Architekturforum
Die Planer des Theater-Umbaus sind alte Bekannte

Eigentlich sind die Architekten, die den Umbau des Stadttheaters planen waschechte Solothurner. Sie sind in der Stadt geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen. Inzwischen betreiben sie ein erfolgreiches Architekturbüro in Zürich.

Helmuth Zipperlen
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Die Pläne des «Zürcher-Solothurner» Teams nehmen Formen an.

Die Pläne des «Zürcher-Solothurner» Teams nehmen Formen an.

Andreas Kaufmann

Wie die «phalt»-Architekten im Gespräch am Salvisbergtisch darlegten, ist der Umbau des Stadttheaters nur eines von ganz verschiedenen realisierten Projekten. Eigentlich sind die Inhaber des Büros, Cornelia Mattiello-Schwaller, Frank Schneider und Mike Mattiello, waschechte Solothurner, hier aufgewachsen und haben die hiesigen Schulen besucht.

2006 erfolgte dann die Gründung des Büros in Zürich. Den Vortrag mit «RaumTraum» betitelt sagt bereits einiges über die Philosophie des Büros aus. Zuerst ist die Vision (der Traum), am Ende der fertige Raum. Dazwischen liegt die Arbeit der Architekten. Die Benennung des Büros liegt auf der gleichen Ebene. «phalt» hat mit Entfaltung, mit Falten von Papier zu tun.

Inzwischen ist das Personal auf zwölf Leute angewachsen. Das Büro nimmt an fünf bis sieben Wettbewerben jährlich teil, hat dabei vierzehn Preise errungen und konnte zehn Projekte realisieren.

Das Spektrum reicht von Sportanlagen über Gemeindehäuser bis zu Kapellen. Verschiedene Regionen mit verschiedenen Nutzungen wurden ausgewählt, was eine Vielfalt von Erfahrungen einbrachte. Mit dem Ersatzneubau der Metallwerkstätte Dynamo im Zürcher Platzspitz konnte gleich zu Beginn ein ausgezeichnetes Referenzobjekt realisiert werden.

Auflagen der Stadt Zürich und der Kantonsarchäologie galt es entsprechend zu berücksichtigen. Beim Neubau und der Sanierung des Gemeindehauses Regensdorf sticht vor allem die Wendeltreppe im Publikumsbereich aus Beton heraus. Erwähnenswert auch, dass die phalt-Architekten 2009 den Swiss Art Award für Architekten mit einer an sich einfachen, aber ideenreichen Anordnung von drei Holzkisten mit Inhalt erhalten haben.

Überraschung im Stadttheater

Ziel des eingereichten Konzeptes für das Stadttheater war es, die Südfassade aufzuwerten. Die Schwierigkeit bestand darin, ein Konglomerat von historischen Gebäuden, die im Lauf der Jahrhunderte verschiedentlich umgebaut worden sind, zu einer Einheit zu bringen.

Dabei soll das neu erschlossene Krieg-Haus zur Bühne der Zuschauer werden. Somit den Gegenpol zur Bühne des Theaters bilden. «Es ist schön, ein Gebäude neu zu gestalten, das man seit Kindsbeinen kennt,» so äusserte sich etwas verkürzt Frank Schneider.

Und die Architektin und die beiden Architekten haben viel Herzblut in das Projekt gesteckt. Besonders gefordert waren sie, als entgegen der ursprünglichen Meinung der Denkmalpflege, Malereien aus dem 18. Jahrhundert zum Vorschein kamen.

Der ursprünglich modern vorgesehene neue Zuschauerraum musste deshalb wieder rückgeführt werden. Die Decke wurde angehoben und die Statik neu entwickelt . Zudem musste das Farbkonzept und die Ausstattung den Gemälden angepasst werden.

So haben denn die Architekten nicht nur einen neuen Sesseltyp kreiert, sondern auch einen neuen Kronleuchter konzipiert. Die Stühle werden von einer renommierten italienischen Firma hergestellt und die Leuchter - eine ganze Leuchterfamilie mit Kronleuchter und Foyerbeleuchtung - werden aus Messing von einer Winterthurer Firma geschaffen.

Beim Haus Krieg wird bei der Fassadengestaltung der Laubencharakter wieder zum Vorschein gebracht. Nur mit der Idee, den Vorplatz des Theatereingangs zu pflästern stiessen die Architekten bei der Altstadtkommission auf Widerstand. Diese Pflästerung soll Teil eines Gesamtkonzeptes sein.

Wohnhäuser in Zuchwil

Die Überbauung Hofstatt in Zuchwil kam ebenfalls durch den Gewinn eines Wettbewerbes zustande. Gefordert war eine maximale Ausnutzung des Areals. Deshalb wurden drei Gebäude mit fünf Ecken entworfen.

Die Nasszellen und Infrastruktur wurden in die Mitte verlegt, so dass die Wohnräume möglichst viel Fassade aufweisen. Pro Geschoss hat es drei Wohnungen. Den Architekten war die Profilierung der Fassade wichtig und sie haben deshalb nach einer anderen Lösung gesucht, als sich die ursprünglich vorgesehene Holzstruktur als zu teuer erwies. Für die Architekten ist die Kommunikation und Gesprächskultur sehr wichtig, sei dies mit Bauherrschaften oder Spezialisten.

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