«Verantwortungslos gefährlich» – so oder ähnlich reagierten Zuschauer nach dem Böögg-Verbrennen via Facebook. Denn reibungslos ist der Böögg in diesem Jahr nicht zu Asche geworden. Leuchtbälle schossen unplanmässig seitwärts Richtung Kathedrale. Es wurde Kritik laut. Die Narrenzunft Honolulu anerkennt Fehler und zieht Konsequenzen. In Zukunft soll auf den Einbau herausspickender Elemente verzichtet werden. Die Sicherheit war aber nicht nur am letzten Fasnachtstag Thema. Gleich mehrfach spielte sie eine Rolle.

Böögg Solothurn

Böögg Solothurn

Wagenbauer improvisierten
Einem Sicherheitsrisiko anlässlich der Fasnacht wurde vorbeugend entgegengewirkt: So musste die Umzugsreprise am Dienstag wegen angekündeter starker Böen ohne grosse Wagen stattfinden. «Selbst Wagenbauer, hat mir der Entscheid wehgetan. Doch ich stehe noch immer 100-prozentig dahinter, auch wenn wir in Online-Kommentaren als Weicheier bezeichnet wurden», sagt Markus Wälti, Ober-Ober der Vereinigten Fasnachnachtsgesellschaft UNO.

Eine Sondersitzung am Vorabend, zahlreiche Telefonate mit Wetterdiensten am Tag selbst sowie Konsultationen der Polizei haben zu diesem Entschluss geführt. So wurden von offizieller Stelle Windgeschwindigkeiten von 80 km/h angekündigt, bereits bei 50 km/h werde es prekär für grosse Wagen. «Und eine Entwarnung kam auch am Dienstag nicht.» Gerade für die Rückfahrt im Abendverkehr über Brücken oder offene Felder hätte der Wind fatale Folgen gehabt.

Fasnachtsumzug ohne Wagen

Fasnachtsumzug ohne Wagen

Den Solothurner Fasnachtsumzug mussten die Narren ausschliesslich zu Fuss bewältigen. Der starke Wind zwang die Umzugswagen dazu, in der Garage zu bleiben.

Und da man das mögliche Wagenverbot am Montag vorangekündigt hatte, konnten die dankbaren Wagenbauer laut Wälti mit kreativen Notfalllösungen reagieren. Weniger die ausfallenden Wagen, vielmehr das Hudelwetter selbst sowie die Sportferien, haben laut Wälti zu einem Rückgang der Besucherzahlen geführt.

Dies zeigte sich auch beim Plakettenverkauf: Rund 5000-mal Bronze weniger verkauft, und auch bei den silbernen ein Rückgang, so seine Bilanz. Dies habe durch den erfolgreichen Verkauf der Gönnerplaketten aufgefangen werden können.

Zustimmung für WC-Anlagen
Bis auf die erwähnten Zwischenfälle gestaltet sich die Bilanz zur Solothurner Fasnacht aus offizieller Sicht unaufgeregt. Urs Mühlemann, stellvertretender Werkhofchef, zieht ein erfreuliches Resümee zu den öffentlichen WC-Anlagen an drei Orten. «Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten. Probleme sind uns keine zu Ohren gekommen.» Von Vorteil habe sich auch herausgestellt, nach den Umzügen die Vorstadt vor der Innenstadt zu reinigen.

«Damit haben wir einen Erfahrungswert umgesetzt, nämlich dass die Konfetti sonst verweht würden.» Ereignisarm auch die Zusammenfassung von Stadtpolizei-Kommandant Peter Fedeli. Zwei Anzeigen wegen Nachtruhestörungen seien eingegangen, in intensiveren Nächten, in denen man als Altstädter mit Lärm besser zu leben lernt. Dennoch: «Da Offizialdelikte, müssen wir reagieren.» 

Die schönsten Bilder zum Umzug ohne Wagen: