Acht Ausstellungen präsentierte das Kunstmuseum Solothurn im letzten Jahr. Darunter gab es Arbeiten einiger Solothurner Kunstschaffenden zu sehen: Nancy Wälti, Cuno Amiet, Oscar Tröndle oder Anje Hutter zählt Museumkonservator Christoph Vögele in seinem Jahresbericht auf und verweist mit Amiet auch auf die erfolgreichste Ausstellung von 2017: «Die Pracht der Tracht».

Fast 10'000 Besucherinnen und Besucher wollten sich die Kunstwerke zur Schweizer Tracht ansehen, die besonders auch durch Amiets Werk «Richesse du soir» motiviert war. Vögele erinnert auch an die Ausstellung mit der Entdeckung der Künstlerfamilie von Robert Müller oder an diejenige mit Arbeiten des vielfach besser in Frankreich bekannten Schweizer Künstlers Gilgian Gelzer. «Mit insgesamt 18 626 (2016: 19 485) Besuchern war 2017 ein gutes, doch kein herausragendes Jahr», wie man dies aufgrund der populären Ausstellung «Die Pracht der Macht» hätte hoffen können, schreibt Vögele.

Mit dem Besucheraufkommen ist man also zufrieden, weniger aber mit den medialen Berichterstattungen zu dieser Ausstellung. Zwar hätten das Schweizer Fernsehen in der «Tagesschau» und die Kulturseiten der AZ-Medien sowie «Le Temps» ausführlich über die Ausstellung berichtet, doch vermisst Vögele eine Berichterstattung «in beiden grossen Zürcher Zeitungen». Generell macht er sich – als ehemaliger Kulturjournalist – Sorgen darüber, dass mit der Krise in den Printmedien die Kulturseiten verschwinden.

Umso erfreulicher sei das Engagement dieser Zeitung für das Kunstmuseum Solothurn, schreibt er. Besucher kämen aber nicht nur wegen der Ausstellungen ins Haus. Entweder liessen sie sich bei einer der vielen Spezialveranstaltungen mit Kunst ein, oder Kinder besuchen eines der vielen museumspädagogischen Angebote.

700 Erwerbungen 2017

Mit der Zahl von 700 Museums-Erwerbungen sei diese Zahl im Berichtsjahr ausserordentlich hoch, resümiert Vögele weiter. Diese Anzahl sei vor allem einer 600-teiligen Schenkung von Arbeiten auf Papier des Solothurner Künstlers Otto Morach zu verdanken. Ihm hatte das Kunstmuseum im Jahr 2015/16 eine Ausstellung gewidmet. «Die grosszügige Stiftung ist uns von Hugo Stüdeli zugekommen, der sich als Neffe und Nachlass-Verwalter des bedeutenden Solothurner Künstlers stets in besonderem Masse für die Vermittlung des Schaffens engagiert hat», schreibt der Konservator. Es handele sich um ein Konvolut aus allen Schaffensphasen Morachs.

Damit besitzt Solothurn neben dem Kunstmuseum Olten, welches vor allem Morach-Gemälde zu seinen Schätzen zählen kann, eine in sich geschlossene Werkgruppe aus dem Nachlass dieses Künstlers. Weitere Erwerbungen – vorwiegend in Papier – gab es von Eva Aeppli, Susan Hodel, Victorine Müller, Lex Vögtli und anderen. Eine bedeutende Schenkung war eine Bronze-Skulptur von Schang Hutter aus dem Zyklus «Der Verletzlichkeit Raum geben».

Amiet und Hodler reisten

Das Kunstmuseum lieh auch aus seinen Beständen aus. Amiet- und Hodler-Bilder reisten nach Wien, Paris und Bonn. Manche auch in die Region, nach Niederbipp. Albert Ankers «Mädchenbildnis auf rotem Grund» wurde an der Gedenkausstellung im Räberstöckli für den Schriftsteller Gerhard Meier gezeigt. Bis Ende 2018 sollte der Umzug vom alten in den neuen Kulturgüterschutzraum abgeschlossen sein, so Vögele.

Gleichzeitig mit dem Umzug wurde eine grundsätzliche Überprüfung der Sammlung durchgeführt. Til Frentzel, Leiter des technischen Dienstes, Registrarin Anna Bürkli, «Sammlung-online»-Betreuerin Patricia Bider und Restauratorin Annabel von Schönburg haben hier Hand in Hand gearbeitet.