Debüt-CD
Die popreichen Sieben drehen auf

Seit über zwei Jahren reiten die sieben Mitglieder von Gägestrom auf einer musikalischen Welle. Mit der Scheibe Bassinrand verschafft sich die Solothurner Popband nun Gehör.

Andreas Kaufmann
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Petra Wydler, Roman Lerch, Thomi Christ, Chrigu Stuber, Daniel Frey, Angela Petiti und Stefan Schnider. zvg

Petra Wydler, Roman Lerch, Thomi Christ, Chrigu Stuber, Daniel Frey, Angela Petiti und Stefan Schnider. zvg

Zur Verfügung gestellt

Zum Teil bis sieben Jahre lang schlummerten sie in Chrigu Stubers Fundus, die Zeilen um Zeilen Mundartpoesie, die schliesslich zur Initialzündung für eine Band führten. So erinnert sich Thomi Christ, Bassist der Formation Gägestrom, die seit November auch mit ihrer Debüt-CD in der Region Solothurn die Runde macht. Zwölf Titel wurden im vergangenen Jahr entstaubt, in sattelfesten Pop gefasst und auf eine Scheibe mit Namen «Bassinrand» gepresst.

Getroffen haben sich Christ und Stuber vor fünf Jahren: «Ich lernte damals Chrigus Texte schätzen. Bald setzten wir uns in einem Bauernhaus in Leimiswil ans Klavier», erinnert sich Christ. «Ich feile meistens ewig lang an meinen Texten. So steht vielleicht ein Wort auf dem Papier, das nicht genau wiedergibt, was ich meine. Und so überarbeite ich das Ganze wieder», ergänzt Stuber.

Offener Deutungsspielraum

Die daraus hervorgehenden Werke sind poetisch ausgereift, spielen mit der Sprache und sind bei allem intimen Anstrich mystisch, uneindeutig und metaphorisch. Wenn der Urheber die Feder ansetzt, so gewährt er einerseits einen Einblick in sehr persönliche Sphären, lässt dabei aber gewollt viel Deutungsspielraum offen.

Von der ersten Zusammenkunft bis zur Bandgründung verging dann jedoch einige Zeit. Im Sommer 2008 folgten dann die ersten Auftritte von «Gägestrom»: Mittlerweile waren Roman Lerch (Piano), Daniel Frey (Schlagzeug), Stefan Schnider sowie Angela Petiti und Petra Wydler (Backing Vocals) hinzugestossen.

Feinschliff für den «Diamanten»

Insgesamt ist «Gägestrom» trotz lyrischer Starthilfe Stubers ein hörbares Gemeinschaftswerk. Letztlich nehmen die «Gägestrom»-Klänge erst im «Probi» ihre endgültige Form an. So sorgte Thomi Christ für die musikalische Veredelung von Stubers Texten und einfachen Melodien: «Das Ausarbeiten und Arrangieren stammt von ihm, der Feinschliff für den Diamanten», spielt Stuber den Ball weiter. So fange man nicht bei null an, wenn man mit den Songs im Probekeller ankomme.

Thomi Christ versucht, musikalisch umzusetzen, was er persönlich mit den Texten assoziiert, «und was vielleicht nicht immer Chrigus Metaphern entspricht.»

Stuber seines Zeichens freut sich «wie ein kleines Kind an Weihnachten, wenn ich das musikalische Riesengeschenk auspacken kann, das Thomi geschnürt hat», auch wenn er sich den Song anders ausgemalt hätte. Dennoch strömen im Probekeller noch viele musikalische Ideen zusammen, was Stuber begrüsst: «Ausschliesslich Balladen oder rockige Stücke wären mir zu langweilig.»

Facettenreiche Musik

Und so ist der musikalische Kurs, den «Gägestrom» eingeschlagen hat, jener des Facettenreichtums, wie auch ein Ohr voll «Bassinrand» beweist: «Ob Jazz, Funk oder Rock, jedes Mitglied stammt aus einer anderen musikalischen Ecke», gleichzeitig sei jeder genügend offen, um bei der gemeinsamen Klangmischung mitzuwirken: «Pop eben, eine Stilrichtung, die man nicht neu erfinden kann», wie Stuber zugibt: «Und dennoch wollen wir dem unserem eine eigene Handschrift geben.»

Nun soll die CD diese Handschrift weiter unter die Leute bringen. Letztliches Ziel: «Einerseits ist ‹Bassinrand› ein Zeitdokument. Aber wir wollen dadurch auch an Bekanntheit gewinnen», führt Stuber aus: «Schliesslich möchten wir Musik machen und Konzerte geben, solange es uns Freude macht – und unserem Publikum.»

Informationen: www.gaegestrom.ch