Im englischen Landhaus Cobblers Cottage ist nichts mehr wie es einst war. Plötzlich wandern auf seltsame Weise Vasen durch den Raum, hängen Bilder schief, die eben noch geradegerückt wurden und verschwinden Schlüssel, die an den unmöglichsten Orten wieder auftauchen. Das sind allerdings noch die kleinsten Probleme, mit denen sich der Makler Mark Webster (Thomas Stöckli) in nächster Zeit herumschlagen muss, wenn er den idyllisch gelegenen Landsitz betritt.

Was er nämlich noch nicht weiss: Trotz dem frühen Tod der ehemaligen Besitzer Jack Cameron (Andi Hubert), einem ehemaligen Bestseller-Autor, und Susie Cameron (Gaby Zaugg) geistert das Ehepaar noch immer in seinem früheren Refugium herum, und das, weil ihnen der Zutritt zum Himmel verwehrt wurde.

Schuld daran ist Jack, der sich an der Himmelspforte als Atheist zu erkennen gab. Weil sie nach dieser Malaise weder richtig sterben noch richtig leben können, bleibt ihnen mangels Beschäftigung halt nichts anderes übrig, als in luftförmigem Zustand Schabernack zu treiben.

Zwei Unsichtbare

Das bekommt vorerst nebst dem irritierten Makler auch das junge Ehepaar Simon (Stefan Huber) und Feli (Sabrina Fankhauser) Willis zu spüren, das sich zur Erleichterung von Mark Webster im Haus eingemietet hat. Der erfolglose Jung-Autor und seine schwangere Frau leben mehr schlecht als recht dort und wissen kaum, wie sie die Miete bezahlen sollen. Nach anfänglicher Abneigung sind die beiden Unsichtbaren Jack und Susie wild entschlossen, dem jungen Paar unter die Arme zu greifen, denn schliesslich wissen sie, dass das Leben viel zu kurz ist, um sich mit Widerwärtigkeiten herumzuschlagen.

Damit sie mit den Willis trotzdem kommunizieren können, stattet ein herbeigerufener und mit allen technischen Mitteln ausgerüsteter, resoluter Schutzengel (Monika Zutter) die Geister mit der Gedankenübertragung aus.

Die einzige finstere Figur des von der britischen Autorin Pam Valentine verfassten und vom Regie führenden Fred Salvisberg in den Dialekt übertragenen Stücks bleibt bis auf weiteres Felicitas Mutter Marcia Bradshaw (Trudi Marti), die als böse Schwiegermutter die Ehe Willis auf die Probe stellt, schliesslich aber auf seltsame Weise von Liebesgefühlen für den Markler übermannt wird.

Ein Volltreffer gelungen

Mit «Gueti Geischter» (Originaltitel: «Spirit Level») ist der Liebhabertheater-Gesellschaft Solothurn einmal mehr ein Volltreffer gelungen. Die witzige, teils haarsträubende Komödie mit Tiefgang, die in zahlreichen Ländern auf die Bühne gebracht wurde, entpuppt sich als eine urkomische Geistergeschichte. Wenn in der ersten Stunde die Handlung auch etwas mühsam in Gang kam, wurde das Première-Publikum im vollbesetzten Haus bei der Stange gehalten und nach der Pause mit turbulenten Szenen und zahlreichen Pointen belohnt.

Die Geister, die man rief

Einmal mehr erbrachten die Laienbühne, allen voran Andi Hubert, eine solide Leistung, die mit Recht mit grossem Beifall belohnt wurde. Auch wenn man nicht an Geister glaubt, nach dieser Aufführung, wünschte man sich, dass es sie gibt.

Das gut gewählte Bühnenbild entsprach auf der ganzen Linie einem gediegenen englischen Landsitz. Für die Requisiten zuständig war Kathrin Glutz, die Maske besorgte Renate Pauli und für die Technik verantwortlich war Norbert Ostermeier.

Weitere Vorstellungen: Dienstag, 27. Februar, 19.30 Uhr; Sonntag 4. März und Sonntag 11. März je 17 Uhr; Donnerstag 22. März und Mittwoch 28. März je 19.30 Uhr.