Solothurn
Die Musik des Handharmonika-Orchester erreichte die Herzen

Viele Herzen schlagen für die Handharmonika. Was dabei herauskommt, zeigte der durch und durch gelungene Unterhaltungsabend des Handharmonika-Orchesters Solothurn und seiner Jugendakkordeongruppe.

Mark A. Herzig
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Unterhaltungsabend des Handharmonika-Orchesters Solothurn
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Unterhaltungsabend des Handharmonika-Orchesters Solothurn

Felix Gerber

Ohne Jugend keine Zukunft. Dem lebt das Handharmonika-Orchester Solothurn (HOS) nach, und so eröffnete Dirigentin Susanne Weber-Ruch mit der Jugendakkordeongruppe (JAG) den Abend mit drei zeitgenössischen Stücken: Be happy (Gottfried Hummel), Tage wie diese (Andreas von Holst) und Up in the Sky (77 Bombay Street).

Die elf jungen Leute, die mit grosser Spielfreude aber auch Konzentration zu Werke gingen, durften ihr Können in je einer kurzen Solopassage vorstellen. Das Publikum liess sie nicht ohne Zugabe von der Bühne gehen.

So vielseitig wie das Instrument

Das Akkordeon – fachtechnisch nüchtern Handzuginstrument genannt – ist äusserst vielseitig. Es kommt in verschiedensten Bauarten, Grössen und dementsprechend Bezeichnungen vor. Und ebenso vielfältig war das Konzert des Handharmonika-Orchesters Solothurn von seiner Leiterin Susanne Weber «rund um das Herz» zusammengestellt.

Esther Jakob, die als Moderatorin durch das Konzert führte, brachte es auf den Punkt: «Das Herz steht heute im Mittelpunkt. Von Herzen kommende Melodien, manchmal fröhlich, manchmal etwas melancholisch, sollen die Herzen der Zuhörenden erreichen.»

Weit spannte sich der Bogen von Rossinis Ouverture zum Barbier von Sevilla über Georg Evans Pasodoble «Mädel aus Spanien» bis zu Piazollas Oblivion Tango, einem typischen Vertreter des Tango nuevo, als dessen Begründer Astor Piazzolla gilt. Von ganz anderem Zuschnitt dann «Ruhm und Ehre» des Schweizer Akkordeonvirtuosen und Komponisten Walter Wild.

Wieder andere Stilcharaktere kamen in Adventure (Markus Götz), You raise me up (Lov-land/Brendan) zu Gehör. Aufmerksam folgten die Musizierenden ihrer Leiterin Susanne Weber und überzeugten insbesondere durch akkurate, lang dauernde Crescendi, von piano bis fortissimo. Der grosse Applaus des Publikums wurde mit zwei Zugaben verdankt.

Ein Theater zum Schluss

Aber nicht nur für die Musik, sondern auch für das Theater schlagen die Herzen des Handharmonika-Orchester Solothurn. Das wurde im Anschluss an das Konzert belegt. Unter der Regie von Ernst Bigler und mit diskreter Unterstützung von Heidi Affolter als Souffleuse spielten Bruno Waeber, Agnes Neeser, Erhard Anderegg, Silvia Huggler, Liliane Eggenschwiler und Rolf Vögeli Peter Läublis Einakter «Isidor der neu Chnächt».

Die Situationskomik rund um den Lebenskünstler – oder eher arbeitsscheuen? – Isidor Chrampf riss das zahlreiche Publikum zu wahren Lachsalven und zum herzhaften, verdienten Schlussapplaus hin.

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