Solothurn
Die Regiobank wird nach einem guten Geschäftsjahr umgebaut

Mehr Gewinn, mehr Reserven und mehr Kunden: Die Regiobank Solothurn ist mit ihrem Geschäftsjahr 2019 zufrieden und er höht auch die Dividende. Dieses Jahr steht im Zeichen eines neuen Verwaltungsratspräsidenten und des Totalumbaus des Hauptsitzes.

Wolfgang Wagmann
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Die Bank wird ihren Sitz für die Umbauphase verlassen.

Die Bank wird ihren Sitz für die Umbauphase verlassen.

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«Dank der kräftigen Dividendenerhöhung von 68 auf neu 80 Franken profitieren unsere Aktionäre vom guten Jahresergebnis. Dies nachdem bereits im Vorjahr die Dividende leicht angehoben worden ist.» Dies dürfte eine der letzten Botschaften von Felix Leuenberger an die Aktionäre der Regiobank Solothurn gewesen sein – bereits die Generalversammlung im Frühling wird er wie angekündigt nicht mehr leiten. Zur Nachfolge hält CEO Markus Boss fest: «Der Verwaltungsrat konstituiert sich selbst und wählt den neuen Präsidenten noch vor der Versammlung aus ihrer Mitte.» Ob sein Name noch vor dem Stelldichein der Aktionäre bekannt wird, lässt Boss offen.

Der Erfolg bedingt Anstrengungen

Den Gewinn gesteigert

Positive Zahlen Die Regiobank Solothurn verzeichnete im letzten Geschäftsjahr ein Wachstum der Bilanzsumme um 134,2 Mio. auf neu 2,93 Milliarden Franken. Der operative Geschäftserfolg wird mit 381000 Franken höher auf neu 16,91 Mio. Franken ausgewiesen. Dies entspricht einem Plus von 2,21 Prozent. Um 1,7 Prozent ist der Jahresgewinn auf 7,705 Mio. Franken gesteigert worden. Damit wuchs auch das offen ausgewiesene Eigenkapital um 8,9 Mio. auf neu 237,4 Mio. Franken an, was einer Steigerung von 3,9 Prozent entspricht. Um fast 5 Prozent stiegen die Kundengelder um 95,3 Mio. Franken an. Auch im Zinsengeschäft war die Regiobank erfolgreich unterwegs, dieses trug 2,1 Mio. Franken mehr zum Gesamtresultat von 32,1 Mio. Franken ein.
Aufgrund des positiven Geschäftsergebnisses beantragt die Bank, ihre Dividende von bisher 68 auf 80 Franken zu erhöhen. (ww)

Das Plus in fast allen Geschäftsfeldern auch mit einer klaren Gewinnsteigerung (vgl. Kasten) kommentiert der CEO als «nicht selbstverständlich» angesichts des herrschenden Konkurrenzdrucks auf dem Platz ­Solothurn. «Im jetzigen Marktumfeld waren grosse Anstrengungen notwendig, um diese positiven Ergebnisse zu erzielen. Doch ist das Geschäftsjahr wirklich sehr gut ausgefallen.»

Insbesondere habe man dank dem 200-Jahr-Jubiläum im Vorjahr viele neue Kunden ansprechen und gewinnen können. Die Zinskonditionen sind für Boss allerdings weiterhin im Fokus und ein Problem dürfte ihm erhalten bleiben. «Es wird viel mehr amortisiert als früher, weil die Leute ja nichts mehr für ihr Geld bekommen.» Einen Wermutstropfen sieht er auch beim Dienstleistungsgeschäft, dass etwas schlechter als im Vorjahr gelaufen sei. Angesprochen auf das Thema Negativzinsen hält Boss fest: Sofern die Nationalbank in Sachen Negativzinsen beim jetzigen Status quo bleibe, «werden wir solche nicht auf breiter Front für Privatkunden einführen.» Anders sei die Situation bei institutionellen Kunden, wo Negativzinsen je nach Situation ein Thema seien.

Die ganze Bank zügelt in ein Provisorium

VR-Präsident Leuenberger kündet zudem einen weiteren grösseren Einschnitt an: «Wir haben nach detaillierter Planung entschieden, einen umfassenden Um- und Neubau des Bankgebäudes in Solothurn vorzunehmen. Gestartet wird das Projekt Ende diesen Sommer; die Neueröffnung wird rund ein Jahr später erfolgen.» Zum Vorhaben, das «mehrere Millionen» Investitionen bedingt, präzisiert Markus Boss: «Das Bankgebäude wird völlig ausgehöhlt, und es gibt auch eine völlig neue Kundenzone. Für die Bauzeit zieht das gesamte Personal in eine Provisorium an die benachbarte Schanzenstrasse 6; der Schalter wird in einem Container angesiedelt.» Die jetzige Kundenzone im 1966 erbauten Hauptgebäude sei 1990 eingerichtet worden, erklärt der CEO den akuten Handlungsbedarf.

Sie präsentieren letztmals zusammen ein gutes Geschäftsergebnis: VR-Präsident Felix Leuenberger (l.) und CEO Markus Boss.

Sie präsentieren letztmals zusammen ein gutes Geschäftsergebnis: VR-Präsident Felix Leuenberger (l.) und CEO Markus Boss.

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Private-Banking-Team wieder komplett

Im Herbst hatte der Abgang des gesamten Private-Banking- Teams bis auf den neuen Leiter für Schlagzeilen gesorgt, jetzt kann Boss Entwarnung geben: «Wir konnten alle Abgänge mit gut qualifizierten Leuten ersetzten. Zwei von ihnen waren sogar schön früher bei der Regiobank tätig gewesen.» Die Namen des neuen Teams will die Bank nächste Woche kommunizieren.