Street Music Festival Solothurn
«Die Premiere war ein gut besuchtes Festival» – und so ging es auch weiter

Zum 20. Mal findet diesen Samstag im Unteren Winkel in Solothurn das Street Music Festival statt.

Andreas Kaufmann
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Geselligkeit und Musik kommen am Street Music Festival zusammen
13 Bilder
2010 - Johnny & The Cashflows
2009 - Äl Jawala
2006 - Solothurns Musikliebhaber sind wetterfest
2006 - Michel Gammenthaler brachte Comedy in den Unteren Winkel
2006 - Samir Essahbi
2003 - Sound für Gross und Klein (Oliver Menge)
2001 - Dülü Dubach
Musik geht durch den Magen
Eigebröi, 1999
Street Music Festival Solothurn - ein Rückblick im Bild
Alkaseltzer, 1997
Stimmungsbild, 1997

Geselligkeit und Musik kommen am Street Music Festival zusammen

Hansjörg Sahli

Es war ein Quartett aus einem Sextett, das am 23. August 1997 den Grundstein legte, um alljährlich musikalischen Hochgenuss und Sommerfeeling in die Vorstadt zu bringen. Paul Wagmann, Mischa Bader, Sven Kley und Martin Wagmann, allesamt Bandmitglieder von «Eigebröi», riefen damals das «Street Music Festival» ins Leben.

Stilistisch ist der Anlass im Unteren Winkel seiner anfänglichen Ausrichtung bis heute treu geblieben: Zu hören gibt es jeweils eine erfrischende musikalische Mischung aus Jazz, Funk, Reggae, Latin und World Music.

Die Vorstadt musikalisch belebt

Ein buntes Jubiläum

Das 20 Street-Music-Festival kommt traditionell wieder im August, am 20. August, in die Vorstadt. Die Organisatoren hoffen wieder auf Wetterglück. Sollte dem nicht so sein, wird ein bewährtes, Festzelt für Bühne, Bands, Tische, Buffet, Bar und Publikum aufgestellt. Der Samstagabend bringt vier Bands. Um 18 Uhr tritt mit «Supersiech» eine Mundart-Combo auf, die sich durch musikalisches Know-How und durchdachte Texte auszeichnet. Stilistisch haben sich Dülü Dubach, Michael Leuenberger, Thomi Christ und Tobi Knuchel dem Wohlfühlsound und dem New-Orleans-Genre verpflichtet. Grenchner kommen um 19.30 Uhr auf Besuch: Die «Hilari Broders» überzeugen mit sattem Bläsersound und spielen als echte Strassenmusikband «unplugged» an zwei verschiedenen Orten auf dem Festgelände. Um 21 Uhr ist die Hausband an der Reihe: Die veritable Brassband Eigebröi präsentiert kraftvollen modernen New Orleans Jazz. Eine Feuershow von Artist De La Croix ist um 22.15 Uhr angesagt, gefolgt von Jackson Wahengo um 23 Uhr. Die Musik von Namibias gefeiertstem Gitarristen wurzelt tief in der afrikanischen Tradition. Gemischt mit aktuellen Urban Sounds und Einflüssen von Jazz, Zouk und Reggae gelingt ihm Afropop und -folk in eine neue, attraktive Form zu bringen. Neben der professionellen, abwechslungsreichen und fetzigen Musik bietet das 20. Street-Music-Festival auch einen kulinarischen Rahmen mit Bratwürsten, Fleischspiessen und Pommes Frites. Abgerundet mit einer guten Flasche Rotwein lässt sich in schönem Ambiente, mit guter Musik und Geselligkeit, bestens an unseren Festbänken dinieren. Die «Gaslight-Bar» im Osten des Areals bietet ein ruhigeres Eckchen zum Durchschnaufen. (mgt)

Diesen Samstag, 20. August, feiert das musikalische Stelldichein ab 18 Uhr sein Zwanzigstes (Programm siehe links). «Damals gabs noch keine Hafebar, keinen Solheure-Summerjam, lediglich den Jazz am Märetplatz», erinnert sich Martin Wagmann, zuständig für das Festivalprogramm. Und damit wurde die eher anlassarme «Mindere Stadt» schon einmal zum Festivalschauplatz – mit Musik unter freiem Himmel, wie man sie in New Orleans oder Memphis schon lange geniesst.

Die Zielgruppe: «Eigentlich alle Musikliebhaber», faktisch aber lockte der Anlass vor allem Publikum ab 30 an. Und neben dem Reiz für die Zuhörer sollte das Festival auch eine Plattform werden, gerade für unbekannte Bands – und das wurde es auch: Den Start machten 1997 die Luzerner «Alkaseltzer» sowie «Yacoon» aus der Region und die etwas bekannteren Gastgeber selbst: die Streetband «Eigebröi», die seither traditionsgemäss als Hauskappelle mitwirkt. «Die Premiere war ein gut besuchtes Festival», so Martin Wagmann. Knapp 3500 Franken Reingewinn verbuchte das Organisationskomitee am Ende, dies bei einem Budget von 12'000 Franken.

Wetterglück und Wettertücken

Der Erfolgskurs setzte sich fort, wie Paul Wagmann, verantwortlich für Finanzen, nachzeichnet: «Unter optimalen Bedingungen hatten wir bis zu 800 Besucher, im schlechtesten Fall waren es um die 300.» Abhängig ist ein Freiluftfestival natürlich immer auch von Petrus’ Gunst: Zwölf Mal lachten den Musikern Sonne und Sterne entgegen, einmal waren die Bedingungen frostig, und sechs Mal regnete es – wobei man mit dem vorhandenen Festivalzelt entsprechend vorspuren konnte.

Meistens zumindest: Bereits beim zweiten Festival musste das Festzelt unvorbereitet aufgerichtet werden. 2001 auf der anderen Seite entging der Anlass knapp einem Gewitterregen: Das Zelt hatte man damals bei etwas zu optimistischen Aussichten weggelassen.

Zwischen 2001 und 2012 wurde das Street-Music-Festival durch eine Matinée am Sonntagmorgen ergänzt: «Diese haben wir aber wieder fallengelassen. Letztlich war es ein Nullsummenspiel.» Gerne erinnert sich Martin Wagmann dafür an die Highlights der vergangenen 19 Jahre: Michel Gammenthaler, «Dodo and the Liberators», wobei der «Hippie-Bus»-Sänger damals, 2010, seinen musikalischen Durchbruch noch vor sich hatte, weiter Samir Essahbi und Band oder «Äl Jawala» aus Deutschland, die sogar zweimal in Solothurn gastierten.

Rund 70 Köpfe wirken mit

Finanziert wird das Festival durch mehrere Einnahmequellen. Das Programm selbst wird durch Sponsoren getragen, Festwirtschaft, Barbetrieb und der Verkauf von Festivalbuttons sollen die Infrastrukturkosten decken, sowie die übrigen Ausgaben, zu denen auch das Helferfest für die sechs Mitglieder des Organisationskomitees und die rund 60 Helfer gehört. Die Stadt Solothurn selbst weiss um den Wert des Festivals: Sie steuert – neben dem Lotterieverband – eine Defizitgarantie bei.