Solothurn

Die kleine Beiz um die Ecke hat eine neue Wirtin

Versiert und aufgeweckt führt Wirtin Irma Bürgi das «Flora».

Versiert und aufgeweckt führt Wirtin Irma Bürgi das «Flora».

Das «Flora» gilt als eines der letzten Überbleibsel der einst reichen Stadtsolothurner Beizenlandschaft. Nun hat das Restaurant mit Irma Bürgi eine neue Wirtin erhalten.

Die Einrichtung erinnert an die Fünfzigerjahre, als die Arbeiter der Gewerbetriebe in den umliegenden Gassen noch bis zum Samstagnachmittag auf ihr Feierabendbier plangen mussten.

«Es ist wohl die älteste noch so erhaltene Beiz in der Stadt», verweist Irma Bürgi auf den kurzen geschichtlichen Abriss, der im Korridor hängt. Und beweist, dass das «Flora» bereits 1842 das Pintenschankrecht erhalten hatte. Einst nur eine unter 100, ist heute das Beizli an der Weberngass-Ecke einer der letzten Zufluchtsorte für Gäste wie den Literaten Peter Bichsel.

«Anfang Jahr fragte mich die Besitzerfamilie Rüefli, ob ich das Restaurant nicht übernehmen möchte», erzählt die neue Wirtin, die sich ab 1. April vorderhand für ein «Versuchsjahr» auf ein Comeback eingelassen hat.

Denn die vife 60-Jährige ist durchaus vom Fach: Vor 40 Jahren hatte sie die Hotel- und Restaurant-Fachschule in Zürich absolviert. Und bis vor zehn Jahren das Restaurant Risto in Zuchwil geführt. «Danach arbeitete ich im Büro.»

Eine Umstrukturierung der Firma kostete sie den Job, und nach längerer Arbeitslosigkeit, die sie in Zuchwil für den Aufbau einer Kinderkleiderbörse nutzte, freut sie sich nun auf die neue Aufgabe.

Nur in der Küche wenn nötig

«Die Fasnacht hier muss toll sein», kennt Irma Bürgi die Bedeutung des «Floras» für die Narrenzeit erst vom Hörensagen. «Wir haben hier eine Stammgast-Beiz», weiss Irma Bürgi, und diesen Nimbus als Feierabend-Treff möchte sie weiterhin pflegen.

«Auch das Säli im Obergeschoss ist für Anlässe jederzeit zu haben.» Dagegen verzichtet sie vorläufig auf ein Mittagsmenü, «doch haben wir Angebote wie Gulaschsuppe, Würstli oder ein Schnitzelbrot, aber auch kalte Teller jederzeit parat.» Sie wolle jedoch nicht oben in der Küche stehen, wenn Gäste bedient werden wollen – «ich konzentriere mich auf die Gaststube hier unten.»

40 Innenplätze und ein gutes Dutzend Aussenplätze zählt die fast quadratische Beiz. Geöffnet wird sie am Dienstag und Mittwoch von 9 bis 21 Uhr sein, am Donnerstag und Freitag bis 22 Uhr, am Samstag bis 18 Uhr.

«Wenn aber noch Gäste länger da sind, bleibe ich auch», versichert die Wirtin mit einem Schmunzeln. Immerhin kann sie auf den «guten Geist» im «Flora» zählen: Seit 30 Jahren schmeisst Heidi Nobs den Laden (mit), wenn Not an der Frau ist.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1