Fasnacht Solothurn
Die «Krone» hinterlässt ein grosses Fasnachtserbe

Finster war es an der Fasnacht im traditionellen Hotel Krone zumindest im Restaurant auch schon in anderen Jahren. Nun, nach dem Verkauf des Tradtionshauses, versuchen Fasnächtlerinnen und Fasnächtler zu retten, was noch zu retten ist.

Wolfgang Wagmann
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Der gekrönte Ball im Herzen von Honolulu wirbt für den «Chronebau» im Landhaus. (Wolfgang Wagmann)

Der gekrönte Ball im Herzen von Honolulu wirbt für den «Chronebau» im Landhaus. (Wolfgang Wagmann)

Ein grosser Ball mit aufgesetzter Krone über dem «Cheschtelemuni» erinnert mitten in Solothurn an glamouröse Fasnachtszeiten:, als es im Hotel Krone jeweils am Dienstagabend noch den «Chronebau» gab. Ein Ball, der sich vom Restaurant bis in verschiedene Säli und den grossen Saal hinzog, hunderte von maskierten Frauen intrigierten, die Männer betanzten und bezirzten. Der Kronenball war jeweils der grosse Showdown der Solothurner Fasnacht vom Fasnachtsdienstag auf den Aschermittwoch.

Bis Anfang der neunziger Jahre das Interesse an den Maskenbäööen schlagartig erlosch. Und es sich damit auch in der «Krone» ausgetanzt hatte. Nun erinnert die Narrenzunft Honolulu auf dem Marronihäuschen an jene grosse Zeit und widmet ihren «Ballzillus», den sie zusammen mit anderen Fasnachtsgruppen auch diesen Fasnachtsamstag in der dekorierten Säulenhalle organisiert, eben an den «Chronebau».

Ironie der Geschichte: An diesem Fasnachtsdienstag, 12. Februar, findet keine Zweitauflage des Kronenballs oder «Ballzillus» wie in den Vorjahren statt. Die Organisatoren haben mangels Gästen um Mitternacht kapituliert. Denn ein neuer Fasnachtsbrauch «killt» zunehmend die Beizenfasnacht in der Nacht der Nächte auf den Aschermittwoch: der 12i-Chlapf auf der St. Ursentreppe. Das Guggenkonzert zieht die Fasnachtsmassent um 24 Uhr für mehr als eine Stunde in die Hauptgasse. Und in den Beizen wirds ruhig.

Und die Schnitzelbänke?

In der «Krone» war es zumindest im Restaurant über Jahre hinweg im Restaurant unten stets dunkel geblieben. Seit Mitte der neunziger Jahre die Familie Doerfler die Fasnachtsaktivitäten in den Sall ins Obergeschoss verlegt hatte, traten dort die Schnitzelbänkler nur noch vor Gästen auf, die einen Abend lang zur Humorkost einen Mehrgänger verspeisten. Erst in den letzten zwei Jahren aktivierten fasnächtlich gesinnte Kreise mit grossem Erfolg das Restaurant wieder - in Zusammenarbeit mit der Familie Dörfler.

Trotz des Verkaufs und der Schliessung des Betriebs im letzten Sommer wurde einiges unternommen, um die «Krone» doch noch für eine Fasnacht zu reaktivieren. Ob dies gelingt, ist immer noch offen – Bemühungen dazu sind offenbar immer noch am Laufen. Immerhin hat die Narrenzunft Honolulu einen Versuch gestartet, die stets gut besuchten Schnitzelbankabende im «Kronen»Saal zu retten: Am Fasnachtsdonnerstag, -sonntag und -dienstag besteht ein Angebot in der dekorierten Säulenhalle, wo die Betreiber des Hotels Ramada zu einem Mehrgang-Menü möglichst viele Schnitzelbank-Konsumenten begrüssen möchten. Zumindest das Dekor dürfte an ehemalige, grosse Fasnachtszeiten in der Krone erinnern.