Stadtbummel Solothurn
Die Leerplätze von und für Solothurn

Stadt-Redaktor Wolfgang Wagmann sinniert über Leerplätze, Leerlauf und über die Leere in der Stadt ganz allgemein.

Wolfgang Wagmann
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Leergefegt scheinen die Hotspots des Solothurner Alltagsverkehrs zu sein. Auf der Westumfahrung gehts auch abends flüssig voran. Wer von der Bürenstrasse her auffährt zur Ampel, muss nicht im Warteraum der Dreibeinskreuzkapelle ausharren. Kaum bleibt Zeit für einen Kontrollblick auf den Badi-Strand, wie viele Sonnenschirme sich dort erheben. Schon ist man im «Bob-Run» und sieht nix mehr. So wurde die beidseitige Beton-Wandung der in Solothurn geschmähten Umfahrungsbrücke seinerzeit genannt. Ist auch schon wieder ein Weilchen her, der grosse Brückenkrach. Gefühlte elf Jährchen. Denn am 8. 8. 08 wurde bekanntlich der «Bob-Run» eröffnet. Mit anschliessendem Tunnelblick im Gibelin-Durchstich. So vergeht die Zeit.

Leerer denn je wirkt der Postplatz. Die Leere wird betont durch eine weisse Umrandung des Leerbereichs. Erste Ablagerungen von Grien verraten auch, dass man gewillt ist, vorderhand an der Leere festzuhalten. Immerhin hat der Verkehr jetzt nicht mehr den Platz, der ihm einst zugestanden worden war, als die Wengibrücke geschlossen wurde. Das war am 8. 8. 08 und ist ein Weilchen her. So wie es aussieht, soll ja der Postplatz umgestaltet werden. Und viel spricht dafür, dass er seiner Parkplätze entleert wird. Natürlich ersatzlos. Wie oben an der Westbahnhofstrasse, wo sechs Parkplätze für ein bisschen Velo-Abkürzung wegpolitisiert worden sind. Was spricht eigentlich dagegen, die sechs Parkplätze und damit satte 40 000 Franken für die Stadtkasse auf der Leere des Postplatzes zu kompensieren? Zumindest bis die dortige Leere endgültig gestaltet wird?

Leerlauf – solche Gedankengänge. Lehrplätze für eine Stadt sind Leerplätze oder im Fachjargon Leerstände genannt. Solche häuften sich zuletzt in Solothurn. So an der Kronengasse und am Klosterplatz oder an der Schmiedengasse. Am Klosterplatz hat bei Mieter Expert der Räumungsverkauf der Konkursbehörden begonnen. Hausbesitzer Urs Rudolf meint, er habe gute Interessenten für die Neubelebung der Ladenfläche. Weiter oben aber bleibts vorläufig leer. Schon hatte Solothurn geglaubt, kurz nach Olten auch eine Hanftheke zu kriegen. Denkste. Trotz Ankündigung wurde am 8. Juli am Kronenstutz gar nichts eröffnet. Die Leere wurde lediglich mit einem Zettel dekoriert: «Neueröffnung auf unbestimmte Zeit verschoben wegen interner Umstrukturierung.» Ja, die internen Umstrukturierungen und ihre Folgen. Steckt da eine «Chropfleerete» dahinter? Mit Hanf? «Leer» hat so viele Facetten. Was ist beispielsweise gut am Leergut bei Bier? Passt bestens zur leer gewordenen «Fuchsenhöhle» nebenan. Mehr dazu nach den Ferien. Denn der Ruderer verlässt für einige Wochen die Galeere – drum heisst die so.

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