Rüttenen/Solothurn

Die Liebe zur Sprache ist der stete Begleiter von Autor Peter Probst

Peter Probst lässt sich von Menschen und dem Blick aus dem Fenster inspirieren.

Peter Probst lässt sich von Menschen und dem Blick aus dem Fenster inspirieren.

Eingebettet in die Gepflogenheiten einer Solothurner Bruderschaft, lässt der Rüttener Autor Peter Probst in seinem zweiten, rund hundertseitigen, Buch eine Liebe aufblühen, die bis in die Kindheit reicht.

Nach Peter Probsts erstem, vor zwei Jahren erschienenen Buch «Anna und der Engländer» ist dieses Mal die Solothurner Vorstadt Schauplatz einer hundert Seiten umfassenden Kurzgeschichte mit vorerst unbestimmten Ausgang. Laura und Claude heissen die zwei Hauptfiguren, die dem Buch ihren Namen geben. Claude ist Witwer, Arzt und ewiger Zögerer, Laura auf der anderen Seite ein ehemaliges Gastarbeiterkind, das er während seiner Schulzeit kennen gelernt hatte.

Als schliesslich Claude Laura nach Jahren bei der St.-Margriten-Bruderschaft wieder antrifft, wird die Liebe neu entfacht. Bei der Wiederbegegnung spielen auch der Advokat Max und eine andere Schulkameradin eine wichtige Rolle.

Vor seiner Pensionierung war Peter Probst Co-Direktor der Solothurner Zentralbibliothek und in früheren Jahren Bibliothekar. Seine Buchbesprechungen stiessen stets auf Interesse. Die Liebe zur Sprache ist in all seinen Erzählungen spürbar. Seine Sätze sind präzise und schnörkellos und stets nahe an der Realität. Peter Probst versteht es, mit Geschichten umzugehen. Auch in seinem neuesten Werk mischt er die realen Figuren aus seiner Umwelt geschickt zusammen und macht sie unkenntlich.

«Wenn ich eine Geschichte im Kopf habe, muss ich sie schreiben», sagt Probst, und man merkt, dass noch viele dieser Geschichten zwischen zwei Buchdeckeln festgehalten werden könnten. Meist geht es um Dinge, die er persönlich erlebt hat. Um Menschen, die ihm etwas bedeuten und bedeutet haben, und um die Lust, vertraut Solothurnisches mit einer anderen Kultur zu verknüpfen.

Liebe zur Italianità

Jüngst hat sich Peter Probst mit seiner Frau in einer Wohnung in Norditalien eingemietet. Aber keine Angst: «Ich habe nicht im Sinn auszuwandern.» Vielmehr ist es die Liebe zur Italianità, die ihn in den Süden zieht. Und: «Wenn ich in meinem Feriendomizil zum Fenster hinausschaue und die Menschen beobachte, kann es durchaus sein, dass plötzlich eine neue Geschichte da ist.» Und damit wäre das Fundament für eine neue Beziehungsgeschichte gelegt.

Wie stark sich die Solothurner mit den Erzählungen von Peter Probst identifizieren, zeigte sich bei der überaus gut besuchten Vernissage im Buchhaus Lüthy. Auf humorvolle Art und mit einigen Seitenhieben gespickt stellte Reto Stampfli, selbst Buchautor, die im Knapp-Verlag Olten erschienene Liebesgeschichte «Laura und Claude» vor. Auf seine Fragen antwortete Peter Probst mit ebenso viel Humor.

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