Regiobank
Die Regiobank Solothurn will nicht jedes Risiko nehmen

Positives hörten die 1250 Aktionäre – eine Rekordzahl – in der Sporthalle Zuchwil zum Zahlenmaterial ihrer Regiobank Solothurn. Doch hob VR-Präsident Felix Leuenberger auch den Mahnfinger.

Wolfgang Wagmann
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Zufrieden, aber auch besorgt: VR-Präsident Felix Leuenberger.

Zufrieden, aber auch besorgt: VR-Präsident Felix Leuenberger.

Wolfgang Wagmann

Über nochmals mehr, nämlich 5643 Aktionäre, verfügt die Regiobank Solothurn, und deshalb stellte VR-Präsident Felix Leuenberger für das nächste Jahr, 150 Jahre seit der Gründung der Leihkasse, eine spezielle Jubiläums-GV in der benachbarten Halle in Aussicht. «Sie findet erst im Juni statt und dann haben alle Aktionäre unter einem Dach Platz.

Es braucht also niemand in einem Zusatzzelt zu frieren.» Erwärmen konnten die Aktionäre ohnehin die Zahlen, «erstmals überschritt der Bruttogewinn die Marke von 19 Mio. Franken.» Dies, obwohl das Wachstum bei den Hypothekar-Ausleihungen auf den schweizerischen Durchschnitt von 4,4 Prozent reduziert worden sei.

Regeln ändern «extrem schnell»

Damit war Leuenberger auch schon bei den Risiken und Nebenwirkungen der aktuellen Geschäftslage angekommen. Eine Bank müsse im schwierigen Umfeld zwischen Margenoptimierung, Laufzeitenanalyse, Refinanzierung und individueller Kundeneinschätzung navigieren können. «Das ist uns bisher gut gelungen», so der VR-Präsident.

Manchmal müsse man deshalb auf ein rentables Geschäft auch verzichten können, die Regiobank könne dies dank ihrer Diversifikation ins Leasing-Geschäft. Einen eher besorgen Blick warf Leuenberger dagegen auf die Regulierungsbemühungen im Finanzmarkt sowohl national wie international – änderten sich doch die Regeln «extrem schnell».

En passant erwähnte Leuenberger, dass man sich vorderhand entschlossen habe, «am US-Steuerprogramm in der Kategeorie 4 teilzunehmen, welche für Banken mit Lokalkundschaft gemäss der Facta Definition geschaffen wurde.»

Die Zuversicht des CEO

Die durchwegs positive Jahresrechnung präsentierte CEO Markus Boss. Die Bilanzsumme der Regiobank ist um 110 Mio. Franken auf neu 2,403 Mrd. Franken angewachsen, die Kundenausleihungen um fast 87 Mio. auf 2,045 Mrd. Franken. Das Eigenkapital konnte um fast 8,5 auf gut 175 Mio. Franken gesteigert werden, der Jahresgewinn um 94 000 auf 7,147 Mio. Franken. «Offensichtlich ist, dass das Wachstum in den letzten Jahren regelmässig und stetig war und wir die neuen Ausleihungen in der Regel mit uns anvertrauten Geldern refinanzieren konnten»; betonte Boss.

Auch habe man die Liquidität «massiv aufgestockt», um die kommenden Vorgaben erfüllen zu können. Auf einen «erfreulich rekordtiefen» Betrag von noch 1,3 Mio. Franken seien dagegen die Wertberichtigungen und Rückstellungen für drohende Kreditausfälle gesunken. «Gesamthaft stieg unser sogenanntes Business-Volumen bestehend aus Kundengeldern, Kundenausleihungen und Depotvolumen um netto 254 Mio. Franken – ein sehr positiver Wert.»

Alle Filialen und der Hauptsitz wüchsen gleichmässig, doch speziell hob Boss die 21 Mio. oder 8 Prozent hervor, welche die jüngste Filiale in Egerkingen beigetragen habe, aber auch, dass rund ein Drittel des Wachstums auf Kunden und Volumen der angrenzenden Regionen entfalle. Wichtig sei Transparenz bei der Kundenbetreuung betonte der CEO weiter, der im übrigen in der Region «keine Immobilienblase» feststellte. Auch habe das laufende Geschäftsjahr positiv begonnen.

Weissenstein kaum ein Thema

Der Gewinnverteilung – pro Aktie gibts 66 Franken oder 22 Prozent Dividende – wie der weiteren Verteilung des Gewinns stimmten die Aktionäre nahezu oppositionslos zu. Genauso der Entlastung des Verwaltungsrats sowie der Wahl der Revisionsstelle für ein weiteres Jahr. Das Wort wurde ebenfalls nicht verlangt, auch nicht zum Kurhaus Weissenstein, das am 9. Mai bekanntlich durch die Firma Kappeler Gastro AG als Ganzjahresbetrieb eröffnet wird.