tätige Günsberger Sven Kammer zu tun. «Dass die Hobby-Velofahrer im Mittelpunkt stehen, ist wichtig», befindet er. «Diese Mischung für alle Schichten im sozialen Umfeld zwischen Hobby und Wettkampf, seien es Biker oder Freestyler, bietet allen etwas.» Und neben der Ernsthaftigkeit von Fachsimpeln und Wettkampfatmosphäre war auch für die ungezwungene Gemütlichkeit genügend Platz vorhanden.

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Laufradrenner an den Bikedays 2015

Thomas Ulrich und Tina Dauwalder
Bike Days Solothurn, Mountainbike, Neff, Schurter
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Nino Schurter erklimmt als unangefochtener Leader in der letzten Runde die Rampe aus dem Schanzengraben.
Nino Schurter gewinnt den Racing Cup in Solothurn.
Der Leimiswiler Lukas Flückiger (rechts) kämpft mit Martin Fanger und Julien Absolon um die Ehrenplätze.
Jolanda Neff jubelte auch an den Bike Days in Solothurn.
Nathalie Schneitter musste an ihrem Heimrennen kämpfen.
Esther Süss freute sich über ihern 2. Schlussrang.

Bike Days Solothurn, Mountainbike, Neff, Schurter

Hans Peter Schläfli