«Dieses Konzert wird ein wenig anders sein», kündigt Musikschulleiterin Pia Bürki angesichts des musikalischen Stelldicheins der Solothurner Musikschule vom Mittwochabend an. Die Sitzreihen im Konzertsaal sind bereits zur Hauptprobe des Jahreskonzerts ungewöhnlich ausgerichtet. Und: Ein Laufsteg zieht sich durch den Konzertsaal.

Ungewöhnlich ist auch das musikalische Programm, das die Zweit- und Neuntklässler bestreiten werden. Es steht ganz im Zeichen der Neuen Musik, jenseits aller musikalisch eingängigen Harmonien, die menschliche Ohren üblicherweise erreichen. Wie ein roter Faden ziehen sich zwölf Melodien des Tierkreises von Karlheinz Stockhausen durch das ganze Konzertprogramm.

Dazwischen sind Werke der zeitgenössischen Komponisten John Cage, Philip Glass, Steve Reich, Morton Feldmann, Tom Johnson, John Zorn und Earl Brown zu hören. Speziell: Ebenso steuert der 20-jährige Zürcher Musikstudent und Komponist David Bircher zwei eigens für den Anlass geschaffene Werke bei.

Musikschule Solothurn probt für ihr Konzert

Musikschule Solothurn probt für ihr Konzert.

Und so mussten sich die Schüler in einem Musiklager, beim heimischen Üben und am Probeschlussspurt mit «Clusters», komplexen Notationen, ungewöhnlichen Rhythmen, ineinandergreifenden, schwebenden Klangteppichen und dem oft dissonanten Zusammenspiel der Töne auseinandersetzen. «Es geht nicht darum, schöne Melodien zu spielen, sondern Klang zu erleben», sagt Bircher, dessen Werke ihren Feinschliff noch durch das Musiklager selbst erhalten haben.

Er stellt sich vor, durch die Gänge der Musikschule zu gehen und in jedem Raum etwas ganz eigenes zu hören, so dass die unterschiedlichen Klänge ineinandergreifen. «Die Schüler sollen erkennen dürfen, wie der eigene Klang den Gesamtklang verändert», sagt der 20-Jährige weiter. Und: «Sie müssen manchmal auch Entscheidungen treffen, wie ein Part zu spielen ist.»

Wie reagieren die Jungmusiker auf die Neue Musik? Pia Burki stellt fest, dass es Schüler gibt, die es zwar spannend finden, selbst aber andere Stile bevorzugen. «Und dann gibt es jene, die für sich eine neue Welt entdecken. Das ist so: Den einen gefällt Jazz oder Klassik, anderen wiederum Pop, oder dann Neue Musik.»

Jahreskonzert Mittwoch, 16. Mai, 18 Uhr, Konzertsaal. Vor dem Konzert: Einführung zum Genre im kleinen Konzertsaal.