«Dazu hat allerdings auch ein einmaliger Einkommensanfall bei den natürlichen Personen beigetragen», bestätigt Notter den «Ausreisser» eines Steuerzahlers, der gleich einen Betrag «in Millionenhöhe» an das gute Ergebnis beigetragen hat.

Dass das Budget gleich um 8,6 Mio. Franken übertroffen worden ist, liegt am Steuerertrag generell. Einmal mehr kamen Taxationskorrekturen von zusätzlichen 3,1 Mio. Franken zusammen, aber auch der gesamte Nettosteuerertrag lag um 1,8 Mio. Franken über dem ebenfalls starken Vorjahresergebnis. «Die Quellensteuern liegen mit 4 Mio. Franken auf dem höchsten Stand der letzten Jahre» stellt die Finanzverwaltung fest, dasselbe gilt für den Ertrag der natürlichen Personen, der insgesamt der auf einen Rekordstand von 64,4 Mio. Franken kletterte.

«Und auch die vorübergehende Baisse bei den Juristischen Personen ist überwunden», freut sich Reto Notter über 12,8 Mio. Einnahmen von Firmen – dem besten Wert seit 2011. «Und den Aufwand haben wir im Griff», verweist er auf einen weiteren wichtigen Erfolgsfaktor.

Relativ wenig investiert

Immer ein Faktor sind die Investitionen, die – mit 8 Mio. Franken veranschlagt – ohnehin nicht sehr hoch dotiert waren. Einmal mehr wurden allerdings 15,3 Prozent des gesamten Volumens – vor allem beim Tiefbau – gar nicht realisiert, sodass in der Investitionsrechnung bei Nettoinvestitionen von nur 6,7 Mio. Franken ein Finanzierungsüberschuss von 8 Mio. statt ein Fehlbetrag von 2,2 Mio. Franken herausschaute. Das wirkt sich auf die wichtigste Kennzahl aus: Der Selbstfinanzierungsgrad erreichte sagenhafte 219,1 Prozent statt der nur knapp als genügend erachteten 72,2 Prozent im Budget. «Die Ausgangslage ist damit nochmals viel besser geworden», bestätigt Reto Notter vor allem im Hinblick auf die künftige Finanzplanung.

Von einer Steuersenkung sei allerdings in der Gemeinderatskommission GRK (noch) keine Rede gewesen. Bekanntlich hatte die Gemeindeversammlung im Dezember knapp eine Reduktion des Steuerfusses von 110 um weitere 2 Prozentpunkte abgelehnt.

Wie reich ist Solothurn?

Das Reinvermögen der Stadt Solothurn beziffert der Finanzverwalter inzwischen auf 88,7 Mio. Franken. Oder pro Kopf hochgerechnet: Mit dem neuerlich sehr guten Ergebnis steigt es per Ende Jahr von bisher 4825 auf neu 5247 Franken. Und angesichts solcher Zahlen muss auch der sonst so vorsichtige Reto Notter einräumen: «Es gibt derzeit nichts, was auf eine Trendwende oder einen Einbruch hindeuten würde.»

Immerhin ist sich der Finanzverwalter bewusst: Würde am 19. Mai die Steuervorlage 17 angenommen, hätte dies nach sechs Jahren für die Stadt einen jährlichen Steuerausfall von 6,4 Mio Franken zur Folge.

Wohin mit alle dem Geld?

Dank den meist hervorragenden Rechnungsabschlüssen (vgl. Grafik oben) hat die Stadt auch bereits 45,7 Mio. Franken für hängige Projekte zurücklegen können – so beispielsweise 6 Mio. in die immer noch nicht verfügte Stadtmistsanierung. «Vorfinanzierungen können getätigt werden für Projekte, die innert fünf Jahren realisiert oder in Angriff worden sind. Wenn dies nicht geschieht, müssen sie mit dem Kanton nachverhandelt werden», erklärt Notter die gängige Praxis.

Deshalb wolle man die jetzt die überschüssigen 9 Mio. Franken in Vorfinanzierungen für zeitnahe Projekte legen. 3,5 Mio. wären dies für die Sanierung des Freibads in den nächsten zwei, drei Jahren, je 1,5 Mio. für die Fassaden- und Dachsanierung des Schulhauses Kollegium sowie für die Umgestaltung des Postplatzes. Eine Million wird der Altlastensanierung im Obach gutgeschrieben, je eine halbe Million der Sanierung des Schulhauses Fegetz, dem Neubau des Doppelkindergartens und der Tagesschule Brühl sowie der Sanierung des Stadiongebäudes.