Wie Geschäftsführerin Karin Stoop vor zahlreichen Behördenvertretern an der Generalversammlung bekannt gab, teilen sich zurzeit 22 Männer und 34 Frauen 37 Vollzeitstellen vor allem in den Bereichen Suchtprävention, Jugendberatung, Beratung für Suchtbetroffene, Arbeitseinsätze, begleitetes Wohnen, Gassenküche, Kontakt- und Anlaufstelle sowie Schulsozialarbeit.

Das grosse Thema Drogen

Ein grosses Thema sind immer wieder die Suchtbetroffenen, von denen sich der grösste Teil im Alter von 26 bis 55 Jahren bewegt. Nach wie vor stehen der Alkohol und die mehrfachen Abhängigkeiten im Vordergrund. Wie Karin Stoop festhielt, hat sich in den letzten Jahren nicht nur das Konsumverhalten in Bezug auf die Konsumationsform, sondern auch in Bezug auf die Substanz verändert. «Vor zehn Jahren war noch das Heroin ein Problem, heute ist es das Kokain.» Im Vergleich zum Heroin, das heute durch Methadon oder Diaphin ersetzt werden kann und eine längere Wirkungsdauer aufweist, sei Letztere beim Kokain deutlich kürzer, was heisst: «Es muss viel öfter gespritzt werden.» Gestützt auf diese Entwicklung hat die Perspektive mit längeren Öffnungszeiten der Anlaufstelle reagiert.

Gestiegen ist auch der Bedarf beim begleiteten Wohnen. «Der Grund ist, dass unsere Klienten länger bei uns bleiben und es immer schwieriger wird, eigene Wohnungen anzumieten.» Laut der Geschäftsführerin besteht zudem ein grösserer Bedarf an Sachhilfe. Mit anderen Worten: die Klienten müssen ergänzend zu den klassischen Sucht- und Erziehungsberatungen bei der Verwaltung von Renten oder bei der Suche nach Wohnraum unterstützt werden.

Wie Arbeitseinsätze helfen

Ein Vorzeigeprojekt des Vereins sind seit langem die Arbeitseinsätze, die den Bedürfnissen und der Leistungsfähigkeit akut suchtkranker Menschen Rechnung tragen und ihnen einen strukturierten Alltag ermöglichen. Unterschieden wird zwischen dem Teillohnprojekt Gartenbau, einem Gemeindearbeitsplatz oder einer Tagesbeschäftigung. Leicht rückgängig war der Besuch der Gassenküche, die 2018 durchschnittlich 52 Besuchern pro Tag eine warme Mahlzeit anbieten konnte. 7600 davon wurden durch Spenden finanziert.

Die Jahresrechnung schliesst bei einem Betriebsertrag von 5,776 Mio. Franken und einem Betriebsaufwand von 5,850 Mio. Franken mit einem Verlust von 73 274 Franken. Dieser wurde mit Fondsentnahmen ausgeglichen. Ausgabenseitig schlugen der dem Ausbau der Schulsozialarbeit anzulastende Personalaufwand und die Ausdehnung der Öffnungszeiten der Kontakt- und Anlaufstelle zu Buche.

Braucht es Anpassungen?

«Der Vorstand steht zu den heutigen Angeboten und zur Ausrichtung der Perspektive. Es gilt aber zu prüfen, ob die in der Vergangenheit erfolgten Erweiterungen noch die richtigen sind oder ob es Anpassungen braucht.» So schreibt Präsident Hardy Jäggi im Jahresbericht der Perspektive, der wiederum in Form einer anschaulichen Broschüre erschienen ist und einen Einblick in die vielseitigen Tätigkeiten der von den Regionsgemeinden finanziell unterstützten Institution gewährt.

Wie Jäggi zuletzt mitteilte, plant die Institution zurzeit einen Zusammenschluss mit dem Verein Collective, der das Integrationsprogramm Collectors betreibt. «Collective arbeitet ebenfalls mit Sozialhilfebezügern zusammen und würde sehr gut zu uns passen», befürwortet der Präsident eine allfällige Übernahme.