Wenn ein Sammler seine nicht ganz komplette Silber-Plaketten-Sammlung nicht mehr in einer Kartonschachtel verstauben lassen will oder ein anderer Horter vielfältigster Fasnachts-Devotionalien nach Thailand auszuwandern gedenkt, kann es sein, dass an der Solothurner Plakettenbörse Raritäten auftauchen.

So geschehen an der gestrigen 32. Plakettenbörse der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft Solothurn (UNO) im Alten Zeughaus. Dazu wartete UNO-Plakettennarr Toni Armbrust mit einer technischen Neuerung für alle Gönner-, Gold- und Silberplaketten Tragenden auf – der Western-Gordelkrawatte mit Plaketten-Plättchen.

Fritz Rickli gab Schätze preis

Das Fasnachts-Urgestein, der ehemalige Honolulu-Ober Fritz Rickli trennte sich von seinen Silbernen. «Meine Frau Kathrin meinte, dass es nicht sinnvoll sei, diese einfach in einer Kartonschachtel zu lagern», erklärte Rickli. Deshalb bot er seine edlen Stücke aus den Jahren 1947 bis 1966 feil.

«Ich habe vor sieben, acht Jahren einem Sammler versprochen, ihm die 52-er Silber mit Goldrahmen frei zu halten», schränkte Rickli ein. Deshalb fragte er vorgängig diesen Interessenten an, ob er diese Rarität immer noch wolle. «Den Preis und den Käufer sage ich nicht», sagte Rickli zum Geschäft des Tages.

Das absolute Plaketten-Geheimnis gilt immer noch!

Weil er nach Thailand auswandert

John Hauenstein wohnt zwar im schwyzerischen Schindellegi, macht aber seit 25 Jahren aktiv bei den Lulus der Narrenzunft Honolulu mit. Weil er mit seiner Gattin dieses Frühjahr nach Chiang Mai in Nordthailand auswandert, bietet er seine gesamten fasnächtlichen Kostbarkeiten an: «Wir wollen ein Leben zwei beginnen und frisch durchstarten».

In seinem Angebot finden sich so auch verschiedenste Gönner und Pins. «Die Sammlungen wie beispielsweise die Grossplaketten seit 1993 verkaufe ich nur vollständig, andernfalls werde ich sie einlagern», sagte Hauenstein.

Weil möglichst sein ganzer närrischer Fundus in Solothurn bleiben soll, richtet er zudem am Monatsmarkt vom 10. Februar 2014 einen Stand ein.

Seit 2010 lässt die UNO die veredelten Plaketten mit einem speziellen Verschluss aus zwei Steckern fabrizieren. Dieser bietet immer wieder Anlass für Gesprächsstoff, da diese Ansteckart nicht für alle Kleidungsstücke und -materialien geeignet ist.

So wurden die Stecker abgeschliffen und auf ein Plättchen gelötet, wobei sich die Plaketten verfärbten. «Dies brachte uns auf die Idee mit den Western-Krawatten. Seit zwei, drei Jahren suchten wir eine Lösung und können nun einen Probelauf starten», erläuterte Chefplakettier Armbrust.

«Wir wollten keine neue Plakette kreieren, und da der Stecker-Abstand gleich bleibt, kamen wir auf die Idee mit dem Plättchen und zwei Kleinstbohrungen, sodass jedes Jahr nur die Plakette ausgetauscht werden muss», hofft der Plakettennarr auf Akzeptanz dieser Verbesserung.

«Die Nachfrage ist bereits sehr gut bei einem Preis von elf Franken», so der UNO-Chefbeamte. Der überaus grosse Aufmarsch im Parterre des Museums Altes Zeug-haus wurde nicht nur mit einem Apéro, sondern mit den ersten närrischen Weisen durch die Guggeschränzer belohnt.