Angekündigt hatte es die Rythalle Soledurn AG als Besitzern der Reithalle schon seit längerem, nun will sie Nägel mit Köpfen machen: Ein neuer Anbau hinter dem Hauptgebäude soll den alten ersetzen. «Wir wollen damit attraktiver und flexibler werden», erklärt Verwaltungsratspräsident Tobias Jakob.

Keineswegs aber seien gravierende Änderungen im jetzigen Betriebskonzept vorgesehen, «vor allem wird es keine zusätzlichen Nachtanlässe geben, die zu Lärmemissionen führen könnten.» Der neue Anbau bringe lediglich einen Platzgewinn von ungefähr 100 Quadratmetern. «Und wir gehen davon aus, dass bei einer vollen Reithalle auch keine Zweitanlässe mehr im Anbau möglich sein werden.» Doch möchte die Rythalle AG die Auslastung durch kleinere Anlässe wie Seminare oder Generalversammlungen speziell unter der Woche verbessern. «An den Grossanlässen wie den Filmtagen, der Heso, den Bikedays oder neu auch die Classionata wollen wir jedoch festhalten», betont Jakob.

Eine komplexe Bauphase

Genau diese Grossanlässe machen aber den geplanten Bauablauf recht komplex, zumal auch noch eine Innensanierung der Reithalle selbst erfolgen soll. «Wir hoffen, 2020 mit dem gesamten Projekt fertig zu werden», so Tobias Jakob. Doch könnten sich die Arbeiten auch noch bis ins Folgejahr erstrecken, weil längere Pausen eingelegt werden müssen, um die reibungslose Durchführung der Herbstmesse oder eben der Filmtag zu gewährleisten.

So ist laut dem Terminprogramm der Baubeginn zwar diesen Mai vorgesehen, beginnend mit dem Abriss des bisherigen, 1992 erstellten Anbaus. Damit verbunden wäre der Neubau des Untergeschosses, wo im Keller die Lagerräume und die Technik untergebracht werden. Doch schon im August wird es die erste längere Pause absetzen, damit das übliche Gastspiel des Circus Knie und gleich danach der Aufbau der Heso-Hallen erfolgen können. Mit dem Ausbau der Keller-Räumlichkeiten sowie dem eigentlichen oberirdischen Neubau beginnt man dann nach der Herbstmesse im Oktober.

Mit Catering-Küche

Maximal 120 Plätze dürfte der neue Anbau bringen, bei Bankettbestuhlung mit Längstischen rund 60 Plätze oder 40 bei Rundtischen mit einer Bühne – doch eine gleichzeitige Nutzung während eines anderen Anlasses in der Reithalle schliesst die AG als «unwahrscheinlich» aus. Neu vorgesehen ist der Einbau einer Anrichtküche für Caterer sowie einer Künstlergarderobe. Vor allem aber bringt der unterkellerte Annexbau genügend Stauraum für Stühle, Tische und weiteres Mobiliar wie die Kongress- und Seminartechnik. Weiter kann der unkomfortable Niveauunterschied zwischen Haupt- und Nebengebäude endlich behoben werden. Die bisherigen WC-Anlagen im Anbau machen zudem einer erweiterten Anlage Platz.

Eine Millionen-Investition

Trotz des komplexen Bauablaufs ist Tobias Jakob zuversichtlich, dass das Vorhaben glatt über die Bühne geht. Die Reithalle selbst, erbaut 1863/64, steht unter Denkmalschutz. Auch deshalb hatte die Rythalle AG vor dem Baugesuch eine Voranfrage zum Projekt an die Stadtbehörden veranlasst – «diese ist positiv ausgefallen», bestätigt der Verwaltungsratspräsident.

Ein anderes Thema sind die Kosten. Noch letzten Herbst hatte Tobias Jakob an der Generalversammlung der Rythalle AG die Gesamtkosten für den Neubau mitsamt der Innenrenovation der Reithalle auf 3,8 Mio. Franken veranschlagt. «Konservativ gerechnet», wie er damals anfügte. Und: «Das ist eine grosszügige Kostenschätzung. Wir hoffen, mit 3 Mio. durchzukommen.

Leisten kann sich das die Rythalle AG durchaus, betrachtet man die Zahlen, die im September den anwesenden 82 Aktionären präsentiert wurden. Die Reithalle selbst steht nur noch mit 122 000 Franken in den Büchern und ist somit weitgehend abgeschrieben. Auch das Eigenkapital kann sich mit fast einer Million Franken sehen lassen und vor allem funktionierte die «Cash-cow» Heso weiterhin reibungslos: Die Herbstmesse Solothurn ist regelmässig ausverkauft und wirft jeweils allein aus den Standmieten einen Ertrag von bis zu 1,8 Mio. Franken ab. Dem stehen allerdings rund 1,4 Mio. Franken an Bau- und Betriebskosten sowie Personalaufwand gegenüber.