Mitgliederversammlung
Die Präsidentin der Solothurner Filmtage kündigt ihren Rücktritt an

Christine Beerli, kündete an der Mitgliederversammlung an, dass die kommenden, 52. Filmtage ihre letzten dieser Position seien.

Fränzi Zwahlen-Saner
Merken
Drucken
Teilen

Hanspeter Baertschi

Am vorläufig heissesten Abend des Jahres 2016 hielt die Schweizerische Gesellschaft Solothurner Filmtage in Solothurn ihre Mitgliederversammlung ab. Es ging darum, den Verantwortlichen Décharge für das vergangene Berichtsjahr zu erteilen. Und deshalb gleich die gute Nachricht vorweg: Die 51. Ausgabe der Solothurner Filmtage schloss bei einem budgetierten Defizit von 50'000 Franken, mit einem Überschuss von 73'000 Franken ab.

«Die Solothurner Filmtage haben also ihre Kosten im Griff», hiess es. Und dies erst noch, ohne dass man bei der Suche nach einem zweiten Hauptsponsor fündig geworden wäre. «Die vielschichtige und versierte Mittelbeschaffung sorgt immer wieder für den notwendigen Ausgleich, was sich für die ordentliche Rechnung positiv auswirkt», ist im Rechnungsbericht zu lesen.

Blick in die Zukunft

Hingegen freute sich Direktorin Seraina Rohrer, dass der letzte verbliebene Hauptsponsor, Swiss Life, sein Engagement für die Solothurner Filmtage um drei weitere Jahre verlängert hat. Die Swisscom habe ebenfalls ihr Engagement bestätigt und gar ausgebaut und unterstütze die Filmtage neu als Sponsorin, hiess es.

Seraina Rohrer führte in ihrem Jahresbericht aus, dass nach der Jubiläumsausgabe zum 50. Bestehen der Schweizer Filmschau – samt dem Blick in die cineastische Vergangenheit – mit der 51. Ausgabe 2016 das Augenmerk wieder in die Zukunft habe gerichtet werden müssen. Rohrer: «Expertinnen und Experten waren sich in drei Punkten einig: Erstens sind die Solothurner Filmtage der ideale Ort für den Dialog zwischen den Landesteilen; zweitens muss der Nachwuchs des Schweizer Films gestärkt werden und drittens muss der Schweizer Film nach dem Ausschluss aus dem europäischen Programm MEDIA die Beziehungen zu den europäischen Ländern intensiv pflegen.» Diese Schlüsse hätten im Programm der vergangenen Filmtage ihren direkten Niederschlag gefunden, betonte die Direktorin.

Hervorzuheben sei unter den Anstrengungen zur Positionierung der Solothurner Filmtage sicher auch der vermehrte Dialog im Rahmen des Programms «Panorama Suisse» mit dem Filmfestival Locarno. Das eigene Programmfenster südlich der Alpen gibt dem Schweizer Film eine prominente Plattform, die auch weit über die Landesgrenzen hinausgeht.

Etwas weniger Eintritte als 2015

Nun liegen auch die exakten Zahlen der Eintritte des vergangenen Festivals im Vergleich zur Jubiläumsausgabe 2015 vor. Es wurden diesmal 65'652 Eintritte gezählt, gegenüber 68'127 im 2015. Hingegen besuchten über 400 Personen mehr als 2015 die Rahmenveranstaltungen der Filmtage, nämlich 2'857 Besucherinnen und Besucher. Leicht rückläufig ist auch die Zahl der Vereinsmitglieder Solothurner Filmtage. Wurden 2015 noch 566 Personen geführt, sind es in diesem Jahr 531 Mitglieder.

Christine Beerli hört 2017 auf

Die Präsidentin der Gesellschaft Solothurner Filmtage, Christine Beerli, kündete an der Versammlung an, dass die kommenden, 52. Filmtage ihre letzten in dieser Position seien. «Ich habe mich entschieden, mein Amt nach zwölf Jahren niederzulegen», sagte sie.

In einem kurzen Rückblick erklärte sie pointiert, dass sie keinen anderen Ort kenne, an dem sich ein Bundesrat mit einem Flüchtling über sein Leben oder ein Jodler mit einem Hip-Hopper austausche, ausser an den Solothurner Filmtagen. «Ich habe die Entwicklung der Solothurner Filmtage mit viel Freude begleitet und viele Menschen kennen gelernt, die ich auf meinem sonstigen Lebensweg nicht getroffen hätte», ist sie überzeugt. «Es war eine gute Zeit und daher jetzt genau der richtige Moment, um zu gehen», meinte Beerli, die seinerzeit vom vormaligen Filmtage-Direktor Ivo Kummer ins Amt geholt wurde.