Eleven

«Die Partyleute wissen gar nicht, ob sie noch in den Ausgang kommen wollen»

Markus Moerler, Geschäftsführer vom Club «Eleven» will, dass das Nachtleben in der Stadt Solothurn attraktiv bleibt.

Markus Moerler, Geschäftsführer vom Club «Eleven» will, dass das Nachtleben in der Stadt Solothurn attraktiv bleibt.

Weil das Kofmehl derzeit um 2 Uhr schliessen muss, sind viele Partygänger verunsichert. Bis wann haben nun die anderen Clubs offen? «Bei uns bleibt alles beim Alten», stellt Markus Moerler vom «Eleven» klar.

Markus Moerler hat genug. Pro Tag erhält der Geschäftsführer des Solothurner Clubs «Eleven» mehrere E-mails. Auch auf der Strasse wird er immer wieder angesprochen. Meistens geht es nur um ein Thema: Schliesst das «Eleven» jetzt auch um 2 Uhr?

«Der Medienkonsument ist verunsichert», weiss Moerler. Dies, weil in der Zeitung immer von einer Schliessung um 2 Uhr die Rede sei, und sich gar Stadtpräsident Kurt Flury - im Gegensatz zum restlichen Gemeinderat - für einen generellen Zapfenstreich um 2 Uhr aussprechen würde.

Wegen dieser einseitigen Berichterstattung wären laut Moerler viele der Ansicht, dass bereits zwei Stunden nach Mitternacht in jedem Solothurner Club Schluss sei. «Sie wissen gar nicht, ob sie noch in den Ausgang kommen wollen.» Der Geschäftsführer legt Wert darauf, dies richtigzustellen: «Das Eleven ist nicht vom ‹Kofmehl-Fall› betroffen.» Für die Gäste bleibe es beim Alten. «Wir haben wie bisher bis um 4 Uhr offen.» Dasselbe gelte für Partys beispielsweise im Solheure oder im Kulturm.

Club auf Sparflamme führen - nicht möglich

Die Kulturfabrik Kofmehl ist letztes Wochenende in die neue Saison gestartet. Mit vollem Haus, und ohne Probleme. Noch können wirtschaftliche Folgen nicht abgeschätzt werden. «Die Nachfrage sinkt», äusserte sich Pipo Kofmehl, Leiter der Kulturfabrik Kofmehl, letzte Woche in der az Solothurner Zeitung. Wie sich die um eine Stunde vorgezogene Schliessung finanziell auswirke, könne noch nicht beurteilt werden.

Markus Moerler vom «Eleven» wagt eine Prognose. Für ihn kommt eine Türschliessung um 2 Uhr der Aufgabe des Clubs gleich. «Die Gäste nabeln sich ab und suchen sich einen neuen Club»,vermutet  er. Eine Abwärtsspirale kommt in Gang. Weniger verkaufte Eintritte und geringere Einnahmen an der Bar würden den Umsatz mindern. Dann müsse der Club an der Qualität sparen, was wiederum viele Partygänger davon abhalten würde, im Club zu feiern. «Auf Sparflamme einen Club zu führen, ist ein Witz», so Moerler.

«Farbe bekennen»

Markus Moerler will, dass das Nachtleben in der Stadt attraktiv bleibt. «Wir von der IG Nachtleben wollen Solothurn etwas bieten». Deshalb unterstützt er auch die Kulturfabrik Kofmehl und mischt zusammen mit anderen Mitgliedern der IG Nachtleben am nächsten Donnerstag am Protestmarsch gegen eine Schliesszeit von 2 Uhr mit. «Wir finden das eine gute Sache und wollen Gegensteuer geben».

Moerler hofft, dass jeder mitläuft, der bereits einmal bis nach 2 Uhr in einem Club feierte. Und eines ist er sich sicher: Das treffe wohl auf alle zu. Deswegen fordert er auch: «Jeder soll Farbe bekennen.»

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