Hotel Krone
Die Planungen rund um das Hotel «Krone» laufen weiter auf Hochtouren

Ende Januar oder im Februar 2014 will man mit den Umbau- und Sanierungsarbeiten an dem altehrwürdigen Hotel mitten in der Stadt Solothurn beginnen. Im Frühling 2015 soll es dann seine Türen wieder öffnen.

Wolfgang Wagmann
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Das barocke Eckhaus von 1772 und im Hintergrund der Leisttrakt mit älteren Bauelementen
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Dieses Personalzimmer im Leist-trakt wird verschwinden
Die obere Bar könnte gegen den Flur geöffnet werden
Die Küche wird wohl erneuert werden
Das leergeräumte Hotel Krone
Der grosse Saal bleibt erhalten
An der Fasnacht war das Restaurant kaum mehr wieder zu erkennen
An der Fasnacht herrschte ausgelassene Stimmung in der sonst verlassenen Krone
Am Aschermittwochmorgen war die Fasnachts-Episode in der Krone vorbei

Das barocke Eckhaus von 1772 und im Hintergrund der Leisttrakt mit älteren Bauelementen

Wolfgang Wagmann

Nach einem kurzen Aufflackern des Restaurants über die Fasnachtstage ist im Hotel Krone wieder geisterhafte Stille eingekehrt. Doch die Ruhe täuscht. Immer wieder huschen Angestellte der kantonalen Denkmalpflege oder des beauftragten Solothurner Architekturbüros Graf Stampfli Jenni durch die leeren Räume, nehmen Materialproben oder vermessen, was noch nicht erfasst ist. Denn nach dem Kauf durch Kanton und Stadt im vergangenen Mai für 9 Mio. Franken will nun die Baurechtsnehmerin, die Credit Suisse Funds AG Nägel mit Köpfen machen.

Projektleiter Conradin Stiffler: «Unser Ziel ist es, bis in diesem Sommer die Baueingabe machen zu können. Wenn alles gut läuft, haben wir Ende Jahr eine Baubewilligung und können Ende Januar oder im Februar 2014 mit den Umbau- und Sanierungsarbeiten beginnen.» Eröffnung des renovierten und neu eingerichteten Hauses wäre laut Stiffler «im Frühling 2015». Immer vorausgesetzt, es taucht nichts Unvorhergesehenes auf.

Saal, Hotel und Restaurant

Ein Vorentscheid ist inzwischen offenbar gefallen. «Der Leist-Trakt wird nicht abgerissen und neu aufgebaut», bestätigt Stiffler. Der südlich Richtung Klosterplatz abfallende Gebäudeteil soll im Erdgeschoss durch Ladenlokale genutzt werden, die sich eventuell auch bis ins erste Obergeschoss erstrecken können. Das barocke Haupthaus über die Ecke Hauptgasse-Kronenstutz soll dagegen keine massgeblichen Veränderungen in der Raumaufteilung erfahren. «Das Restaurant, die Hotellerie in diesem Bereich, aber auch der Saal bleiben bestehen», versichert der Projektleiter der Credit Suisse Funds AG.

Auch die bisher in der «Krone» beheimateten Serviceclubs und traditionellen «Krone»-Anlässe sollen nach der Wiedereröffnung 2015 wieder willkommen sein, wird in Zürich weiter betont. Ebenfalls sei man auf der Suche nach geeigneten Betreibern der «Krone». Bis zur Baueingabe im Sommer «hoffen wir auch, den künftigen Betreiber präsentieren zu können.» Mit welchen Auflagen beim Umbau seitens der Denkmalpflege zu rechnen ist, stehe im Detail noch nicht fest, so Stiffler, «doch sind wir im Leist-Trakt sicher freier als vorne im eigentlichen Barockbau.»

Leist-Trakt mit älterer Substanz

Das dem so ist bestätigt Denkmalpfleger Stefan Blank im Grundsatz, spielt aber den Ball an den Bauforscher Urs Bertschinger weiter, der für die Amtsstelle einen Bericht zuhanden des Architekturbüros erarbeitet hat. «Die ‹Krone› besteht aus zwei Bauteilen. Dem Neubau von 1772 und dem Leist-Trakt unten am Kronenstutz. Dort finden sich auch Bestandteile aus verschiedenen Bauphasen. Der älteste Teil zwischen dem quadratischen Barockbau und der Hofeinfahrt an der Ostfassade könnte ohne weiteres aus dem Jahr 1669 stammen.» Dies betreffe laut Bertschinger die erwähnte Einfahrt und die ersten zwei Stockwerke. Um 1700 sei eine Verlängerung des zweigeschossigen Trakts erfolgt, 1874 und 1898 dann eine Erhöhung um je ein Stockwerk. Innen im Leist-Trakt könne jedoch die räumliche Situation völlig verändert werden, sofern die Balkenlage aus dem 17. Jahrhundert erhalten bleibe.

«Junge» Ausstattung bleibt

Im barocken Haupthaus fänden sich kaum Spuren auf die Vorläuferbauten, «abgesehen vielleicht vom Kellergeschoss, wo noch ältere Reste sein könnten.» Daneben fanden sich Spuren von Malereien «von 1772 oder aus dem 19. Jahrhundert», bleibt Bertschinger vorsichtig. Die Ausstattung stamme grösstenteils vom letzten grösseren Umbau 1942/43. «Doch bleiben Täfer, Parkett und auch die Stuckdecken aus dieser Zeit erhalten, Und auch die Grundstruktur der Räumlichkeiten wird keine wesentlichen Änderungen erfahren», verweist der Experte insbesondere auf den Hauptpfeiler im Barockbau, um den sich alles dreht: die steinerne Treppe, die im Obergeschoss den Saal und den danebenliegenden Ecksaal oder Bar-Raum erschliesst. «Auf früheren Ansichten ist erkennbar, dass dieser zum Korridor hin offen war. Das könnte wieder hergestellt werden und eine offene, grosszügige Lösung ergeben», meint der Bauforscher weiter.
Insgesamt werde die bestehende Ausstattung «aufgefrischt» und nicht a priori modernisiert. Oder wie sich Urs Bertschinger ausdrückt: «Das wird ein sehr defensives Projekt.»